Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leicht und hochfest: Verbunde aus Kunststoff und Metall

19.01.2009
Unter Federführung der Professur Verbundwerkstoffe der TU Chemnitz werden deutschlandweit hybride Schichtverbunde für großseriennahe Anwendungen im Leichtbau entwickelt

Überall, wo große Massen beschleunigt werden - also vor allem im Fahrzeugbau - verlangt die Industrie nach Werkstoffen, die leichter aber genau so stabil sind wie Metalle. Denn durch die Reduzierung des Gewichts lässt sich Energie einsparen.

"Von allen Werkstoffgruppen bieten faser- und textilverstärkte Verbunde das höchste Leichtbaupotenzial", schätzt Prof. Dr. Bernhard Wielage, Inhaber der Professur Verbundwerkstoffe der TU Chemnitz, ein. Materialien, die im Leichtbau entwickelt werden, genügen jedoch nicht den Festigkeiten der Metalle.

"Um die konträren Anforderungen von größtmöglicher Stabilität bei kleinstmöglichem Gewicht zu erfüllen, sind die hochfesten und hochsteifen kohlefaserverstärkten Kunststoffverbunde mit Metallen in Form von hybriden Schichtverbunden, so genannte Hybrid-Laminate, belastungsgerecht zu kombinieren und zu optimieren", erklärt Wielage den Hintergrund eines Verbundprojektes, das von seiner Professur koordiniert und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Denn fehlende serientaugliche Fertigungsverfahren, Gestaltungsprinzipien und Berechnungsmethoden stehen derzeit einem breiten Einsatz dieser Schichtverbunde für Leichtbaustrukturen im Wege.

Für das Projekt "Hochfeste und hochsteife hybride Schichtverbunde für großseriennahe Anwendungen im Leichtbau" entstand eine deutschlandweit tätige Kooperationsplattform von Spitzenforschern. Die Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz entwickelt den faserverstärkten thermoplastischen Kunststoff. Die Chemnitzer Professur Verbundwerkstoffe kümmert sich um die optimale Haftung und die Grenzflächenphänomene zwischen Kunststoff- und Metalloberflächen.

Die Charakterisierung der statischen und dynamischen Eigenschaften des Mehrschichtverbundes übernimmt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln. Wenn das Hybrid-Laminat fertig entwickelt ist, steigt die Professur Werkzeugmaschinenkonstruktion und Umformtechnik der Chemnitzer Universität in das Projekt ein und beschäftigt sich mit der Umformbarkeit des neuen Materials. Die Universität des Saarlandes und die Universität Stuttgart sind zuständig für Modellierung und Simulation.

"Zur serientauglichen Herstellung derartiger Hybrid-Laminate sind vielfältige schwierige wissenschaftliche Fragestellungen zu klären", erläutert Prof. Wielage und ergänzt: "Dabei sind vor allem die Bündelung der komplementären Erkenntnisse und exzellenten Kompetenzen der einzelnen Forschungseinrichtungen sowie die Übertragung der grundlagenorientierten Untersuchungen auf einen Demonstrator und der Erkenntnistransfer zu kooperativen Unternehmen von wesentlicher Bedeutung."

Das Verbundprojekt wird ab Januar 2009 für 36 Monate mit einer Gesamtsumme von 1,5 Millionen Euro von der DFG gefördert, die Wissenschaftler der TU Chemnitz erhalten eine Million Euro.

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Bernhard Wielage, Telefon 0371 531-36169, E-Mail bernhard.wielage@mb.tu-chemnitz.de, sowie Dr. Daisy Weber, Telefon 0371 531-36546, E-Mail daisy.weber@mb.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum
07.12.2016 | Technische Universität Graz

nachricht Bioabbaubare Polymer-Beschichtung für Implantate
06.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie