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Hohensteiner Forscher optimieren funktionelle Sportkleidung

05.07.2010
Versuche zeigen große Bandbreite der thermophysiologischen Eigenschaften von Sporttextilien

Die deutschen Hersteller von Sporttextilien gehören zu den innovativsten Unternehmen der Textilbranche. Forscher der Hohenstein Institute in Bönnigheim unterstützen diese Firmen in der Verbesserung der funktionellen Textileigenschaften durch Entwicklung praxisnaher Konstruktionsleitlinien.



In einem nun abgeschlossenen Forschungsprojekt (AiF-Nr. 15481 N), das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) finanziert wurde, konnten spezifische Aussagen über den physiologischen Tragekomfort von verschieden ausgestalteter Maschenware erarbeitet werden. Die aus den Forschungsarbeiten abgeleiteten Konstruktionsleitlinien können von der Textilindustrie zur Optimierung und Weiterentwicklung von Funktionskleidung für verschiedenste Sportarten genutzt werden.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurden insgesamt 34 verschiedene Maschenwaren hinsichtlich ihrer thermophysiologischen Eigenschaften untersucht. Diese Muster unterschieden sich hinsichtlich Fasermaterial (PES, PP, PA, WO und CO sowie Fasermischungen), Flächengewicht (100 bis 329g), Ausrüstung (hydrophil, bioaktiv) sowie Maschenbildung (z.B. Single-Jersey oder Piquet). Repräsentativ ausgewählte Muster wurden in kontrollierten Trageversuchen mit Testpersonen in einer Klimakammer untersucht. Mit dem Hautmodell wurden die thermophysiologischen Eigenschaften, d.h. der Wärme- und Feuchtetransport durch das Textil, gemessen. Zusammen mit den Ergebnissen der hautsensorischen Untersuchungen konnten die jeweiligen Tragekomfortnoten berechnet werden. Analog zum Schulnotensystem können mit diesen Textilien von 1 = „sehr gut“ bis 6 = „ungenügend“ beurteilt werden.

Im Durchschnitt lag der physiologische Tragekomfort für Sporttextilien TK(S) aller untersuchten Sportmaschenwaren bei befriedigenden Werten und besser. Tragekomfortnoten von 1,0 bis 1,5 (= „sehr gut“) wurden von neun Mustern erreicht. Beim flüssigen Schweißtransport sowie dem Trocknungsverhalten zeigten die Chemiefasern einen klaren Vorteil. Dagegen zeigten die Naturfasermuster aus Wolle und Baumwolle Vorteile bei der Pufferung von Schweiß. Der paarweise Vergleich von Mustern mit einem Hauptfaseranteil aus Polyamid mit und ohne hydrophile Ausrüstung zeigte, dass die hydrophile Ausrüstung durch eine verlängerte Trocknungszeit einen negativen Einfluss auf die Tragekomfortnote hat. Dagegen konnte durch die hydrophile Ausrüstung bei den Mustern aus Propylen bzw. einer Fasermischung Baumwolle-Polypropylen die Tragekomfortnote aufgrund eines verbesserten Klebeindex verbessert werden.

Kontakt:
Hohenstein Institute
Martin Harnisch
m.harnisch@hohenstein.de

Rose-Marie Riedl | Hohenstein Laboratories
Weitere Informationen:
http://www.hohenstein.de

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