Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsprojekt für bioidentischen Zahnersatz

20.01.2010
An der Fachhochschule Gelsenkirchen startete ein Projekt, das sich um bioidentischen Zahnersatz bemüht. Gemeinschaftsprojekt mit den zahnmedizinischen Instituten der Universitäten Witten-Herdecke und Düsseldorf, dem Hermsdorfer Institut für technische Keramik, der Dentalfirma Hager & Werken in Duisburg und dem Bochumer Eurolabor.

Von natürlichen Materialien statt von Werkstoffen wie Metall, Keramik oder Kunststoff lassen sich Wissenschaftler der Fachhochschule Gelsenkirchen am Standort Recklinghausen sowie weitere Partner aus Forschung und Industrie inspirieren bei dem jetzt gestarteten Projekt "Bio(i)dent".

Dabei steht das "Bio" selbstverständlich für die Annäherung ans biologisch-natürliche Vorbild. "Ident" kann als das Ziel gelesen werden, dem natürlichen Vorbild bis zur Perfektion nahe zu kommen, und "Dent" steht natürlich für den Zahn. Besser noch: um seinen Ersatz, wenn er in Einzahl oder Mehrzahl fehlt.

"Zurzeit wird vor allem Keramik für Zahnersatz verwendet", so Projektleiter Prof. Dr. Gerhard Meyer vom Labor für Bio- und Nanomaterialien des Fachbereichs "Physikalische Technik" am Recklinghäuser Standort der Fachhochschule Gelsenkirchen, "der Trend geht dabei zu immer härteren Keramiken. Was auf den ersten Blick gut erscheint, ist jedoch langfristig zum Nachteil der Patienten. Beispielsweise das häufig verwendete keramische Zirkonoxid ist so hart, dass es zu Nachteilen bei Zahnkauflächen der Gegenzähne sowie zu Problemen bei der Kaumuskulatur und im Kiefergelenk führt."

Die neuen Zahnersatzmaterialien sollen daher nur außen ganz hart, innen aber weicher und nachgiebiger sein, sie sollen an das Alter des Patienten angepasst werden können und an die Ernährungsweise der Mitteleuropäer. Außerdem soll eine Farbanpassung an die natürlichen Zähne des Patienten möglich sein. Und das ist Meyer sehr wichtig der Zahnersatz der nächsten Generation soll transluzent sein. Dieser Fachbegriff bedeutet, dass der Zahn Licht durchlässt so wie der natürliche Zahn auch.

Mit der Lichtdurchlässigkeit hat der Chemiker Meyer bereits viele Jahre Erfahrung. Bevor er sich jetzt an die bioidentischen Stoffe wagte, hat er bereits mit Press- und Gerüstkeramiken gearbeitet und schon dabei versucht, einen höheren Grad von Lichtdurchlässigkeit zu erzielen. Noch wichtiger als die Zahnschönheit ist den Forschern aber natürlich, einen fast an die Qualität des natürlichen Zahnes heranreichenden Ersatz zu schaffen, der das Kausystem der immer älter werdenden Menschen so lange wie möglich in einem gut funktionierenden und gesunden Zustand erhalten soll.

Schließlich sind die Zähne auch im Alter dafür verantwortlich, Nahrung zu zerkleinern und eine effiziente Aufnahme der Nährstoffe und damit eine gesunde Ernährung zu gewährleisten.

Das Rezept für die neuen Materialien ist völlig geheim. Nur so viel war von der Forschungsfront zu hören, dass die Entwicklungsachse in Richtung bionanotechnologischer Materialien führt. Dem Patienten wird das Rezept letztlich egal sein. Für ihn zählen Funktionalität und Schönheit. Und das wollen die Forscher und Entwickler in rund drei Jahren liefern.

Das Projekt wird vom Programm "FhprofUnt" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit rund 250.000 Euro über drei Jahre gefördert.

Das Förderprogramm setzt auf den Forschungsverbund zwischen Hochschulen und Unternehmen und hat im Jahr 2009 insgesamt 100 Projekte von 314 Projektanträgen in die Förderung aufgenommen. Ein wichtiger Akzent liegt auf der Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen, die häufig keine eigenen Kapazitäten für Forschung und Entwicklung haben.

Ihr Medienansprechpartner für weitere Informationen:
Prof. Dr. Gerhard Meyer, Fachbereich Physikalische Technik am Standort Recklinghausen der der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon (02361) 915-457, Telefax (02361) 915-752, E-Mail gerhard.meyer@fh-gelsenkirchen.de

Dr. Barbara Laaser | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-gelsenkirchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Perowskit-Solarzellen: Es muss gar nicht perfekt sein
15.01.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Fraunhofer IMWS testet umweltfreundliche Mikroplastik-Alternativen in Kosmetikartikeln
11.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie