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Innovatives Garn für Sport- und Freizeitkleidung

23.03.2012
Neues vielseitiges Funktionsgarn bietet maximalen Tragekomfort und optimale Wärmeisolation

Forscher der Hohenstein Institute in Bönnigheim haben in Kooperation mit der Zwickauer Kammgarn GmbH und der Helmut Peterseim Strickwaren GmbH in Mühlhausen eine neuartige, innovative Garnkonstruktion für Maschenware entwickelt.

Das neue Hybridgarn HP2G verbindet die Vorteile von synthetischen Fasern mit denen der Wollfasern. Diese Kombination gewährleistet eine hohe Wärmeisolation bei gutem Schweißtransport und kurzer Trocknungszeit. Zusätzlich zeichnet das Garn eine geringe Neigung zur Knötchenbildung (Pilling) aus, was mit Sicherheit jeden Verbraucher erfreuen wird. Die Strickmode aus dem neuen Hybridgarn ist somit pflegeleichter, verfilzt nicht und sieht auch nach langem Gebrauch wie neu aus.

Projektleiter Martin Harnisch von den Hohenstein Instituten sieht vor allem im Sportbereich ein großes Potenzial für die Neuentwicklung: „Aus diesem Garn produzierte Kleidungsstücke bieten ein gutes Schweißmanagement und gewährleisten gleichzeitig eine gute Wärmeisolation. Ein ausreichender Kälteschutz ist besonders in Ruhepausen nach starker körperlicher Belastung, in denen der Körper erfahrungsgemäß viel Wärme verliert, wichtig. Vor allem Ausdauersportler wie Läufer und Radfahrer können so nach dem Sport das als unangenehm empfundene und gesundheitsgefährdende Auskühlen und Frösteln, den so genannten Post-Exercise Chill, verhindern und von der Innovation profitieren.“

Auch bei weniger belastenden Sportarten, wie z.B. Golf und Wandern oder im Berufsalltag, zeigt Bekleidung aus dem neu entwickelten Garn ein großes Potenzial.

Maschenware besitzt die Eigenschaft, viel ruhende Luft einzuschließen und hat in Verbindung mit Wolle eine hohe Wärmeisolation und ein gutes Feuchteaufnahmevermögen. Aber ab einem Feuchtegehalt von etwa 33%, der bei körperlicher Anstrengung leicht erreicht wird, bietet reine Wolle jedoch kein angenehmes Tragegefühl mehr. Der flüssige Schweiß kann auf der Haut nicht verdampfen und wird von den Wollfasern aufgesaugt. Stark feuchte Wolle bewirkt auf der Haut ein unangenehmes Nässe- und Kältegefühl.

Synthetische Fasern bieten in diesem Fall eine Unterstützung. Sie haben grundsätzlich den Vorteil, dass sie nicht oder nur sehr wenig wasseraufnahmefähig sind. Daher können sie den flüssigen Schweiß von der Haut wegleiten.

Das innovative Hybridgarn HP2G vereint diese positiven Eigenschaften synthetischer und natürlicher Fasern: es nimmt schnell den Schweiß auf und leitet ihn vom Körper weg. Dies wiederum sorgt für einen maximalen Tragekomfort und ein trockenes Hautgefühl. Während leichter oder nach starker, lang andauernder körperlicher Belastung bietet es außerdem eine ausreichende Wärmeisolation und hält so die Körpertemperatur konstant.

Auf Basis des neuen Funktionsgarns wird auf Seiten der beteiligten Industriefirmen eine neue, komplexe, textile Produktfamilie kreiert, von Jacke und Pullover bis hin zu funktionellen Accessoires wie Kapuze, Mütze, Pulswärmer und Stulpen. Der Einsatz bei Pflegepersonal sowie anspruchsvoller Berufsbekleidung erfüllt mit diesen Funktionen und Eigenschaften die bisher offenen Wünsche bei diesem Personenkreis. Eine solche zwischen Sportbekleidung und klassischer, modischer Strickware positionierte Funktionskleidung ist derzeit nicht am Markt verfügbar.

Die Produktions- und Verarbeitungstechnologien wurden an die neue Garnkonstruktion angepasst und erlauben eine reibungslose Serienproduktion.

Neben den oben genannten Einsatzgebieten eröffnen die neuartigen Eigenschaften des innovativen Garns weitere neue Verwendungsbereiche, zum Beispiel für Möbelbezugsstoffe oder technische Textilien in Verkehrsmitteln.

Rose-Marie Riedl | idw
Weitere Informationen:
http://www.hohenstein.de

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