Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Nachwuchsgruppe am IFW Dresden erforscht Materialien für die Spintronik

15.10.2010
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Dr. Sabine Wurmehl in ihr renommiertes Emmy-Noether-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses aufgenommen.

Das Projekt ermöglicht es Frau Dr. Wurmehl, für bis zu fünf Jahre eine von der DFG geförderte, unabhängige Forschergruppe mit drei Doktoranden am Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW) zu führen. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt in Materialien für die Spintronik.

Während herkömmliche Elektronik auf der Ladung der Elektronen beruht, wird in der Spintronik die Stellung der Elektronen-Spins als zusätzliche Eigenschaft zum Schalten und Speichern benutzt. Interessante Materialien für die Spintronik gehören zur Klasse der sogenannten Heusler Verbindungen. Das sind Verbindungen aus drei Elementen, die häufig halbleitend oder magnetisch sind.

Schon um 1900 wurde diese Verbindungsklasse von Fritz Heusler entdeckt. Das Besondere an der ersten entdeckten Heusler Verbindung, dem Cu2MnAl war, dass sie magnetisch ist, obwohl sie aus den nichtmagnetischen Elementen Kupfer, Mangan und Aluminium besteht. In jüngster Zeit rücken Heusler Verbindungen verstärkt in Fokus der Materialforscher, da sie elektronische und magnetische Eigenschaften haben, die für Anwendungen der Thermoeletrik und Spintronik interessant sind. Für die Spintronik steht die hohe Spinpolarisation einiger Heusler Verbindungen im Vordergrund.

Ziel des Emmy Noether Projektes ist es, durch genaue Untersuchungen der Struktur-Eigenschaftsbeziehungen diese interessante Materialklasse der Heusler-Verbindungen besser zu verstehen und für Anwendungen in der Spintronik weiter voranzubringen zu bringen. Ein Schlüssel zum erfolgreichen Design solcher Verbindungen ist die genaue Kontrolle der Beziehung zwischen der Struktur und den magnetischen Eigenschaften. Grundlage dafür ist die Züchtung von qualitativ hochwertigen Einkristallen, die als Modelsysteme für diese Verbindungen dienen können. Die Strukturaufklärung soll durch Messung der kernmagnetischen Resonanz erfolgen. Außerdem werden die magnetischen und thermodynamischen Eigenschaften untersucht. Mit diesen drei Säulen sollen die spinpolarisierten Verbindungen schrittweise optimiert und zur Anwendungsreife gebracht werden.

Frau Dr. Sabine Wurmehl ist promovierte Chemikerin und beschäftigt sich seit ihrer Diplomarbeit mit den Heusler Verbindungen. Nach ihrer Promotion an der Universität Mainz war sie für 2 Jahre an der TU Eindhoven in den Niederlanden tätig. Am IFW Dresden findet sie optimale Voraussetzungen für ihre Forschergruppe: von der theoretischen Expertise über die Herstellung von Einkristallen bis hin zu deren Untersuchung mit verschiedenen physikalischen Verfahren. Die neueingerichtete Forschergruppe ist bereits die dritte, die im Rahmen des prestigeträchtigen Emmy Noether-Programms der DFG am IFW Dresen gefördert wird.

Kontakt:
Dr. Sabine Wurmehl
s.wurmehl@ifw-dresden.de
Tel. (0351) 46 59 519
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Dr. Carola Langer
c.langer@ifw-dresden.de
Tel. (0351) 46 59 234

Dr. Carola Langer | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifw-dresden.de/institutes/iff/org/members/sw6

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter
23.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Materialwissenschaft: Widerstand wächst auch im Vakuum
22.06.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie

Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation

26.06.2017 | Medizin Gesundheit

Einblick ins geschlossene Enzym

26.06.2017 | Biowissenschaften Chemie