Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was kommt nach dem Durchschreibepapier? Fraunhofer treibt Innovationen mit Mikroverkapselung voran.

12.07.2012
Die Technologieplattform Mikroverkapselung erweist sich als erfolgreiches Konzept.
Die Fraunhofer-Institute für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm und für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart widmen sich hier neuen Anwendungsfeldern für Mikroverkapselung. In erster Linie bündelt und kommuniziert die Plattform Wissen rund um das Thema Mikroverkapselung und eröffnet neue Ideen zu deren Verwendung. Über ein Experten-Netzwerk können Kontakte geknüpft werden. Zwölf Firmen beteiligen sich aktuell an dem Projekt, darunter BASF, Clariant und Henkel. Am 11. Juli 2012 trafen sie sich im Fraunhofer IAP, um Trends und Entwicklungen der Mikroverkapselung zu diskutieren.

Mit der Einführung der Computertechnik verringerte sich die Nachfrage nach Durchschreibepapieren deutlich. Ein großes Problem für deren Hersteller. Die veraltete Kopiertechnik basiert auf Mikrokapseln, die mit einem Farbstoff gefüllt und auf der Rückseite eines Papiers aufgebracht wurden. Der Druck eines Stiftes zerstört die Kapseln und erzeugt so eine Kopie des Geschriebenen. Doch im Zeitalter von Kopiergeräten und PCs findet Mikroverkapselung hier deutlich weniger − eine Entwicklung, die auch vielen anderen Branchen Verluste bereitet. Neue industrielle Anwendungen für die alte Technologie werden gesucht, die idealerweise mit der vorhandenen Ausrüstung realisierbar sind. Diesen Trend griffen die Fraunhofer-Institute IAP und IAO auf und etablierten 2009 die Technologieplattform Mikroverkapselung.

Mikroverkapselte Farbpigmente,
Foto © Fraunhofer IAP

»Die Teilnehmer unserer Internetplattform erhalten hier vielseitige Informationen über technische Fortschritte, aktuelle wissenschaftliche Publikationen oder neue Anwendungen und Patente im Bereich der Mikroverkapselung. Seit diesem Jahr können sie sogar per Videokonferenz an Fachvorträgen teilnehmen. « erklärt die Mikrokapsel-Expertin Monika Jobmann vom Fraunhofer IAP.

Das angebotene Themenspektrum ist umfangreich. Wirk- und Zusatzstoffe für Lebensmittel-, Pharma-, Textil-, Bau- und Chemie, die Abschätzung von Marktchancen, Details zur Beschaffung finanzieller Mittel bei der EU oder ein Überblick zu den asiatischen Forschungsaktivitäten sind nur einige Beispiele. Doch nicht nur Inhalte sollen vermittelt werden. Ein Herzstück des Projektes ist eine Kontaktbörse, die Mikrokapsel-Experten mit ihren jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkten identifiziert und in Interviews vorstellt.

»Mit der Plattform möchten wir Wissenschaftseinrichtungen und Firmen aus der Industrie vernetzen, die mit Mikroverkapselung arbeiten. Vertreter unterschiedlichster Branchen treffen hier zusammen, etwa aus der Display- und Oberflächentechnologie, Kosmetik- und Pharmaindustrie, Landwirtschaft, Architektur oder der Medizin. « erklärt Maximilian Kauffmann, Projektmanager am IAO. Und dieses Konzept scheint aufzugehen: Die Zahl der Partner nimmt stetig zu. »Der Workshop brachte wieder viele neue Ideen und Anregungen, die wir weiter verfolgen werden. Wir werden trotzdem stetig die Qualität der Plattform verbessern, indem wir zusätzliche Angebote schaffen und weitere Teilnehmer für das Netzwerk gewinnen. Neueinsteiger sind jederzeit willkommen.« erklärt Monika Jobmann. Und auch wenn es nicht das erklärte Ziel der Plattform ist, Projekte zu generieren, so freuen sich Jobmann und Kauffmann umso mehr, dass bereits mehrere Kooperationen hieraus hervorgegangen sind.

