Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Know-how für multifunktionale, energieeffiziente und ressourcenschonende Kunststoffmaterialien

16.10.2013
IPF Dresden auf der Kunststoffmesse K 2013 in Düsseldorf

Auf der weltweit bedeutendsten Kunststoffmesse, der K 2013 vom 16. bis 23. Oktober 2013 in Düsseldorf, ist das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) erneut mit einem eigenen Stand (Halle 7.0 C06) vertreten.


Elektrostatische Lackierung von SMC mit Pulverlack (links: SMC-Platte ohne Antistatik-Additiv, rechts: SMC mit 3 Gew.-% des neuen polymeren Antistatik-Additivs)

IPF Dresden


Lichtmikroskopische Aufnahme der Grenzschichtmorphologie eines Kunststoff-Kunststoff-Verbundes

IPF Dresden

In diesem Jahr erstmals eingebettet in einen Science Campus werden Know-how und aktuelle Ergebnisse aus der anwendungsorientierten Grundlagenforschung des IPF präsentiert, die der Kunststoffindustrie den Weg zu interessanten Innovationen hinsichtlich Multifunktionalität von Materialien, Energieeffizienz und Ressourcenschonung öffnen.

Vorgestellt werden neue polymere Additive zur Antistatik-Ausrüstung von Duromeren und SMC (sheet moulding compounds), mittels derer die z.B. für elektrostatische Lackierung und für Anwendungen in der Elektronik nötigen antistatischen Eigenschaften bei Kunststoffbauteilen ohne Einbußen bei mechanischen Eigenschaften, Verarbeitungsverhalten und Transparenz dauerhaft und zudem preiswert eingestellt werden können (Bild 2).

Zur Verbesserung der Lackierbarkeit von SMC, das als Leichtbaumaterial unter anderem im Fahrzeugbau auf dem Vormarsch ist, wurde ein neues Konzept zum Patent angemeldet, das auf einer Elektronenbehandlung der SMC-Teile beruht. Komplette Aushärtung, Abstellung des Ausgasens und Oberflächenfunktionalisierung und -hydrophilierung infolge der Elektronenbehandlung optimieren Benetzung, Verlauf und Haftfestigkeit der Beschichtung und minimieren die derzeit noch sehr hohe Defektanfälligkeit von SMC in Beschichtungsprozessen.

Weitere innovative Ansätze aus dem IPF betreffen Textilien und Folien mit integrierten Sensorfunktionen sowie thermoplastische und elastomere Nanocomposite, in denen neue Eigenschafts- und Funktionskombinationen realisiert werden – mit Anwendungspotential unter anderem für neue Generationen etwa von flammfesten, wärmeformbeständigen oder elektrisch leitfähigen Kunststoffen und für Autoreifen mit besseren Fahreigenschaften, geringerem Verschleiß und höherer Umweltfreundlichkeit.

Angeboten werden darüber hinaus innovative Lösungen zur Verbesserung der Haftfestigkeit in Werkstoffverbunden (u. a. Kunststoff-Kunststoff, Kunststoff-Metall). Durch die Zusammenführung der interdisziplinären Kompetenzen des Instituts auf den Gebieten der Grenzflächenphysik und -chemie einerseits sowie der umfassenden ingenieurwissenschaftlichen Expertise zur Kunststoffverarbeitung andererseits können während des Montage- bzw. Mehrkomponentenspritzgießens gezielte Grenzschichtmorphologien (Bild 1) erzeugt oder chemische Reaktionen initiiert werden. Stoffschlüssige Bindungen gepaart mit optimaler Morphologie in der Grenzschicht führen im Werkstoffverbund zu bestmöglichen Hafteigenschaften und tragen so wesentlich zur Stabilität unter den vielfältigen Belastungen im Einsatz bei.

Das IPF ist eines der größten Polymerforschungsinstitute in Deutschland. Seine Aktivitäten sind fokussiert auf die Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen für die Entwicklung von multifunktionalen polymeren Funktionsmaterialien und Polymerwerkstoffen mit neuartigen oder verbesserten Eigenschaften sowie die Kombination der Materialentwicklung mit innovativen und nachhaltigen Herstellungs- und Verarbeitungstechnologien. Die das IPF auszeichnende Kombination von natur- und ingenieurwissenschaftlicher Kompetenz und die moderne Geräte- und Anlagentechnik ermöglichen eine ganzheitliche materialwissenschaftliche Forschung von der Synthese und Modifizierung polymerer Materialien, über die Charakterisierung, theoretische Durchdringung, Verarbeitung und Prüfung bis zur Steuerung der Eigenschaften von Polymermaterialien, Biomaterialien und Verbundwerkstoffen durch gezielte Grenzflächengestaltung. Dadurch können Fragestellungen und Anforderungen an neuartige und verbesserte Polymermaterialien bis zur Überführung in ein wirtschaftlich genutztes Produkt begleitet werden.

Kerstin Wustrack | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipfdd.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen
27.06.2017 | Fraunhofer IFAM

nachricht Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter
23.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie