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Mit Leichtigkeit Energie sparen

08.09.2009
Faserverbundwerkstoffe sollen nicht nur Flugzeuge und Fahrzeuge, sondern auch Maschinenelemente leichter und damit energiesparender machen.

In Augsburg erfolgte am 7. September der erste Spatenstich für die Fraunhofer-Projektgruppe "Funktionsintegrierter Leichtbau" und das "Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie" des DLR.

Bundeswirtschaftminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil, Dr. Kurt Gribl, Oberbürgermeister der Stadt Augsburg, Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, und Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, hoben in ihren Ansprachen die besondere Bedeutung des Themas Leichtbau für den Wirtschaftsstandort Deutschland hervor.

Neue, leichte Werkstoffe helfen den Energieverbrauch und den Ausstoß von Schadstoffen bei Flug- und Fahrzeugen zu senken. In den Flugzeugen der nächsten Generation werden verstärkt Faserverbundkunststoffe (FVK) eingesetzt, die aus in eine Kunststoffmatrix eingebetteten Verstärkungsfasern bestehen. Das Material ist leicht und verfügt dennoch über eine hohe spezifische Steifigkeit. Das macht den Werkstoff auch für den Fahrzeug- und Maschinenbau

interessant.

"Der Leichtbau gehört im Zeichen eines steigenden Umweltbewusstseins und schwindender Ressourcen zweifelsohne zu den wichtigsten Zukunftstechnologien im Flugzeug-, Fahrzeug- sowie Maschinenbau. Eine besondere Rolle kommt hierbei den Hochleistungsfaserverbundwerkstoffen zu, die nicht nur das höchste Leichtbaupotenzial, sondern gleichzeitig vielfältige funktionale Vorteile bieten", betont Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Die größte Bedeutung haben hierbei kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe. Sie sind etwa 30 Prozent leichter als Aluminium und 60 Prozent leichter als Stahl. Voraussetzung für die Nutzung dieses enormen Leichtbaupotenzials sind neue Konzepte, die eine faser- und textilgerechte konstruktive Gestaltung, neuartige Bauweisen, aber auch neue Struktur- und Werkstoffkonzepte sowie großserienfähige Fertigungstechnologien mit hohem Automatisierungsgrad einschließen.

Schwerpunkt der Fraunhofer-Projektgruppe "Funktionsintegrierter Leichtbau" ist es, neue Werkstoffe und Verfahren für die Automobil- und Maschinenbauindustrie zu entwickeln. Die Projektgruppe wurde im Februar diesen Jahres als Außenstelle des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie ICT in Augsburg gegründet. Sie wird vom Land Bayern gefördert und soll sich in den kommenden Jahren zu
einem eigenständigen Institut entwickeln. Für den Aufbau der Fraunhofer-Einrichtung stellt das Land Bayern 22 Mio Euro zur

Verfügung. Die Stadt Augsburg beteiligt sich mit 3,5 Mio Euro am Neubau.

Nun wurde der erste Spatenstich für das Gebäude der Fraunhofer-Projektgruppe ausgeführt. Der 2600 m² große Bau wird auf fünf Etagen gut ausgestattete Büros, Laboratorien, Technika und Werkstätten für die Bearbeitung der Forschungsaufträge zur Verfügung stellen und den Ausbau der Projektgruppe auf etwa 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis Ende 2013 ermöglichen.

Im ZLP arbeiten Forscher des DLR an automatisierten Produktions- und Montagemethoden, flexiblen Robotersystemen sowie mechatronischen Handhabungssystemen. "Das DLR wird im Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie vor allem an neuen automatisierten Produktionsmethoden für FVK-Strukturen der Luftfahrzeuge der nächsten Generation forschen", erläutert Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR. Das Land Bayern und das Bundeswirtschaftsministerium fördern die Einrichtung des neuen Zentrums.

"Deutschland ist im Automobil-, Flugzeug-, Maschinen- und An-
lagenbau sehr gut aufgestellt. Der Einsatz neuer Leichtbauwerkstoffe kann helfen, die Position deutscher Unternehmen verschiedener industrieller Sektoren im internationalen Wettbewerb zu stärken. Dazu wollen wir mit der Förderung des Zentrums für Leichtbauproduktionstechnologie und der Projektgruppe Funktionsintegrierter Leichtbau beitragen."

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil hebt beim Spatenstich das Ziel der Bayerischen Staatsregierung hervor, die weltweite Spitzenstellung Bayerns bei den Faserverbundwerkstoffen weiter auszubauen. "Das neue Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie und die Fraunhofer-Projektgruppe Funktionsintegrierter Leichtbau sind dabei weitere wichtige Schritte. Gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise müssen wir die langfristigen Zukunftschancen des Wirtschaftsstandorts Bayern sichern. Wir setzen dabei konsequent auf die Unterstützung von Forschung und Innovationen, um die Wachstumskräfte im Freistaat zu fördern", erklärt Zeil.

Weitere Informationen:
Dr. Stefan Tröster
0721 4640-392
stefan.troester@ict.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für
Chemische Technologie ICT
Joseph-von-Fraunhofer-Straße 7
76327 Pfinztal

Dr. Stefan Tröster | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ict.fraunhofer.de

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