Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geschärfter Blick auf Biomoleküle

09.11.2011
DFG fördert den Aufbau einer neuen Technik mit gut zwei Millionen Euro

Gemeinsame Pressemitteilung Forschungszentrum Jülich - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Mehr Informationen über komplexe Biomoleküle, aber auch detaillierte Untersuchungen von Oberflächen in der Materialwissenschaft erhoffen sich Wissenschaftler von der Kombination zweier etablierter Techniken. Für den Aufbau der sogenannten "Dynamic Nuclear Polarization - Nuclear Magnetic Resonance" (DNP-NMR) erhält jetzt ein Team aus Düsseldorfer und Jülicher Wissenschaftlern gut zwei Millionen Euro Fördergelder von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Der sperrige Name DNP-NMR bezeichnet die Untersuchungsmethode, die Chemiker, Biologen und Physiker aus Düsseldorf und Jülich im Forschungszentrum Ende 2012 aufbauen werden. Die Kernspinresonanz (NMR) wird schon seit langem eingesetzt, um dreidimensionale Strukturen von Biomolekülen aufzuklären - basierend auf den magnetischen Eigenschaften bestimmter Atomkerne. Ergänzt wird sie nun durch die Elektronenspinresonanz, bei der die Proben zusätzlich einer Mikrowellenstrahlung ausgesetzt werden.

Die Kombination kann die Empfindlichkeit der NMR-Messung bei gleichbleibender Auflösung um bis zu zwei Größenordnungen verbessern. Dadurch können die Forscher auch sehr geringe Probenmengen oder Details komplexer Strukturen und Biomoleküle untersuchen. Im Visier haben sie dabei zum Beispiel Membrantransport-Proteine, also Eiweiße, die aktiv Stoffe in und aus Zellen befördern. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Materialforschung. Dabei ist ein Ziel, die Oberflächen von Katalysatoren zu untersuchen.

Neben konkreten Fragestellungen aus Lebens- und Materialwissenschaften werden die Forscher auch ausloten, welche Möglichkeiten die neue Methodik generell bietet. Weiter steht Messzeit für externe Nutzer unter der Beteiligung an den Nutzungskosten zur Verfügung.

Die Förderung erfolgt im Rahmen der DFG-Großgeräteinitiative "DNP-verstärkte Festkörper-NMR", für die insgesamt fünf Millionen Euro zur Verfügung stehen. Weitere Standorte für die neuen Kombi-Geräte werden die Universitäten Darmstadt und Frankfurt sein.

Antragsteller:

Forschungszentrum Jülich:
Institut für Strukturbiologie und Biophysik (ICS), ICS-6: Strukturbiochemie www.fz-juelich.de/ics/ics-6/DE/Forschung/Abteilungen/Heise/Heise_node.html
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf:
Institut für Physikalische Biologie, Arbeitsgruppe Festkörper-NMR www.uni-duesseldorf.de/MathNat/fknmr/
Biomolekulares NMR-Zentrum:
http://www.fz-juelich.de/sid_7F21C7557846C1D7B519542F1E3A9283/ics/ics-6/DE/Leistungen/BioMolekularesNMRZentrum/artikel.html?nn=535472
Institut für Biochemie, Arbeitsgruppe Membrantransport:
www.uni-duesseldorf.de/WWW/MathNat/biochem/schmitt/Startpage.htm
Institut für Anorganische Chemie und Strukturchemie, Bioanorganische Chemie und Katalyse:

www.chemie.uni-duesseldorf.de/Faecher/Anorganische_Chemie/AC1/Janiak

Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie, Abteilung Funktionsmaterialien:

www.chemie.uni-duesseldorf.de/Faecher/Organische_Chemie/OC2/staudt/index_html

Institut für Biochemie der Pflanzen:
www.biologie.uni-duesseldorf.de/home/Fakultaeten/math_nat/WE/Biologie/Institute/Biochemie_der_Pflanzen

weitere beteiligte Einrichtungen:

RWTH Aachen:
Institut für Technische und Makromolekulare Chemie www.mc.rwth-aachen.de/
Westfälische Wilhelms-Universität Münster:
Institut für Physikalische Chemie
www.uni-muenster.de/Chemie.pc/eckert/
Ansprechpartner:
Forschungszentrum Jülich
ICS-6: Strukturbiochemie
Prof. Dr. Henrike Heise
Tel.: 02461-61 4658
h.heise@fz-juelich.de
Pressekontakt:
für Jülich:
Dr. Barbara Schunk
Tel.: 02461-61 8031
b.schunk@fz-juelich.de
für Düsseldorf:
Dr. Arne Claussen
Tel.: 0211-81 10896
claussen@zuv.uni-duesseldorf.de
Das Forschungszentrum Jülich...
... betreibt interdisziplinäre Spitzenforschung, stellt sich drängenden Fragen der Gegenwart und entwickelt gleichzeitig Schlüsseltechnologien für morgen. Hierbei konzentriert sich die Forschung auf die Bereiche Gesundheit, Energie und Umwelt sowie Informationstechnologie. Einzigartige Expertise und Infrastruktur in der Physik, den Materialwissenschaften, der Nanotechnologie und im Supercomputing prägen die Zusammenarbeit der Forscherinnen und Forscher. Mit rund 4 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den großen Forschungszentren Europas.

Dr. Barbara Schunk | Forschungszentrum Juelich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter
23.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Materialwissenschaft: Widerstand wächst auch im Vakuum
22.06.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften