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Hühnerfedern als Plastik-Rohstoff entdeckt

01.04.2011
Tierische Proteinstoffe verleihen Verbundmaterial Festigkeit

Der Federabfall von Hühnerfarmen könnte eines Tages das Erdöl als Rohstoff für Plastik zumindest teilweise ersetzen.

Das berichten Forscher der University of Nebraska-Lincoln am Treffen der American Chemical Society. "Zwar versuchte man schon früher, Federn für Verbundplastik zu nutzen, doch bereitete das Ergebnis beim Kontakt mit Wasser meist Probleme. Wir konnten erstmals zeigen, dass Hühnerfeder-Plastik stabil in Wasser sein kann und trotzdem hohe mechanische Stärke aufweist", erklärt Forschungsleiter Yiqi Yang.

Proteine verleihen Festigkeit

Potenzial für die Materialforschung haben Hühnerfedern vor allem aufgrund ihres hohen Gehalts an Keratin, ein auch in Haaren, Hufen und Hörnern vorkommendes Protein. Im Plastik kann dieser Grundstoff Stärke und Festigkeit verleihen. Dazu werden die Federn mit bestimmten Chemikalien wie etwa Acrylsäuremethylester bearbeitet, was die Polymer-Bildung in die Wege leitet. Das Endprodukt ist biologisch abbaubar, leicht und stabil.

Plastik besteht zum größten Teil aus Öl oder Erdgas, die beide leicht Opfer von Lieferknappheiten oder Preisschwankungen sein können. Deshalb, so die Forscher, solle man alternative Rohstoffe suchen - wie etwa Abfälle aus der Landwirtschaft und anderen erneuerbaren Ressourcen. Hühnerfedern bieten sich hier an, da sie billig und in Übermaß vorhanden sind. "Ziel ist, dass Plastik aus erneuerbaren Ressourcen eines Tages jenes aus Öl ersetzt", so Yang.

Besser vermeiden als ersetzen

Wenngleich Bioplastik dazu beitragen kann, unabhängiger von fossilen Ressourcen zu werden, warnen Umweltexperten vor zuviel Euphorie. Denn aus Perspektive ihres gesamten Lebenszyklus sind gängige Biopolymere oft mindestens genauso umweltschädlich wie Kunststoffe auf Ölbasis, kommt eine Vorjahresstudie zum Schluss. Bioplastiken überdüngen häufig Gewässer und zerstören die Ozonschicht, brauchen in der Produktion wiederum fossile Brennstoffe oder sind gesundheitsgefährlich. Weit besser sei es daher, Plastik grundsätzlich zu vermeiden (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/101022021/ ).

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.unl.edu
http://www.acs.org

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