Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flammschutz für den Jet-Set

09.01.2015

Eine neu entwickelte Beschichtung schützt das Innere von Businessjets vor Feuer. Das Mittel ist nicht nur umweltfreundlicher als bisher verfügbare Flammhemmer, sondern auch schneller appliziert. So hilft die Empa der Schweizer Firma Jet Aviation, ihren Wettbewerbern davonzufliegen. Das neue Mittel könnte auch bei Möbeln, Wand- oder Deckenverkleidungen zum Einsatz kommen.

Businessjets müssen innen schön sein, das wünscht die zahlungskräftige Kundschaft. Das Mobiliar muss unbrennbar sein, das wünscht die Flugsicherheitsbehörde. Und der Jet darf bei einer Renovation nie zu lange im Hangar stehen, denn das kostet (unnötig) Geld.


Businessjets wie diese Bombardier Global 5000 müssen mit flammsicheren Möbeln ausgerüstet sein.

Bombardier


Die Jet-Aviation ist unter anderem Spezialist für den Innenausbau. Dank neuartiger Empa-Flammschutzmittel wird bei der Renovation nun viel Zeit und Geld gespart.

Jet Aviation AG

Der Schweizer Flugzeugausrüster Jet Aviation, der Mobiliar im Innern der Flugzeuge renoviert oder neu zusammenstellt, gelangte mit einem Projektauftrag an die Empa. Um die einzelnen Schichten der Leichtbaumöbel flammhemmend auszurüsten, waren bislang mehrere Arbeitsschritte nötig. So lange blieb der Businessjet am Boden. Die Frage war nun: Geht das nicht schneller?

Der Empa Forscher Sabyasachi Gaan und sein Team haben nun einen neuen Flammschutz entwickelt. Dieser ist umweltfreundlicher als der vorher genutzte – er kommt ohne chlorierte und bromierte Chemikalien aus – und erreicht den Flammschutzeffekt allein durch ein besonders hohes Molekulargewicht. Daraus erfolgt ein weiterer Vorteil: Das Flammschutzmittel dünstet nicht in die Luft aus; Geruchsbelästigungen im neu möblierten Jet gibt es also nicht.

Eine Beschichtung genügt

Auch die erwünschte Zeitersparnis im Handling der teuren Maschinen konnte das Empa-Team sicherstellen: Das neu entwickelte Flammschutzmittel braucht nur einmal aufgetragen zu werden – anstatt in mehreren Schichten übereinander. So entfallen Arbeitsstunden und Trocknungszeiten, der renovierte und nun flammsichere Jet rollt mehrere Tage früher zur Startbahn.

Das 2012 angelaufene Projekt wurde von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) im Rahmen der Sondermassnahmen gegen den Starken Franken mitfinanziert; das Verfahren ist inzwischen zum Patent angemeldet.

Projektleiter Sabyasachi Gaan denkt bereits einen Schritt weiter: Wenn die Flammschutzausrüstung beim Restaurieren von Jets Zeit spart, dann könnte sie auch in der Herstellung von Businessflugzeugen gewinnbringend eingesetzt werden. Gespräche mit Herstellern sind bereits geplant.

Das neu entwickelte, umweltfreundliche Flammschutzmittel könnte auch anderswo Karriere machen, die Forschenden können sich vorstellen, dass man den Stoff auch für die flammhemmende Ausrüstung von Textilien, für Holzmöbel oder für Wand- und Deckenverkleidungen in Gebäuden einsetzen kann.

Weitere Informationen:

http://www.empa.ch/plugin/template/empa/3/154398/---/l=1

Rainer Klose | EMPA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Bioabbaubare Polymer-Beschichtung für Implantate
06.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Studie InLight: Einblicke in chemische Prozesse mit Licht
22.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften