Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Materialien für die Energiewende

30.08.2012
Bundesforschungsministerium fördert mit 6,5 Mio. Euro die Jülicher Batterie- und Energieforschung

Bis in den atomaren Bereich wollen Jülicher Forscher die Materialien von Solarzellen und Batteriesystemen untersuchen sowie Prozesse an deren Oberflächen verstehen.

Ihr Ziel ist es, die Herstellung und die Effizienz von Photovoltaikanlagen zu verbessern und die Lebensdauer und die Leistungsdichte von Batterien zu erhöhen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt dieses Vorhaben mit 6,5 Millionen Euro aus dem 6. Energieforschungsprogramm.

Den Zuwendungsbescheid dafür überreichte Thomas Rachel MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), heute an Prof. Lorenz Singheiser, Direktor des Jülicher Instituts für Energie- und Klimaforschung (IEK-2).

"Wir entwickeln Hochleistungswerkstoffe für effiziente Energiewandlung- und -speicherung", bringt Singheiser die Arbeiten seines Institutsbereichs und des gesamten IEK auf den Punkt. Mit der Förderung des BMBF werden nun vier neue Charakterisierungsmethoden etabliert. Sie ermöglichen Untersuchungen des strukturellen Aufbaus, aber auch der chemischen Zusammensetzung von Materialien und Oberflächen bis in den atomaren Bereich.

Singheiser: "Die neuen Geräte werden unser Verständnis der Vorgänge in Batterie- und Photovoltaik-Systemen deutlich verbessern - sowohl bei der Entwicklung neuer Materialien und der Fertigung der Bauteile als auch im Betrieb. Das wird dazu beitragen, zielgerichtet Funktion und Effektivität von Energiewandlern und Speichermedien zu optimieren, um beispielsweise deren Alterung zuverlässig vorherzusagen und zu verlangsamen."

"Die Entwicklung und Charakterisierung neuer Materialien und Werkstoffe sind wesentliche Elemente der Jülicher Energieforschung. Solche neuen Materialien machen bestehende Technologien zu regenerativen Energien und Speichern effizienter und kostengünstiger. Jülicher Forscher helfen so mit dem Einsatz modernster Analyseinstrumente die Energiewende umzusetzen und dabei am Ende für den Verbraucher bezahlbar zu machen", sagt Prof. Harald Bolt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich.

Angeschafft werden unter anderem ein hoch auflösendes analytisches Transmissionselektronenmikroskop (TEM), das erstmals erlaubt, molekulare Strukturen für chemische Analysen aufzulösen; ein 3D-Gerät zur Analyse der chemischen Zusammensetzungen äußerer und innerer Grenzflächen; ein Instrument, mit dem Oberflächen- und Grenzflächenreaktionen bei Normaldruck untersucht werden können sowie ein Photoelektronenspektroskop zur Charakterisierung der elektronischen Struktur von Feststoffen.

Diese Geräte werden zukünftig in verschiedenen Instituten des Forschungszentrums betrieben und sollen im Rahmen interner Forschungsprojekte sowie Forschungskooperationen mit Universitäten und Unternehmen der Energietechnik eingesetzt werden.

"Bis zum Jahr 2050 sollen die Erneuerbaren Energien einen Anteil von 80 Prozent an der Stromgewinnung haben. Ich bin mir sicher, dass die Materialforschung mittel- bis langfristig die erforderlichen Innovationen für neuartige Technologien zur Energieumwandlung und Energiespeicherung liefern wird. Das BMBF investiert heute 6,5 Mio. Euro in die dafür notwendige Forschungsinfrastruktur. Dies stärkt auch das Profil des Forschungszentrums Jülich als eine herausragende Energieforschungseinrichtung in Europa", sagt Thomas Rachel MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung.

Ansprechpartner:
Prof. Lorenz Singheiser
Institut für Energie- und Klimaforschung
Tel.: 02461 61-5565
Pressekontakt:
Annette Stettien
Unternehmenskommunikation
Tel.: 02461 61-2388

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum
07.12.2016 | Technische Universität Graz

nachricht Bioabbaubare Polymer-Beschichtung für Implantate
06.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Closing the carbon loop

08.12.2016 | Life Sciences

Applicability of dynamic facilitation theory to binary hard disk systems

08.12.2016 | Physics and Astronomy

Scientists track chemical and structural evolution of catalytic nanoparticles in 3-D

08.12.2016 | Materials Sciences