Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuartiger Werkstoff: Organofolie für die Automobilindustrie

20.07.2009
Faserinstitut Bremen an der Uni Bremen entwickelt neuen Kunststoff / Im Innovations-Wettbewerb unter den TOP 30

Einen wahren Boom erlebte der diesjährige Innovations-Wettbewerb "Network of Automotive Excellence" (NoAE), der neue leistungsfähige Ideen für die Automobilbranche sucht.

Von den über 380 eingereichten Vorschlägen konnte sich das Faserinstitut Bremen e.V unter den 30 besten Plätzen behaupten. Beworben hat sich das Bremer Institut mit einer CFK-Neuheit: Der Organofolie.

Dabei handelt es sich um einen neuartigen Werkstoff, welcher in Kooperation mit dem Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik der TU Clausthal entwickelten Verfahren zur Verwertung von Gewebeverschnittresten von Kohlenstofffasern aus der Faserverbundwerkstoffverarbeitung hergestellt wird. Die Auswahl der Jury wurde auf dem Würzburger Automobilgipfel am 10. Juli bekanntgegeben. Henrik Dommes vom Faserinstitut Bremen rechnet sich dabei gute Chancen für die Zukunft aus: "Mit der Organofolie wird es künftig möglich sein, Massenartikel kostengünstig aus Faserverbundkunststoffen zu fertigen. Das geringe Gewicht aber auch die Faserorientierung ermöglichen belastungsgerechte Leichtbauanwendungen, die Energie, Kosten und CO2-Emmisionen einsparen." Das An-Institut der Uni Bremen ist in einer Vielzahl von Projekten mit Partnern aus Industrie erfolgreich und in der Forschung und Lehre an der Universität Bremen tätig.

Der geringere Preis und die bessere Verarbeitbarkeit eröffnen neue Marktchancen für faserverstärkte Kunststoffe. "Dies wird langfristig sicherlich dazu führen, dass Metallbauteile von diesen Kunststoffen ersetzt werden", so Dommes. Ebenso führt das Werkstoffrecycling zu einer größeren Akzeptanz von faserverstärkten Kunststoffen beim Verbraucher. Bauteile aus der Organofolie sind bei einem hohen Automationsgrad und kurzen Zykluszeiten produzierbar. Hergestellt werden sie in einem ausgeklügelten Verfahren aus Verschnittresten, die in eine Polymerfolie eingebettet werden. Das Produkt hat sehr hochwertige Eigenschaften, ähnliche denen der bekannten Organobleche, ist aber durch die Verwendung von Abfällen deutlich preiswerter. Durch Zuschneiden, Übereinanderlegen und anschließender Konsolidierung der Organofolien wird ein Paket mit einem berechneten Lagenaufbau auf eine gewünschte Dicke gebracht. Dieses Folienlaminat wird anschließend in einer Thermopresse oder Tiefziehanlage zu einem hochwertigen Bauteil mit definierter Faserorientierung in jeder Folienlage umgeformt.

Das Faserinstitut Bremen
Das Faserinstitut Bremen hat sich in seiner über 50-jährigen Geschichte von einem Prüflabor für Baumwolle zu einem erfolgreichen Forschungsinstitut für Fasern, Textilien und moderne Faserverbundwerkstoffe entwickelt. Meilensteine sind die Kooperation mit der Universität 1989, mit der die zukunftsweisende wissenschaftliche Ausrichtung gelegt wurde, und die Schaffung der neuen Kompetenzfelder "Faserverbund-, Struktur- und Verfahrensentwicklung" und "Faserentwicklung". Dadurch gelingt es dem Institut die Prozesskette von der Fasergewinnung bis zur Fertigung von Hochleistungs-Faserverbundbauteilen wie z. B. der Automobil- und Flugzeugindustrie abzudecken.
Zum "Network of Automotive Excellence" (NoAE)
Das NoAE (www.noae.com) ist eine firmenübergreifende Initiative mit dem Ziel, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft der europäischen Automobil- und Zulieferindustrie zu stärken. Das NoAE ist in Projektinitiativen organisiert und wurde 2002 von bekannten Persönlichkeiten der Automotive-Branche und unter Mitwirkung der Europäischen Kommission gegründet.

Achtung Redaktionen: In der Uni-Pressestelle können Sie eine schematische Darstellung des Organofolienverfahrens unter Telefon: 0421 218-60150 oder E-Mail: presse@uni-bremen.de anfordern.

Weitere Informationen:
Faserinstitut Bremen e.V.
Dipl.-Ing. Henrik Dommes
Tel.: 0421 / 218 - 9338
E-Mail: dommes@faserinstitut.de

Angelika Rockel | idw
Weitere Informationen:
http://www.faserinstitut.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Advanced Materials: Glas wie Kunststoff bearbeiten
18.05.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Stärkstes Biomaterial der Welt schlägt Stahl und Spinnenseide
17.05.2018 | Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics