Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mechanisch und optisch einwandfreie Nähte

10.10.2011
Neue Absorbersysteme zur Verbesserung der Nahtqualität beim Laserschweißen technischer Textilien

Im Rahmen des Forschungsprojektes (AiF-Nr. 17031 N) „Absorbersysteme zum Laserschweißen von Textilien“ arbeiten Wissenschaftler der Hohenstein Institute zusammen mit Kollegen des Deutschen Wollforschungsinstituts in Aachen momentan an der Entwicklung neuer Infrarot Absorbersysteme zur mechanischen und optischen Verbesserung von lasergeschweißten Nähten.

Dadurch kann das Laserschweißen von Textilien, eine alternative und zukunftsweisende aber noch junge Fügetechnik, breiter eingesetzt werden. Besonders bei der Produktion von technischen und medizinischen Textilien ist dadurch eine deutliche Qualitätsverbesserung gegenüber herkömmlichen Lösungen zu erwarten.

Das Laserschweißen von Textilien bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber dem traditionellen Nähen mit Nadel und Faden. Es ermöglicht eine Verbesserung der Produktqualität insbesondere bei der Verarbeitung großflächiger technischer Textilien. Die durch das Schweißen hergestellten Nähte sind flach, dehnbar, flexibel, absolut dicht gegenüber Flüssigkeiten und Gasen und überzeugen durch eine hohe Zugfestigkeit. Herkömmliche Nahtfehler werden vermieden und die Qualität des Schweißprozesses lässt sich online automatisch überwachen.

In vielen technischen Anwendungsbereichen wie Medizintextilien, Schutzbekleidung, Textilien für den Fahrzeugbau, Möbelherstellung und Outdoorprodukte werden diese Eigenschaften gefordert und würden die bislang sehr aufwändige Überprüfung der Produktqualität der Fügestellen während und nach den Herstellungsprozessen minimieren.

Eine Herausforderung der noch relativ jungen und wenig verbreiteten Methode, bei der ein Infrarot-Laser zum Einsatz kommt, ist, dass nur wenige Textilien aus thermoplastischem Fasermaterial im Bereich des nahen infraroten Lichtes die Laserstrahlung absorbieren. Das erfordert bei vielen Textilien den Einsatz von Absorbern, die speziell das infrarote Licht absorbieren. Diese Substanzen ihrerseits verursachen jedoch Verfärbungen und farbliche Beeinträchtigungen der Fügestellen. Diese Eigenschaft erschwert die Anwendung des Laserschweißens insbesondere bei hellen und durchsichtigen Textilien.

Im Rahmen des laufenden Forschungsprojekts sollen nun diese neuen Absorbersysteme entwickelt und systematisch untersucht werden.

Die neuen Formulierungen sollen einfach und materialsparend anwendbar, mit dem textilen Material kompatibel sein und die gewünschten Anforderungen möglichst umfassend erfüllen. Es sollen, besonders bei hellen und durchsichtigen Textilien, optisch und mechanisch einwandfreie Fügestellen mit hohen Gebrauchseigenschaften entstehen.

Zusätzlich werden die Einstellungsparameter für das Laserschweißen wie Temperatur, Geschwindigkeit und Druck auf die Absorber angepasst. Das ermöglicht den konfektionierenden Betrieben, den Prozess unmittelbar auf eigene Materialien und die eigene Produktpalette anzuwenden.

Diese neue Fügetechnik eignet sich sowohl für die Einzelfertigung als auch zur Fertigung mit hohem Automatisierungsgrad. Die Minimierung der Prozessschritte und die Erhöhung der Prozessqualität ermöglicht Umsatzsteigerungen der klein- und mittelständischen Unternehmen und verschafft Ihnen Wettbewerbsvorteile gegenüber herkömmlichen textilen Fügetechniken.
Ansprechpartner:
Hohenstein Institute
Dr. Edith Claßen
e.classen@hohenstein.de

Rose-Marie Riedl | idw
Weitere Informationen:
http://www.hohenstein.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Quantenanomalien: Das Universum in einem Kristall
21.07.2017 | Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe

nachricht Projekt »ADIR«: Laser bergen wertvolle Werkstoffe
21.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten