Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kostengünstige und langzeitstabile Beschichtung zur Transmissionsverbesserung von Glas

14.06.2011
Anti-Reflex-Schichten, mit denen der Anteil an durchgelassener Strahlung erhöht werden kann, sind in Bereichen wie dem Gewächshausbau, der Solarthermie oder der Photovoltaik wichtig, um die Effizienz des Gesamtsystems zu steigern.

Mit der kostengünstigen Pyrosil®-Beschichtung ist es möglich, eine langzeitstabile Verbesserung der Transmission von Glas um bis zu 4 % zu erreichen. Gleichzeitig verringert diese hydrophile Beschichtung die Verschmutzungsanfälligkeit des Glases deutlich. Damit ist die Pyrosil®-Beschichtung eine interessante Möglichkeit, energie- und kosteneffizient das Transmissionsverhalten von Glas dauerhaft zu verbessern.

Funktionale Beschichtungen von Glas und anderen Materialien sind in den letzten Jahren zunehmend wichtiger geworden. Diese Funktionsschichten können z. B. dem Schutz vor UV , VIS- oder IR-Strahlung dienen, aber auch ebenso dazu, den Anteil an durchgelassener Strahlung zu erhöhen. Letztere Beschichtungen sind sehr interessant für Gläser, die in Bereichen wie dem Gewächshausbau, der Solarthermie oder der Photovoltaik eingesetzt werden, also in Bereichen, in denen eine Erhöhung an durchgelassener Strahlung direkt einem Gewinn an Energie in Form von besserem Pflanzenwachstum, wärmerem Wasser und höherer Stromdichte entspricht.

Um eine solche Transmissionserhöhung von Glas zu erreichen, gibt es mehrere Möglichkeiten wie z. B. die Herstellung von oberflächenstrukturierten Gläsern (Stichwort Ornamentglas) oder die Herstellung von Sol-Gel-beschichteten Gläsern. Eine weitere kostengünstige Alternative zur Transmissionserhöhung von Glas ist die Abscheidung von Pyrosil®-Schichten, die bei INNOVENT e. V. entwickelt wurde. Mit diesen Anti-Reflex-Schichten lassen sich bei beidseitiger Beschichtung Transmissionsverbesserungen von ca. 4 % erreichen. Darüber hinaus reduziert eine hydrophile Beschichtung wie die Pyrosil®-Beschichtung die Verschmutzungsanfälligkeit der Glasscheiben deutlich. Dies sollte zusammen mit einer durch die Beschichtung verminderten Glaskorrosion zu einer besonders langzeitstabilen Transmissionsverbessung führen.

Um die Langzeitstabilität der Transmissionsverbesserung sowie die geringere Verschmutzung der beschichteten Glasscheiben zu überprüfen und nachzuweisen, wurde bei der INNOVENT e. V. Technologieentwicklung ein Außenbewitterungs-Versuchsstand aufgebaut. Mit diesem wird mit Hilfe von Solarzellen die Transmission unterschiedlicher Gläser, die zum Teil mit Pyrosil® beschichtet wurden, über einen Zeitraum von inzwischen 46 Monaten vergleichend gemessen. Darüber hinaus wird das Verschmutzungsverhalten der unterschiedlichen Glasoberflächen beobachtet und dokumentiert. So ist es möglich, praxistaugliche Aussagen über das Alterungsverhalten der Pyrosil®-Beschichtung als langzeitstabile transmissionserhöhende Alternative auf unterschiedlichen Gläsern zu treffen.

Es konnte nachgewiesen werden, dass mit einer Pyrosil®-Beschichtung die Transmission von unterschiedlichen Floatgläsern und gezogenem Glas

um bis zu 4 % dauerhaft erhöht werden kann, siehe Abbildung. Außerdem konnte gezeigt werden, dass mit Pyrosil beschichtetes normales Floatglas dauerhaft zwischen 1 und 2 % höhere Transmissionswerte aufweist als unbeschichtetes Low Iron Floatglas oder als unbeschichtetes gezogenes Glas (Pittsburgh-Glas), siehe ebenfalls Abbildung. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass die hydrophilen Eigenschaften der Beschichtung auch nach 3,5 Jahren so weit erhalten sind, dass sie die Verschmutzung der Glasoberflächen deutlich verringern.

Ansprechpartner:
Dr. Anke Niemann
INNOVENT e.V. Technologieentwicklung Jena
Tel.: +49 3641 282525
E-Mail: an@innovent-jena.de

Andrea Gerlach | idw
Weitere Informationen:
http://www.innovent-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Fraunhofer IFAM erweitert den Forschungsbereich »Beschichtungen für Bewuchs- und Korrosionsschutz«
11.01.2017 | Fraunhofer IFAM

nachricht Schrauben mit Köpfchen
10.01.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial

16.01.2017 | Messenachrichten

Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie