Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Feierlicher Start der Celitement-Pilotanlage

11.10.2011
Heute wurde die neu errichtete Pilotanlage der Celitement GmbH auf dem Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) feierlich eingeweiht: Die Anlage wird täglich 100 Kilogramm des umweltfreundlichen Zementes Celitement® liefern, der aus heutiger Sicht nur halb so viel Energie bei der Herstellung benötigt und im Vergleich zu herkömmlichem Portlandzement voraussichtlich nur halb so viel Kohlendioxid (CO2) an die Umwelt abgibt.

„Die Inbetriebnahme der Anlage ist ein Meilenstein auf dem Weg vom Labor zur Marktreife des umweltschonenden Zementes. Celitement ist ein hervorragendes Beispiel für die Innovationsstärke des KIT und für gelungenen Technologietransfer“, so Dr. Peter Fritz, Vizepräsident des KIT.

Die Idee für den neuen Baustoff Celitement® hatten Wissenschaftler des KIT vor sechs Jahren. Fünf Millionen Euro hat die Celitement GmbH, eine Ausgründung der vier Erfinder, des KIT und des Industriepartners Schwenk, mittlerweile investiert mit dem Ziel, den Zement für den Einsatz in der Industrie weiterzuentwickeln.

"Das ist ein wichtiger Beitrag zur effizienten Nutzung von Ressourcen", betonte der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller in seiner Festrede, „denn die Zementherstellung ist nach wie vor einer der energieintensivsten industriellen Prozesse. Mit der Celitement-Pilotanlage bietet sich die Chance, daran nachhaltig etwas zu ändern. Die beste Energie ist die, die wir nicht benötigen."

Derzeit emittieren die Zementwerke mit einer Jahresproduktion von drei Milliarden Tonnen Zement etwa fünf Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Damit setzt die Zementherstellung drei bis viermal so viel CO2 frei wie der globale Flugverkehr. Bei einer weltweiten Umstellung der Zementproduktion auf das Celitement®-Verfahren würde allein rohstoffseitig eine halben Milliarde Tonne CO2 eingespart – mit globalen Effekten für den Klimaschutz. Die Herstellung von Celitement® ist im Vergleich zu herkömmlichem Portlandzement zudem ressourcenschonend, da nur ein Drittel der Kalkmenge nötig ist und auf den Zumahlstoff Gips vollständig verzichtet werden kann.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Karlsruher Institut für Technologie allein institutionell mit rund 232 Millionen Euro im Jahr, um durch Spitzenforschung Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft zu leisten. Für die wissenschaftliche Begleitung des Wegs von Celitement® vom Labormaßstab hin zur industriellen Anwendung stellte es zusätzlich 4,3 Millionen Euro bereit. „Exzellente Köpfe und leistungsfähige Infrastruktur dienen dazu, die Lebensgrundlagen des Menschen auch langfristig zu sichern und die technologische Basis für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft zu schaffen“, betont Ministerialdirigent Dr. Karl Eugen Huthmacher vom BMBF. „Celitement ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie KIT unserer Zukunft durch eine auf Anwendung und Vorsorge gerichtete Forschung mit gestaltet. Ich freue mich, dass das große Engagement der Celitement GmbH und der Schwenk Gruppe nun erste Früchte trägt.“

„Als Industriepartner sehen wir in diesem Projekt ein hervorragendes Beispiel wie Forschung und Industrie gemeinsam neue Wege bei der Entwicklung von zukunftsweisenden Produkten gehen und so den umwelttechnischen Herausforderungen begegnen können“, so Gerhard Hirth, Geschäftsführer des Schwenk Zement KG.

Bei der heutigen Einweihungsfeier zum Start der Pilotanlage erhielt die Celitement GmbH für ihr Projekt „Celitement® - Umweltfreundliche Zementherstellung“ ebenfalls die Auszeichnung als Ausgewählter Ort 2011 im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“. Celitement® sei ein vorbildliches Beispiel für Innovationen aus Deutschland: Sie verbinden ökonomische Motivation mit der Verantwortung für Umwelt und Nachhaltigkeit, so die Begründung für die Auszeichnung. „365 Orte im Land der Ideen“ ist ein Wettbewerb, den die Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ gemeinsam mit der Deutschen Bank unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Christian Wulff durchführt.

In der Energieforschung ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine der europaweit führenden Einrichtungen: Das KIT-Zentrum Energie vereint grundlegende und angewandte Forschung zu allen relevanten Energieformen für Industrie, Haushalt, Dienstleistungen und Mobilität. In die ganzheitliche Betrachtung des Energiekreislaufs sind Umwandlungsprozesse und Energieeffizienz mit einbezogen. Das KIT-Zentrum Energie verbindet exzellente technik- und naturwissenschaftliche Kompetenzen mit wirtschafts-, geistes- und sozialwissenschaftlichem sowie rechtswissenschaftlichem Fachwissen. Die Arbeit des KIT-Zentrums Energie gliedert sich in sieben Topics: Energieumwandlung, erneuerbare Energien, Energiespeicherung und Energieverteilung, effiziente Energienutzung, Fusionstechnologie, Kernenergie und Sicherheit sowie Energiesystemanalyse.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?
30.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Bessere Anwendungsmöglichkeiten für Laserlicht
28.03.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE