Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Materialforschung für die zukünftige Energieversorgung

22.03.2012
Der Umbau der Energieversorgung erfordert neuartige Materialsysteme, um erneuerbare und konventionelle Energiequellen effizienter und umweltfreundlicher zu nutzen.

Die Helmholtz-Gemeinschaft hat die Materialforschung für die zukünftige Energieversorgung als Portfoliothema identifiziert und fördert dieses Thema von 2012 bis 2016 mit zusätzlichen 21 Mio. Euro. Fünf Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft bringen ihre Expertise zu verschiedenen Aspekten der Materialforschung ein, um Dünnschichtsolarzellen und Hochtemperaturwerkstoffe zu untersuchen und weiter zu entwickeln.

Technische Fortschritte im Energiebereich basieren häufig auf neuen Materialien und Werkstoffen, die höhere Effizienz bei der Energieumwandlung ermöglichen. Die Entwicklung neuartiger Materialien ist deshalb der Schlüssel für Innovationen auf dem Energiesektor und bildet ein Kernelement der Hightech-Strategie der Bundesregierung. „Um den Umbau der Energieversorgung im vorgegebenen Zeitrahmen zu ermöglichen, müssen die Entwicklungszeiten für neue Materialien deutlich verkürzt werden“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft.

Daher hat die Helmholtz-Gemeinschaft beschlossen, die Materialentwicklung für die zukünftige Energieversorgung als Portfoliothema verstärkt zu fördern. Fünf For-schungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, die in der experimentellen Material- und Werkstoffentwicklung aktiv sind, werden ihre Forschung ausbauen und bündeln. Diese Expertise wird von den Partnern aus der Industrie gesucht und international anerkannt, sodass Helmholtz-Zentren nicht nur zahlreiche Kooperationen mit Partnern aus der Wirtschaft eingehen, sondern auch in internationalen Kooperationen häufig eine führende Rolle einnehmen.

„Wir können die Entwicklungszeiten neuer Materialsysteme deutlich verkürzen, wenn es gelingt, die Eigenschaften von Werkstoffen in Abhängigkeit von ihrer Zusammensetzung und der Verarbeitung vorherzusagen und Werkstoffe mit den erforderlichen Eigenschaften maßzuschneidern“, sagt Prof. Dr. Harald Bolt vom Forschungszentrum Jülich, der die Aktivitäten im Portfoliothema koordiniert. Die Forschung und Entwicklung zielt insbesondere auf Innovationen in der Dünnschichtphotovoltaik und auf neue hitzebeständige Werkstoffe ab, die es ermöglichen, fossile und solarthermische Kraftwerke bei höheren Temperaturen zu betreiben, was den Wirkungsgrad erhöht. Dabei werden die elektronischen, mechanischen und thermischen Eigenschaften sowohl theoretisch modelliert, als auch praktisch analysiert und optimiert. Die Ergebnisse aus der Modellierung fließen in die Materialentwicklung ein, umgekehrt aber fließen auch die Untersuchungsergebnisse unter Lastbedingungen in die Modellbildung zurück, so dass deren Vorhersagekraft steigt.

Beteiligte Helmholtz-Zentren:
Forschungszentrum Jülich
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung
Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie
Karlsruher Institut für Technologie
Koordinierender Sprecher: Prof. Dr. Harald Bolt (Forschungszentrum Jülich)
Ansprechpartner für die Medien:
Thomas Gazlig
Leiter Kommunikation und Medien
Büro Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2
10178 Berlin
Tel./Fax: 030 206 329-57/60
presse@helmholtz.de
Dr. Antonia Rötger
Pressereferentin
Tel.: 030 206 329-38
antonia.roetger@helmholtz.de
Zum Hintergrund: Der Portfolioprozess in der Helmholtz-Gemeinschaft
Die Bundesregierung hat den Forschungsorganisationen im Pakt für Forschung und Innovation einen jährli-chen Aufwuchs zugestanden, um Zukunftsthemen aufzugreifen, den Nachwuchs zu fördern und das Wissenschaftssystem in Deutschland noch leistungsfähiger zu machen. Aus einem Teil dieses Aufwuchses fördert die Helmholtz-Gemeinschaft nun eine Reihe von Portfolio-Themen, die Expertinnen und Experten aus allen Helmholtz-Zentren in einem groß angelegten Prozess als besonders zukunftsträchtig identifiziert hatten. Von dieser Förderung profitieren auch die universitä¬ren Forschungspartner. Ab der nächsten Förderperiode werden die Portfolio-Themen als Teil der Forschungsprogramme weitergeführt.

Ramona Alborn | Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Forscherin entwickelt elektronische Textilstruktur für Medizinprodukte
17.02.2017 | Hochschule Niederrhein - University of Applied Sciences

nachricht Untergrund beeinflusst Halbleiter-Monolagen
16.02.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

Luftfahrt der Zukunft

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neuer Mechanismus der Gen-Inaktivierung könnte vor Altern und Krebs schützen

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Alge im Eismeer - Genom einer antarktischen Meeresalge entschlüsselt

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieproduzierende Fenster stehen kurz bevor

23.02.2017 | Energie und Elektrotechnik