Ihre Ansprechpartner:

Monika Jobmann | Fraunhofer IAP |
Geiselbergstraße 69, 14476 Potsdam-Golm, Germany
Telefon +49 331 568-1213 | E-Mail: monika.jobmann@iap.fraunhofer.de

Maximilian Kauffmann | Fraunhofer IAO |
Nobelstraße 12, 70569 Stuttgart, Germany
Telefon +49 711 970-2055 | Fax +49 711 970-2299 |
E-Mail: maximilian.kauffmann@iao.fraunhofer.de
Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP
Das Fraunhofer IAP in Potsdam-Golm ist spezialisiert auf Forschung und Entwicklung für das gesamte Spektrum der Polymeranwendungen. Es unterstützt Unternehmen und Partner bei der maßgeschneiderten Entwicklung und Optimierung von innovativen und nachhaltigen Materialien, Prozesshilfsmitteln und Verfahren. Neben der umweltschonenden, wirtschaftlichen Herstellung und Verarbeitung von Polymeren im Labor- und Pilotanlagenmaßstab bietet das Institut auch die Charakterisierung von Polymeren an. Synthetische Polymere auf Erdölbasis stehen ebenso im Fokus der Arbeiten wie Biopolymere und biobasierte Polymere aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Anwendungsfelder sind vielfältig: Sie reichen von Biotechnologie, Medizin, Pharmazie und Kosmetik über Elektronik und Optik bis hin zu Anwendungen in Verpackungs-, Umwelt- und Abwassertechnik oder der Automobil-, Papier-, Bau-, und Lackindustrie.

Anwendungszentrum für Innovative Polymertechnologien
Mit dem 2012 eröffneten Anwendungszentrum vertieft und erweitert das Fraunhofer IAP seine Kernkompetenzen in der Polymerforschung. Hier werden Prozesse zur Herstellung innovativer Materialien sowie neue Technologien vom Labor- in den Technikumsmaßstab übertragen. Die Polycarbonat-Fassade des L-förmigen Anbaus weist in besonderer Weise auf seine Nutzung zur Polymerforschung hin. Das von der Hascher und Jehle Planungsgesellschaft mbH entworfene Gebäude besteht aus einem Kopfbau mit vier Vollgeschossen und einem dreigeschossigen flachen Riegel. Genutzt werden die 2.760 m² Fläche für Büros (1050 m²) und Laborflächen (1370 m²). Besonderheiten sind hierbei ein Reinraumtechnikum (ca. 440 m²), ein biochemisches Technikum, das S1-Anforderungen erfüllt (ca. 155 m²), weitere S1- und S2-Labore sowie abgedunkelte und schwingungsentkoppelte Sonderlabore für Mikroskopie und Laseranwendungen (ca. 100 m²).

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO
Das Fraunhofer IAO in Stuttgart beschäftigt sich mit aktuellen Fragestellungen rund um den arbeitenden Menschen. Insbesondere unterstützt das Institut Unternehmen dabei, die Potenziale innovativer Organisationsformen sowie zukunftsweisender Informations- und Kommunikationstechnologien zu erkennen, individuell auf ihre Belange anzupassen und konsequent einzusetzen. Die Bündelung von Management- und Technologiekompetenz gewährleistet, dass wirtschaftlicher Erfolg, Mitarbeiterinteressen und gesellschaftliche Auswirkungen immer gleichwertig berücksichtigt werden.

Durch die enge Kooperation mit dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart verbindet das Fraunhofer IAO universitäre Grundlagenforschung, anwendungsorientierte Wissenschaft und wirtschaftliche Praxis.

Dr. Sandra Mehlhase | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iao.fraunhofer.de
http://www.iap.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Perowskit-Solarzellen: Es muss gar nicht perfekt sein
15.01.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Fraunhofer IMWS testet umweltfreundliche Mikroplastik-Alternativen in Kosmetikartikeln
11.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie