Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

LiquiGlide: Neue Beschichtung lässt Ketchup fließen

23.05.2012
MIT-Erfindung soll Lebensmittelentsorgung reduzieren

Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) arbeiten an einer Beschichtung, die das rückstandslose Ausgießen von Ketchup und anderen Substanzen aus ihren Behältern ermöglichen soll. LiquiGlide verhält sich dabei ähnlich einer Flüssigkeit und könnte die Entsorgung noch konsumierbarer Lebensmittel reduzieren. Die Entwicklung kommt eigentlich aus dem Fahrsicherheits-Bereich und konnte beim mit 100.000 Dollar dotierten Unternehmerwettbewerb http://mit100k.org der Universität den zweiten Platz erreichen.


LiquiGlide: Beschichtung erlaubt rückstandslose Entleerung (Foto: FastCompany)

Strukturierte Flüssigkeit

"Es ist komisch: Jeder fragt immer 'Warum Flaschen? Wo ist denn da die große Sache?'", sagt Forschungsleiter Dave Smith. "Dabei hat der Markt für Soßenflaschen alleine ein Volumen von 17 Milliarden Dollar." Seiner Einschätzung nach könnte durch LiquiGlide die unnötige Entsorgung von einer Mio. Tonnen an noch essbaren Lebensmitteln pro Jahr verhindert werden.

Die Einzigartigkeit von LiquiGlide liegt in seiner Beschaffenheit als "eine Art von strukturierter Flüssigkeit", wie Smith die Erfindung gegenüber FastCompany beschreibt. Es verhält sich starr wie ein Feststoff, ist aber trotzdem gleitfähig. Den Angaben zufolge lässt sich die Beschichtung auf verschiedenen Verpackungsmaterialien auf unterschiedliche Weisen aufbringen. Beispielsweise kann der Schutzfilm im Inneren einer Flasche einfach aufgesprüht werden.

Start als Anti-Icing-Mittel

Zwei Videos zeigen dabei ein erstaunliches Ergebnis. Sowohl Ketchup als auch Mayonnaise lösen sich beim Drehen des Behälters vollständig von der Wand und scheinen beinahe zu schweben. Das leidige Problem großflächig verteilter Rückstände, die sich nur mühselig erschließen lassen, ist damit behoben.

Ursprünglich waren die Forscher auf der Suche nach einem Mittel gegen Vereisungen und Verschmutzungen von Autoscheiben, kamen dann aber auf die Idee, ihre Technologie mit Essensverpackungen zu testen. Genauere Details zur Zusammensetzung gibt man aktuell nicht bekannt, da zahlreiche Patentanträge laufen.

Schwierige FDA-Vorgaben

Der Einsatz im Lebensmittelbereich brachte allerdings einige Tücken mit sich. Um ein marktreifes Produkt zu erhalten, mussten die Forscher mit den Vorgaben der US-Lebensmittelbehörde, Food and Drug Administration (FDA) http://www.fda.gov , arbeiten. Diese führt Katalog jener Substanzen, die für den direkten Kontakt mit Nahrung zugelassen sind und somit die Ausgangsbasis für die Entwicklung darstellten.

Im Moment befinden sich die Tüftler im Gespräch mit verschiedenen Flaschenproduzenten und arbeiten gleichzeitig an der Gründung eines Unternehmens. Ob und wann die ersten Ketchupflaschen ihren Inhalt restlos preisgeben werden, bleibt also abzuwarten.

Demonstrationsvideos:
http://bit.ly/Kbr7Qy und http://bit.ly/Kf97oi

Georg Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.mit.edu

Weitere Berichte zu: Beschichtung Entsorgung Flasche Flüssigkeit Ketchup LiquiGlide

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Bessere Kathodenmaterialien für Lithium-Schwefel-Akkus
17.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Energie, sicher und leicht transportiert – Adaptive Verarbeitung komplexer Steuerungsdaten
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie