Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Magnetkraft in neue Materialwelten

27.08.2009
Wie und in welchem Umfang Eigenschaften von Glas-/Keramikwerkstoffen berührungslos allein durch magnetische Kräfte verändert werden können, wollen Wissenschaftler der Technischen Universität Ilmenau näher herausfinden.
Dazu ist ein ehrgeiziges Projekt angelaufen, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit mehr als einen halben Million Euro gefördert wird.

Der Einfluss so genannter inhomogener Magnetfelder auf eisenhaltige Fluide wie Glasschmelzen ist noch weitgehend unerforscht.

Bei diesen Magnetfeldern sind - anders als bei homogenen Magnetfeldern - die Magnetfeldlinien nicht gleichmäßig stark verteilt, so dass im Feld unterschiedliche Kräfte entstehen. Im Rahmen des vorerst auf drei Jahre angelegten Forschungsvorhabens untersuchen die Wissenschaftler die Steuerbarkeit dieser Kräfte und ihr Potenzial für die molekulare Werkstoffmanipulation.

Ihre Vision ist es, die Eigenschaften der Fluide auf Ionen-Ebene maßgeschneidert für die Anforderungen der späteren Nutzung zu beeinflussen. Die verbesserten Materialien können beispeilsweise für Gläser und Glaskeramiken für innovative Anwendungen in der Hochtechnologie, der Medizin, aber auch im privaten Haushalt, darunter als Mikrowellen absorbierende Materialien oder Spezialgläser für die Photovoltaik, eingesetzt werden.

Mit diesem Ziel stellen sich die Ilmenauer Forscher einer großen Herausforderung. Dr. Bernd Halbedel vom Fachgebiet Anorganisch-nichtmetallische Werkstoffe, der gemeinsam mit Dr. Hartmut Brauer vom Fachgebiet Theoretische Elektrotechnik das Projekt leitet: "Mit dem Thema sind sehr komplexe Fragestellungen verbunden - von der Frage nach der Manipulierbarkeit unterschiedlicher Materalien über die technischen Grenzen der Magnetfelder bis hin zur Nachhaltigkeit künstlich geschaffener Ionenverteilungen bzw. sinnvoller Materialkombinationen. Dazu sind noch umfangreiche Forschungsarbeiten notwendig."

Bei der Suche nach Antworten auf diese Fragen dient den Forschern nicht zuletzt ein magnetfeldtauglicher Spezialschmelzofen, der bis 1.400 °C Temperatur erreicht und mit Hilfe der DFG-Förderung an der TU Ilmenau angeschafft wird. Finanziert werden weiterhin zwei Nachwuchswissenschaftler sowie studentische Hilfskräfte, die im Rahmen des Projektes an die wissenschaftlichen Fragestellungen und Bearbeitungsmethoden in der Magnetofluiddynamik herangeführt werden sollen.

Weitere Informationen:
Dr. Bernd Halbedel, Tel. 03677 / 69-2784, E-Mail: bernd.halbedel@tu-ilmenau.de
Dr. Hartmut Brauer, Tel. 03677 / 69-1189, E-Mail: hartmut.brauer@tu-ilmenau.de

Bettina Wegner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Clevere Folien voller Quantenpunkte
27.03.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Europäisches Exzellenzzentrum für Glasforschung
17.03.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE