Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Prüflabor für Eigenspannungs-Analysen an der Uni Kassel

05.10.2017

Unternehmen aus der Industrie können ab sofort hochbeanspruchte Komponenten in einem akkreditierten Labor an der Uni Kassel auf ihre Eigenspannung prüfen lassen. Das trägt zur Entwicklung sicherer Bauteile etwa in der Automobil- oder Luftfahrtindustrie bei.

Schon seit etlichen Jahren führt das Institut für Werkstofftechnik/Metallische Werkstoffe im Rahmen des Zentrums für Randschichtanalyse und -technik (ZerTech) Analysen für Projektpartner aus der weltweiten Industrie durch. Das umfasst die Analyse aller metallischen und vieler anderer kristalliner Werkstoffe mit verschiedenen Methoden.


Laborleiter Dr. Wolfgang Zinn spannt eine Probe in ein Röntgendiffraktome-ter, um die Eigenspannungen im Metall zu messen.

Foto: Uni Kassel

Deutschlandweit ist das Prüflabor damit das drittgrößte seiner Art. Seit Juli 2017 ist das ZerTech nun von der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH als Prüflabor für Eigenspannungs-Analysen akkreditiert. Das ist für viele Industrieunternehmen eine Voraussetzung für gemeinsame Projekte in Forschung und Entwicklung.

Eigenspannungen sind innere Spannungen in Werkstoffen. Sie treten als Folge der Herstellung auf, ohne dass äußere Beanspruchungen wirken, etwa wenn sich die Oberfläche eines Werkstücks schneller abkühlt als der Kern.

Für das Auge sind sie unsichtbar, sie können aber die Beständigkeit eines Bauteils beeinflussen. Eigenspannungs-Analysen sind daher ein wichtiger Schritt in der Entwicklung sicherer Bauteile und tragen dazu bei, Unfälle zu verhindern.

„Beim Thema Eigenspannungen gilt wie in vielen Bereichen des Lebens: kleine Ursache, große Wirkung“, beschreibt es Dr. Wolfgang Zinn, Leiter des ZerTech. Bereits kleine Fehler oder Anpassungen im Herstellungsprozess von Bauteilen können zu maßgeblichen Änderungen im Eigenspannungszustand führen und so letztlich verheerende Auswirkungen auf die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Maschinen haben, etwa wenn ein Zahnrad plötzlich versagt.

In den Laboren des Instituts für Werkstofftechnik wird zu Ursachen und Wirkungen von Eigenspannungen geforscht. Um sie – als Voraussetzung – sicher messen zu können, wurden in den vergangenen Jahren zusammen mit Forschungspartnern neue Methoden und Auswerteroutinen zur Eigenspannungs-Analyse entwickelt, die beispielsweise Röntgenstrahlung nutzen. Auch aus Prüfaufträgen aus der Industrie werden immer wieder neue wissenschaftliche Fragestellungen abgeleitet.

Kontakt:

Dr. Wolfgang Zinn
Universität Kassel
Zentrum für Randschichtanalytik und -technologie (ZerTech)
Tel.: 0561 804 2419
E-Mail: zinn@uni-kassel.de

Dr. Klaus Timmermann
Universität Kassel
Zentrum für Randschichtanalytik und -technologie (ZerTech)
Tel.: 0561 804 3659
E-Mail: timmermann@uni-kassel.de

Weitere Informationen:

http://www.uni-kassel.de

Sebastian Mense | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Internationales Kooperationsprojekt additive Fertigung
04.10.2017 | BIAS - Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH

nachricht Der Blick ins Bassetthorn
02.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zentrale Komponenten für Technologie-Lösungen der Zukunft

Von heterointegrierten Chips bis zu digitalen Leistungsverstärkern: Das Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) demonstriert auf der „Productronica“ seine Leistungsfähigkeit bei III/V-Elektronikkomponenten, die unter anderem für den künftigen Mobilfunkstandard 5G und für industrielle und biomedizinische Anwendungen benötigt werden.

Eine Auswahl aktueller Weiter- und Neuentwicklungen seiner Leistungsverstärker, Schaltungen und heterointegrierten Chips stellt das Ferdinand-Braun-Institut,...

Im Focus: New nanomaterial can extract hydrogen fuel from seawater

Hybrid material converts more sunlight and can weather seawater's harsh conditions

It's possible to produce hydrogen to power fuel cells by extracting the gas from seawater, but the electricity required to do it makes the process costly. UCF...

Im Focus: Innovationen aus der Robotikforschung – FZI auf der Motek

Kollaborativer Mensch-Roboter-Arbeitsplatz / CAD-2-PATH-Anwendung zur einfachen Roboterprogrammierung im industriellen Kontext / Auftragsforschung für Industrie und Wirtschaft

Ein Arbeitsplatz, an dem Roboter und Mensch effektiv zusammenarbeiten und eine webbasierte CAD-2-PATH-Anwendung, die komplexe Roboterpfade durch das intuitive...

Im Focus: Quantensimulator: erster funktionierender Baustein

Wirbelstürme, Verkehrsstaus, die demographische Entwicklung; will man die Wirkung solcher Ereignisse vorhersagen, leisten Computersimulationen wichtige Dienste. Viele Prozesse in der Natur sind allerdings so kompliziert, dass herkömmliche Computer bei der Berechnung versagen. Hier setzen Forscher große Hoffnungen in Quantensimulatoren. Eines der grundlegendsten Naturphänomene ist die Wechselwirkung zwischen Licht und Materie bei der Fotosynthese. Physiker am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben nun einen großen Schritt zum quantenmechanischen Verständnis des Pflanzenstoffwechsels getan. Das berichten sie im Journal Nature Communications.

„Ein Quantensimulator ist eine Vorstufe des Quantencomputers. Im Gegensatz zu diesem ist er nicht in der Lage, beliebige Berechnungen durchzuführen, sondern...

Im Focus: Zukunft der Speichertechnik - Neue Methode zur Erzeugung magnetischer Wirbel

Magnetische Wirbel, sogenannte Skyrmionen, gelten als Hoffnungsträger einer effizienteren Speichertechnik und werden intensiv erforscht. Wissenschaftler haben jetzt eine Methode zum Erzeugen von Skyrmionen gefunden, die sich direkt im Speicherchip integrieren lässt und bis in den Gigahertz-Bereich zuverlässig funktioniert. Beteiligt waren das Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI), das Massachusetts Institute of Technology (MIT) sowie weitere deutsche Forschungseinrichtungen. Die Forschungsergebnisse sind in „Nature Nanotechnology“ erschienen.

Die Wissenschaftler haben Skyrmionen erzeugt, indem sie Sandwich-Strukturen aus Platin, einer magnetischen Legierung bestehend aus Kobalt, Eisen und Bor sowie...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Zwischen Hypes, Nachhaltigkeit und Billigproduktion: Was bestimmt den Wert von Modeprodukten?

05.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit Entwicklung von Produkten in der Industrie 4.0

05.10.2017 | Veranstaltungen

Eine Zukunftstechnologie macht „Quantensprünge“ - IQST-Day an der Universität Ulm

04.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Molekül-Schere funktioniert auch in abgespeckter Form

05.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zwischen Hypes, Nachhaltigkeit und Billigproduktion: Was bestimmt den Wert von Modeprodukten?

05.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Normgerecht im Flugzeugbau: Systematisch zur Zertifizierung nach EN 9100

05.10.2017 | Maschinenbau