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Kontrollierte Anordnung von Nanopartikeln für verbesserte elektrische Leitfähigkeit

21.10.2013
Displays zum Aufrollen, preisgünstige Solarzellen für die Energiewende, futuristische Beleuchtungselemente in den eigenen vier Wänden - sie alle erfordern dünne Schichten mit ganz besonderen Eigenschaften.

Wissenschaftler vom INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien erforschen jetzt im BMBF -Projekt „NanoSPEKT“ neue Wege zu solchen Beschichtungen. Ziel der Forscher sind Schichten, die biegsam und durchsichtig sind und dabei gleichzeitig den elektrischen Strom besonders gut leiten. Dazu kombinieren sie anorganische Nanopartikel mit Kunststoffen und ordnen die Partikel darin gezielt an.


Strukturierte Schichten aus Nanopartikeln als transparente, leitfähige Materialien für Elektronik und Photonik. Quelle: Uwe Bellhäuser, frei nur in Zusammenhang mit dieser Meldung.

Als Ergebnis wünschen sich die Wissenschaftler partikelhaltige Tinten und Beschichtungsmethoden, die zu funktionellen Dünnschichten mit verbesserten Eigenschaften führen, aber dennoch kostengünstig hergestellt werden können.

„Heute herrscht bei der Struktur solcher Schichten meist der Zufall. Es bringt jedoch wenig, wenn wir mit großem Aufwand elektrisch leitende Partikel herstellen, die sich in der biegsamen Kunststoffschicht zufällig anordnen und dann gar nicht berühren.

Denn durch den schlecht leitenden Kunststoff müssen die Elektronen tunneln –dadurch geht die elektrische Leitfähigkeit dann gerade wieder verloren“, sagt Tobias Kraus, Leiter der Gruppe Strukturbildung auf kleinen Skalen. Deshalb arbeiten die Forscher daran, die Verteilung der Partikel in den Schichten besser zu steuern als bisher.

Dass sich solche Nanopartikel in Kunststoffe auch auf großen Flächen über einfache nasschemische Verfahren wie zum Beispiel „Rolle-zu-Rolle“-Methoden einbetten lassen, ist Stand der Technik. Auch die Wissenschaftler am INM werden bei ihren Untersuchungen auf ein Rolle-zu-Rolle-Verfahren hinarbeiten, denn nur über diesen Weg ist eine kostengünstige Produktion im Großmaßstab gesichert.

Die Forscher untersuchen, wie sich Produktionsprozesse auf die Nanopartikel im Verbund auswirken. „Wenn wir es schaffen, elektrisch leitfähige Nanopartikel sehr dicht aneinander zu packen, wird sich die elektrische Leitfähigkeit der gesamten Dünnschicht noch weiter erhöhen“, begründet der Gruppenleiter. Das erreiche man zum Beispiel durch sanftes Sintern der Partikel.

Hintergrund
„NanoSpekt“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund zweieinhalb Millionen Euro gefördert. Als Projekt im Rahmen der Förderinitiative „NanoMatFutur“ des BMBF wird „NanoSpekt“ zunächst vier Jahre unterstützt und kann nach positiver Zwischenbewertung um weitere zwei Jahre verlängert werden.

(Quelle: http://www.bmbf.de/foerderungen/16771.php).

Die Förderinititative „NanoMatFutur“ ist Teil des Rahmenprogramms „Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft“. WING fasst klassische Materialforschung mit der Forschung zu chemischen Technologien und der werkstoffspezifischen Nanotechnologie zusammen. Es ist Teil der Hightech Strategie der Bundesregierung.

(Quelle: http://www.bmbf.de/de/3780.php)

Ansprechpartner:
Dr. Tobias Kraus
INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien
Leiter Strukturbildung auf kleinen Skalen
Tel: 0681-9300-389
E-Mail: tobias.kraus@inm-gmbh.de
Das INM erforscht und entwickelt Materialien – für heute, morgen und übermorgen. Chemiker, Physiker, Biologen, Material- und Ingenieurwissenschaftler prägen die Arbeit am INM. Vom Molekül bis zur Pilotfertigung richten die Forscher ihren Blick auf drei wesentliche Fragen: Welche Materialeigenschaften sind neu, wie untersucht man sie und wie kann man sie zukünftig für industrielle und lebensnahe Anwendungen nutzen? Dabei bestimmen vier Leitthemen die aktuellen Entwicklungen am INM: Neue Materialien für Energieanwendungen, Neue Konzepte für Implantatoberflächen, Neue Oberflächen für tribologische Anwendungen sowie Nanosicherheit. Die Forschung am INM gliedert sich in die drei Felder Chemische Nanotechnologie, Grenzflächenmaterialien und Materialien in der Biologie. Das INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien mit Sitz in Saarbrücken ist ein internationales Zentrum für Materialforschung. Es kooperiert wissenschaftlich mit nationalen und internationalen Instituten und entwickelt für Unternehmen in aller Welt. Das INM ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft und beschäftigt rund 190 Mitarbeiter.

Dr. Carola Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.inm-gmbh.de
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

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