Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Bio im Kunststoff

26.03.2013
Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz ist beteiligt an Kompetenznetzwerk zur Verarbeitung von biobasierten Kunststoffen

Die Kunststoffverpackung besteht aus Stärke, die aus Mais gewonnen wurde; im Plastikspielzeug steckt aus Holz produzierte Zellulose – was heute noch eher selten ist, soll sich in Zukunft durchsetzen. Für die sogenannten biobasierten Kunststoffe kommen nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz.


Dr. Roman Rinberg von der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung erprobt den Einsatz von biobasierten Kunststoffen an einer Mehrkomponenten-Wendeplattenmaschine. Mit dieser Anlage können bis zu fünf verschiedene Werkstoffe zu einer zusammenhängenden Struktur verarbeitet werden. Die Wissenschaftler der TU Chemnitz bringen unter anderem ihre Erfahrungen bei der Zusammenführung von Werkstoffen in das neue Kompetenznetzwerk ein. Foto: TU Chemnitz/Philip Knauth

Um ihre Nutzung weiter zu verbreiten, fördert die Bundesregierung unterschiedliche Projekte. Im März 2013 gestartet ist ein Kompetenznetzwerk zur Verarbeitung von biobasierten Kunststoffen, an dem unter anderem die Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung (SLK) der Technischen Universität Chemnitz beteiligt ist.

Ziel ist, ein bundesweites Kompetenznetzwerk mit vier regional verteilten Zentren zu errichten. Neben der Professur SLK der TU Chemnitz beteiligen sich das Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe der Hochschule Hannover, SKZ – das Kunststoff-Zentrum sowie das Fraunhofer-Institut für angewandte Polymerforschung in Potsdam. Die Projektpartner erforschen die Verarbeitung von neuen Biokunststoffen. "Neben der Forschung steht aber vor allem der Wissenstransfer in die Industrie im Mittelpunkt", so Prof. Dr. Lothar Kroll, Direktor des Institutes für Strukturleichtbau

Die Chemnitzer Forscher beschäftigen sich innerhalb des Projektes mit mehreren Verfahren der Kunststoff-Verarbeitung: mit dem Spritzgießen und -blasen, der Extrusion und dem Fließpressen. Dabei untersuchen sie beispielsweise, wie sich verschiedene Kunststoffsorten zusammenführen lassen und welche Naturfasern zur Verstärkung geeignet sind. "Auf diesen Gebieten haben wir einschlägige Erfahrungen gesammelt sowie neuartige Technologien entwickelt. Diese werden wir im Rahmen des Kompetenznetzwerkes weiter ausbauen", sagt Dr. Roman Rinberg, der das Projekt an der Professur SLK leitet.

Ein zweiter Schwerpunkt des Projektes liegt auf dem Technologietransfer. Das Wissen aus der Forschung soll gezielt in die Kunststoff verarbeitende Industrie gebracht werden, vor allem in kleine und mittlere Unternehmen. Dazu planen die SLK-Wissenschaftler Infobroschüren und Demonstrationsprojekte, Workshops, Tagungen, Schulungen und den Aufbau regionaler Beratungsstrukturen. Als drittes soll das neue Kompetenznetzwerk eingebunden werden in das Biopolymernetzwerk des Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR). Dieses dient als öffentliche Ansprechstelle für Biokunststoffe. Darüber hinaus wird eine enge Kooperation zwischen dem neuen Kompetenznetzwerk und dem Chemnitzer Bundesexzellenzcluster MERGE angestrebt, um die Synergieeffekte bei der grundlagenorientierten und anwendungsnahen Forschung besser zu nutzen.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz fördert das Projekt mit 4,4 Millionen Euro für drei Jahre. Die Chemnitzer Wissenschaftler erhalten davon mehr als 700.000 Euro. Am Projekt beteiligt sein werden an der TU zunächst drei Wissenschaftler und ein Techniker.

Weitere Informationen erteilt Dr. Roman Rinberg, Telefon 0371 531-32359, E-Mail roman.rinberg@mb.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Quantenanomalien: Das Universum in einem Kristall
21.07.2017 | Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe

nachricht Projekt »ADIR«: Laser bergen wertvolle Werkstoffe
21.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Blattkäfer: Schon winzige Pestizid-Dosis beeinträchtigt Fortpflanzung

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Akute myeloische Leukämie (AML): Neues Medikament steht kurz vor der Zulassung in Europa

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biomarker zeigen Aggressivität des Tumors an

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie