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Nanotechnik schützt vor Malaria-Infektion

14.05.2012
Neues Textil integriert Insektenschutzmittel direkt in die Fasern

Der kenianische Forscher Ochanda arbeitet an der Cornell University an der Bekämpfung des Malaria-Problems auf dem afrikanischen Kontinent. Er hat ein Textil entwickelt, in das ein Insektenschutzmittel auf Nano-Ebene eingearbeitet ist.

Die Erfindung soll eine langlebige Alternative zu den üblicherweise eingesetzten Moskitonetzen bieten. Barbara Busch, Leiterin der Afrikaprogramme des Österreichischen Roten Kreuzes http://roteskreuz.at , begrüßt die Innovation im pressetext-Interview und ortet einen Mangel an Information bei der Bevölkerung der von Malaria betroffenen Länder.

Stoff soll nachtsensibel werden

Zur Demonstration der Praxistauglichkeit hat die gambische Modeschöpferin Matilda Ceesay ein Outfit mit dem von Ochanda entwickelten Stoff kreiert, das nun beim Cornell Fashion Collective http://cornellfashioncollective.com präsentiert wurde. Das Kleidungsset für Damen besteht aus einem Mantel mit schleierartigem Überwurf sowie einem darunterliegenden "Body Suit". Es ist in Violett-, Gold- und Blautönen gehalten und gehört zur sechsteiligen Kollektion der Künstlerin.

Ochandas Erfindung beruht auf einer Struktur, die teils aus organischen und teils aus metallischen Molekülen besteht. In dieses Gitter ist das Schutzmittel direkt eingearbeitet. Dies soll eine wesentlich längere Schutzwirkung gewährleisten als herkömmliche Netze, deren Abwehreffizienz nach Angaben der Wissenschaftler nach sechs Monaten deutlich nachlässt. Zudem soll bis zu drei Mal mehr an Schutzmittel aufgebracht werden können.

Das Material soll nun weiterentwickelt werden und zukünftig auf Licht- oder Temperaturschwankungen reagieren können. Auf diese Weise könnten etwa Bettbezüge hergestellt werden, die ihren Wirkstoff in der Nacht freisetzen, wenn die Stechmücken besonders aktiv sind.

Bevölkerung oft schlecht informiert

"Jährlich infizieren sich 300 bis 500 Mio. Menschen mit Malaria, 90 Prozent davon in Afrika", schildert Busch gegenüber pressetext. "Manche Länder, wie etwa Kenia oder Nigeria sind aus klimatischen Gründen besonders betroffen." Die Zahl der Toten beläuft sich pro Jahr auf 800.000. Potenziell infektionsgefährdet sind laut Auskunft von Ärzte ohne Grenzen weltweit 3,3 Mrd. Menschen, 1,2 Mrd. leben in Gebieten mit hoher Ansteckungsgefahr.

Da Moskitonetze das gängigste Schutzmittel darstellen, begrüßt die Expertin eine Weiterentwicklung des Materials. Eine große Schwierigkeit im Kampf gegen die Krankheit ist jedoch der vielerorts vorherrschende Mangel an genauer Information. "Malaria hat vielerorts den Stellenwert wie einer Erkältung bei uns, weil es so häufig auftritt", schildert Busch, die im Rahmen ihrer Tätigkeit bereits mehrere Jahre auf dem afrikanischen Kontinent unterwegs war. "Man kann in vielen Ländern Malaria-Tests auf dem Markt kaufen." Oft fehlt es am Problembewusstsein, weswegen viele Haushalte keine Präventionsmaßnahmen ergreifen.

Kinder besonders gefährdet

Auch Armut spielt eine Rolle, da Familien im Zweifelsfalle zwischen der Anschaffung eines Moskitonetzes oder dem Kauf von Nahrung entscheiden müssen. Bei einer Infektion ist zudem eine schnelle Behandlung wichtig. Die medizinische Infrastruktur ist jedoch von Region zu Region unterschiedlich gut entwickelt. Wird Malaria nicht erkannt oder bleibt unbehandelt, besteht das Risiko, dass es zu einer schweren Verlaufsform kommt, die laut Busch besonders für Kinder unter fünf Jahren eine große Gefahr darstellt.

Georg Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.cornell.edu

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