Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovative Medizintextilien für neue Therapie- und Präventionsansätze

26.03.2012
Forschungskuratorium Textil informiert Parlamentarier und Wissenschaftsjournalisten

Über innovative Textilien für die Bereiche Medizin und Gesundheit informierte das Forschungskuratorium Textil im Rahmen einer Pressekonferenz sowie eines parlamentarischen Abends am 7. Februar 2012 in Berlin.

Unterstützt wurde Dr. Klaus Jansen, Geschäftsführer des Forschungskuratorium Textil dabei u. a. von Prof. Dr. Dirk Höfer. Als Leiter des Fachbereichs Hygiene, Umwelt & Medizin an den Hohenstein Instituten in Bönnigheim brachte er in den vergangenen Jahren z.B. durch öffentliche Forschungsgelder im Rahmen der industriellen Gemeinschaftsforschung IGF, zahlreiche Produktentwicklungen für das Gesundheitswesen auf den Weg.

Mit der Entwicklung textiler Hohlfasern, in die medizinische Wirkstoffe eingebettet werden können, haben die Hohenstein Institute Bönningheim einen beachtlichen Fortschritt in der Therapie chronischer Wunden geleistet. Bisher mussten Wirkstoffe stets unabhängig von einer Wundauflage, z. B. als separate Salbe auf eine Wunde aufgebracht werden. Bei der neuartigen Auflage werden die Wirkstoffe im Innern der hohlen Fasern eingebunden und im Kontakt mit der Wundflüssigkeit kontinuierlich abgegeben.

Wirksubstanzen können damit unmittelbar und in einem fest bestimmten Zeitraum in eine Wunde eingebracht werden. Die Auflagen mit integriertem Wirkstoff sind von großem Interesse für eine Vielzahl medizinischer Therapien an äußeren und inneren Wunden. Sie greifen so direkt mit in die Heilung ein und bringen durch schnellere Wundheilung spürbare Entlastung für die Patienten mit schlecht heilenden chronischen Wunden.

Aus Bönningheim stammt ebenfalls die Idee für innovative Kühl-pads. Mit diesen pads soll künftig im Notfall bei Patienten mit Herzstillstand die Körpertemperatur schnell auf 32-34°C abgesenkt werden und zwar zeitlich vor der Erstversorgung durch Ärzte oder Rettungssanitäter. Auf diese Weise lassen sich die gefürchteten Hirnschäden durch fehlende Sauerstoffzufuhr vermeiden. Das System arbeitet ohne Stromversorgung, ist daher mobil einsetzbar und kann von Laien eingesetzt werden.

Für Allergiker bestimmt ist eine Spezial-Matratze, die zweimal wöchentlich auf über 50 Grad aufgeheizt wird und damit die Ansiedlung von Hausstaubmilben zuverlässig verhindert. Die gleichen textilen flexiblen Heizelemente verhindern bei einem neuartigen Hypothermie-System das Auskühlen von Patienten bei längeren Operationen.

Neue Therapieansätze für Brandverletzte versprechen sich die Hohenstein Forscher durch textile Implantate, die sie mit adulten humanen Stammzellen besiedeln. Dieser Zelltyp bewirkt bekanntermaßen die Entstehung neuer Blutgefäße am Implantationsort.

Im Laborversuch in Hohenstein zeigten sich solche Gefäßeinsprossungen bereits. Zugleich konnten die auf dem Implantat befindlichen Stammzellen erfolgreich in größere Stücke von Fettgewebe umgewandelt werden. Damit erhoffen sich die Forscher künstliches Weichteilgewebe zu entwickeln, das künftig vor allem Brandopfer helfen könnte.

Rose-Marie Riedl | idw
Weitere Informationen:
http://www.hohenstein.de/

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikroben hinterlassen "Fingerabdrücke" auf Mars-Gestein

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vorhersagen bestätigt: Schwere Elemente bei Neutronensternverschmelzungen nachgewiesen

17.10.2017 | Physik Astronomie

Kaiserschnitt-Risiko ist vererbbar

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie