Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue DFG-Forschergruppe der Universitäten Rostock, Hannover und Dortmund

01.09.2008
Forschergruppe optimiert das Strangpressen von Aluminium

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat die Einrichtung der ortsverteilten Forschergruppe 922 "Entwicklung eines prozessbegleitenden Werkstoffmodells für eine durchgängige Prozesskette beim Leichtmetall-Strangpressen" an der Universität Rostock, der Leibniz Universität Hannover und der Universität Dortmund beschlossen.

Der Lehrstuhl für Werkstofftechnik der Universität Rostock untersucht im Rahmen der Forschergruppe die Wärmebehandlung stranggepresster Aluminiumprofile.

Aluminium-Strangpressen.

Der weltweite Verbrauch von Aluminium ist in der Zeit von 2002 bis heute um über 30% gestiegen. Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr von 73.000 Beschäftigten dieser Branche 1.366.000 Tonnen Aluminium erzeugt. Hiervon wird mehr als 1/3 mittels Strangpressen zu Rohren, Stangen und vor allem zu Profilen weiterverarbeitet. Letztere kommen neben der Baubranche in erster Linie im Bereich des modernen Leichtbaus zur Anwendung. So wird z. B. beim Airbus A 380 die Steifigkeit des Rumpfes durch stranggepresste Stringer aus hochfesten stranggepressten Legierungen der AlZnMg-Gruppe sichergestellt.

Trotz der weiten Verbreitung des Strangpressprozesses und seiner großen wirtschaftlichen Bedeutung existiert bis dato kein numerisches Modell, das die gesamte Prozesskette von der Werkzeugauslegung über die Pressparameter und die Wärmebehandlung beschreiben kann. Die Abbildung der einzelnen Prozessschritte, insbesondere ihre Verknüpfung in einer durchgängigen Simulation, ermöglicht eine Vorhersage verschiedener Materialeigenschaften. Allerdings ist dazu ein besonderes Grundlagenverständnis der Prozesse erforderlich.

Ziel der Forschergruppe
In Zusammenarbeit sollen die Wissenschaftler eine Methodik entwickeln, die die gesamte Prozesskette abzubilden vermag. Ausgehend von der Geometrie des Profils und den gewünschten mechanischen Eigenschaften gilt es, die benötigten Parameter für die Werkzeuggeometrie, die Pressparameter und die Wärmebehandlung festzulegen. Gleichzeitig sollen auf Basis dieser Daten mit Hilfe von Simulationsrechnungen das sich einstellende Gefüge, die mechanischen Eigenschaften und der zu erwartende Verzug der Profile vorhergesagt werden. Hierzu werden alle Schritte der Prozesskette rechnerisch beschrieben und exemplarisch auf kleinen Industrieanlagen untersucht. Dies wird sowohl für das direkte als auch das indirekte Strangpressen analysiert. Dabei kommen AlMgSi- und AlZnMg-Knetlegierung sowie unterschiedliche Wärmebehandlungsarten zum Einsatz.

Die Forschergruppe ist in fünf Projektteams unterteilt, deren Leitung junge Wissenschaftler übernommen haben. An der Universität Rostock leitet Prof. Dr.-Ing. habil. Olaf Keßler ein Projekt zur Wärmebehandlung stranggepresster Aluminiumprofile. Die fünf Teams ergänzen sich ebenso wie die vier teilnehmenden Institute ideal in ihrer fachlichen Ausrichtung. Zudem wird die Forschergruppe von Beginn an aktiv von Industriepartnern unterstützt.
Universität Rostock
Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik
Lehrstuhl für Werkstofftechnik
Prof. Dr.-Ing. habil. O. Keßler
Albert-Einstein-Str. 2, 18059 Rostock
Tel.: 0381 / 498 9470, Fax: 0381 / 498 9472
E-Mail: olaf.kessler@uni-rostock.de
Homepage: www.fms.uni-rostock.de/wt
Leibniz Universität Hannover
Institut für Werkstoffkunde
Dr.-Ing. M. Schaper (Sprecher der Forschergruppe)
Dr.-Ing. D. Bormann
Dr. rer. nat. R. Springer
Leibniz Universität Hannover
Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen
Dr.-Ing. M. Kammler
Universität Dortmund
Institut für Umformtechnik und Leichtbau
Dr.-Ing. A. Brosius
Dr.-Ing. M. Schikorra

Ingrid Rieck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de
http://www.for922-strangpressen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Europäisches Exzellenzzentrum für Glasforschung
17.03.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Vollautomatisierte Herstellung von CAD/CAM-Blöcken für kostengünstigen, hochwertigen Zahnersatz
16.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie