Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Forschungsverbund gestartet: Magnesium-Implantate sollen bei Knochenbrüchen helfen

17.07.2012
Gemeinsam mit den Universitätskliniken in Hamburg, Hannover und Graz sowie weiteren Partnern wird das Helmholtz-Zentrum Geesthacht ein Virtuelles Institut mit dem Schwerpunkt abbaubare Magnesium-Implantate aufbauen. Ein Ziel des von Geesthacht aus koordinierten Forschungsverbundes ist es, erste Prototypen von orthopädischen Implantaten zu entwickeln.

Die Helmholtz-Gemeinschaft fördert seitdem 1. Juli 2012 ein neues Helmholtz Virtuelles Institut, das in enger Kooperation des Helmholtz-Zentrums Geesthacht mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Laura-Bassi Exzellenzzentrum der Universität Graz (Österreich) entsteht.

Unter der Federführung von Prof. Dr. Regine Willumeit, Abteilungsleiterin im Institut für Werkstoffforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht, werden die Wissenschaftler in den kommenden fünf Jahren abbaubare Magnesium-Implantate anfertigen und im Organismus untersuchen. Diese Untersuchungen, Wissenschaftler sprechen von in vivo Studien, werden durch die Partnerkliniken in Hamburg, Hannover und Graz durchgeführt.

Das Virtuelle Institut „In vivo studies of biodegradable magensium based implant materials“- MetBioMat - wird aluminiumfreie, bioabbaubare Magnesiumlegierungen entwickeln, die als orthopädische Implantate unter anderem auch bei Kindern eingesetzt werden sollen. Der Vorteil: Die eingesetzten Implantate lösen sich im Körper verträglich auf, eine zweite Operation zur Entfernung der eingesetzten Magnesiumbiomaterialien wird vermieden.

„Unser Zentrum ist weltweit führend im Bereich der Implantatmaterialentwicklung auf Magnesiumbasis“, so Koordinatorin Prof. Willumeit. „Wir suchen nun nach Faktoren, welche die Auflösung der Implantate im Hinblick auf eine bestimmte Anwendung im Körper kontrollierbar machen.“ Zahlreiche Wechselwirkungen beeinflussen das Abbauverhalten des Materials. Beim Auflösen der Magnesiumimplantate sind die chemischen und biologischen Abläufe von den Wissenschaftlern bereits zum Teil verstanden und können im Laborversuch näherungsweise getestet werden. Dabei gilt generell: Magnesium verhält sich im Laborversuch anders als im Organismus. Die jetzt entwickelten Materialien sollen im nächsten Schritt in Tierstudien untersucht werden, damit tatsächlich zukünftig die Implantate im Körper eines Menschen eingesetzt werden können.

Für Prof. Dr. Regine Willumeit ist der neue Forschungsverbund MetBioMat ein wichtiger Bestandteil einer weit größeren Vision: „Die einzigartige Kombination der Partner: Drei führende Kliniken, mehrere Institute von Universitäten in Hamburg, Kiel und Hannover, sowie zwei norddeutschen Firmen, wird es dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht und der Region ermöglichen, ihre Vorreiterrolle im Bereich bioabbaubarer Magnesiumlegierungen auszubauen. MetBioMat wird damit zur Keimzelle für ein zukünftiges Translationszentrum Metallische Biomaterialien.“

Informationen zu den Helmholtz Virtuellen Instituten
Helmholtz Virtuelle Institute verfügen über eine eigene Führungs- und Managementstruktur und erarbeiten besondere Konzepte zur Qualifizierung ihrer wissenschaftlichen Nachwuchskräfte. Sie werden über drei bis fünf Jahre mit maximal 600.000 Euro jährlich aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert. Im Rahmen der diesjährigen Ausschreibungsrunde wurden 37 Anträge gestellt. Davon wurden jetzt zehn Anträge positiv bewertet. Das Fördervolumen der Ausschreibung wird sich auf insgesamt bis zu 30 Millionen Euro belaufen. Im Rahmen der bisherigen fünf Ausschreibungsrunden wurden bzw. werden mit insgesamt fast 100 Millionen Euro 99 Virtuelle Institute gefördert, an denen 326 Hochschulpartner von 61 verschiedenen deutschen Hochschulen beteiligt sind. Davon flossen bzw. fließen rund 56 Millionen Euro an die Hochschulen.

Dr. Torsten Fischer | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.hzg.de/public_relations/press_releases/033048/index_0033048.html.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Kunststoffstrang statt gefräster Facette: neue Methode zur Verbindung von Brillenglas und -fassung
28.04.2017 | Technische Hochschule Köln

nachricht Beton - gebaut für die Ewigkeit? Ressourceneinsparung mit Reyclingbeton
19.04.2017 | Hochschule Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie