Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Forschungsprojekt an der Hochschule Lausitz: Simpurem – Reines Silicium für die Photovoltaik

03.08.2010
Ein neues Forschungsprojekt bearbeitet an der Hochschule Lausitz in Senftenberg die von Prof. Dr. Jörg Acker geleitete Forschungsgruppe Siliciumchemie des Fachbereiches Bio-, Chemie- und Verfahrenstechnik.

Das Projekt Simpurem – Reines Silicium für die Photovoltaik wird im Rahmen des 5. Energieforschungsprogramms im Bereich Erneuerbare Energien des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit mit einer Summe von 270.000 € über eine Laufzeit von 27 Monaten finanziert. Dieses Programm fördert Forschungsvorhaben von Hochschulen, die in Kooperation mit einem Industriepartner anwendungsorientierte Forschung betreiben.

Die Forscher an der Hochschule Lausitz stellen sich der Herausforderung, die Kosten für die Herstellung von Solarsilicium weiter zu senken, indem sie preiswerte Alternativen für geeignetes Material entwickeln und zur technischen Umsetzung vorbereiten.

Mit dem neuen Projekt Simpurem – Reines Silicium für die Photovoltaik wird die bestehende Forschungsgruppe Siliciumchemie von Prof. Dr. Jörg Acker um einen Wissenschaftler und einen technischen Mitarbeiter verstärkt. Im Rahmen des Forschungsprojektes wird zudem an der Hochschule Lausitz ein leistungsfähiges Analysenverfahren etabliert, welches auch in der Ausbildung von Studierenden höherer Semester zum Einsatz kommen wird. Durch das Projekt Simpurem wird eine langjährige und sehr erfolgreiche Kooperation der Arbeitsgruppe Siliciumchemie an der Hochschule Lausitz mit einem mittelständischen Unternehmen der Solarindustrie aus der Region und dem Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW) fortgeführt.

Die Forschungsgruppe Siliciumchemie an der Hochschule Lausitz bearbeitet unter anderem bereits das Projekt ProSol – Prozesskontrolle für die Solarzellenfertigung mit dem Ziel, ein Verfahren zur kontinuierlichen Kontrolle und gezielten Beeinflussung des Ätzens von Siliciumwafern zu entwickeln. Neben dem Projekt COLBAMA - Collagenbasierte dreidimensionale Membranen für gerichtetes Zellwachstum von Prof. Dr. Katrin Salchert ist das Projekt Prosol von Prof. Dr. Jörg Acker eines von zweien, die der Fachbereich Bio-, Chemie- und Verfahrenstechnik der Hochschule Lausitz im Rahmen des Förderprogramms „IngenieurNachwuchs 2010“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung einwerben konnte. Deutschlandweit wurden nur 20 Projekte bewilligt.

„Innerhalb der letzten vier Jahre ist es uns gelungen, die Forschung zur Siliciumchemie und zur Photovoltaik als eine feste Größe an der Hochschule Lausitz zu etablieren und uns als Partner in einem Netzwerk von Unternehmen der Solarbranche, Universitäten und Forschungsinstituten zu positionieren. Durch die Bewilligung der beiden Projekte ProSol und Simpurem sind wir nun in der Lage, unsere Forschungsthemen fortzuführen und unsere Kapazitäten weiter auszubauen. Davon wird auch die Ausbildung unserer Studierenden profitieren.“ erklärt Professor Acker.

Ziel des 5. Energieforschungsprogramms im Bereich Erneuerbare Energien, in dessen Rahmen das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit auch das Forschungsprojekt Simpurem an der Hochschule Lausitz fördert, ist die weitere Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit alternativer Energien gegenüber der konventionellen Energieerzeugung. Durch die aktuell im deutschen Bundestag verabschiedete Kürzung der Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen wird es für die Photovoltaik-Industrie immer wichtiger, alle Prozessschritte sowie die eingesetzten Materialien und Verbrauchsmittel hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit zu optimieren, um die Produktionskosten senken zu können und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik-Industrie in Deutschland zu erhalten. Solarmodule, die auf Silicium-Technologie basieren, sind gegenüber Dünnschichtmodulen seit langem mit stabilem Prozentsatz der Marktführer. Für Dachanlagen werden fast ausschließlich Module auf Siliciumbasis verwendet, die im Vergleich zu Dünnschichtmodulen einen höheren Wirkungsgrad besitzen. Daher herrscht ein ständiger Bedarf an Solarsilicium, der beispielsweise im Jahr 2009 etwa 71000 t betrug.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Jörg Acker
Hochschule Lausitz (FH)
Fachbereich Bio-, Chemie- und Verfahrenstechnik
Tel.: 03573 85-839 (826)

Ralf-Peter Witzmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-lausitz.de/groups/silicium.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Studie InLight: Einblicke in chemische Prozesse mit Licht
22.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Eigenschaften von Magnetmaterialien gezielt ändern
16.11.2016 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten