Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fehleranalyse in 3D: industrielle Computertomographie an der Hochschule Hamm-Lippstadt

18.10.2012
Was einige Bürgerinnen und Bürger nur vom Arztbesuch kennen, ist an der Hochschule Hamm-Lippstadt nun für Bauteile und Werkstoffproben möglich: die Computertomographie.
Mit der im Raum Südwestfalen einzigartigen Hochschulausstattung lokalisieren Stiftungsprofessor Dr. Jörg Meyer und sein Team kleinste Abweichungen und Bauteilfehler. Die dreidimensionalen Aufnahmen ermöglichen Fehlersuche oder Qualitätskontrollen am Bildschirm, ohne die Werkstücke für die Untersuchung zu zerstören.

Was einige Bürgerinnen und Bürger nur vom Arztbesuch kennen, ist an der Hochschule Hamm-Lippstadt nun für Bauteile und Werkstoffproben möglich: die Computertomographie. Mit der im Raum Südwestfalen einzigartigen Hochschulausstattung lokalisieren Stiftungsprofessor Dr. Jörg Meyer und sein Team kleinste Abweichungen und Bauteilfehler. Die dreidimensionalen Aufnahmen ermöglichen Fehlersuche oder Qualitätskontrollen am Bildschirm, ohne die Werkstücke für die Untersuchung zu zerstören.
"Wir erreichen mit dem Computertomographen extrem hohe Auflösungen im Nanometerbereich und können so genaue Darstellungen der Innen- und Außengeometrie von industriellen Bauteilen liefern", erklärt Prof. Meyer die Neuanschaffung. 3D-Aufnahmen einer defekten Leuchtdiode zeigen zum Beispiel, dass der Bonddraht – ein zentrales Bauteil im Inneren – Ursache für den Funktionsfehler ist. Entsprechend der Analyse können Schäden behoben oder Produktionsprozesse optimiert werden.

Seinen Einsatz findet der Computertomograph in Forschung, Entwicklung und Lehre der Hochschule. Hier ergeben sich Synergien mit der heimischen Industrie so Meyer: "Für unsere anwendungsbezogene Forschung benötigen wir praktische Fälle. Die Industrie profitiert wiederum von qualifizierten Untersuchungen ihrer Werkstücke und -stoffe." Der Automobilzulieferer HELLA KGaA Hueck & Co und der Zulieferer für Leichtmetallkomponenten Martinrea Honsel Germany GmbH nutzten als erste Unternehmen die neue Technologie der Hochschule für spezifische Fragestellungen. "Wir freuen uns auf weitere Kooperationen mit der Industrie", so der Stiftungsprofessor, der als Ansprechpartner für Unternehmen zur Verfügung steht.

Die Analysen mit dem Computertomographen sind aufwändig und variieren in ihrer Dauer je nach Fragestellung von einer Stunde bis zu einer Woche. Zum Einsatz kommt die zerstörungsfreie Analysemethode in der Materialwissenschaft, Mikromechanik oder Elektronik. Die angehenden Wirtschaftsingenieurinnen und -ingenieure sowie Studierende des Studiengangs Mechatronik können das Gerät im Rahmen von Bachelor- oder Masterarbeiten zur Werkstoff- und Bauteilprüfung einsetzen. Sie erhalten damit die Möglichkeit, bereits während des Studiums eine industrielle Spitzentechnologie kennenzulernen und sich so auf die Anforderungen im späteren Berufsleben vorzubereiten. "Die Arbeit mit dem Computertomographen bietet auch Potential für Fragestellungen, die in Promotionen bearbeitet werden können", wagt Prof. Meyer einen Blick in die mögliche Zukunft. Promotionen an Fachhochschulen sind in Deutschland zurzeit in Kooperationsverfahren mit Universitäten möglich.

Die Anschaffung des neuen Computertomographen wurde inklusive der erforderlichen Spezialrechner mit rund 400.000 Euro aus den Sachmitteln von Meyers Stiftungsprofessur, Lehrgebiet "Photonik und Materialwissenschaften", finanziert.
Über die Hochschule Hamm-Lippstadt:
Mit der Entscheidung der nordrhein-westfälischen Landesregierung, eine neue Fachhochschule in Hamm und Lippstadt aufzubauen, wurde 2009 der Grundstein für eine Hochschule neuen Profils gelegt. Präsident Prof. Dr. Klaus Zeppenfeld und Vizepräsident Karl-Heinz Sandknop haben gemeinsam mit ihrem Team praxiserfahrener Professorinnen und Professoren ein innovatives Studienangebot im Bereich der Ingenieurwissenschaften entwickelt. Derzeit werden sechs Bachelorstudiengänge angeboten, die sich durch Marktorientierung und hohen Praxisbezug auszeichnen.

Wachstum wird in den nächsten Jahren die Entwicklung der Hochschule Hamm-Lippstadt bestimmen. Weitere Bachelorstudiengänge und Masterangebote werden hinzukommen. Mit der Errichtung der beiden Neubauten in Hamm und Lippstadt werden zeitgleich auch gebäudetechnisch ideale Voraussetzungen geschaffen, um Ingenieurinnen und Ingenieure für die Zukunft auszubilden.

Kerstin Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.hshl.de/3D-computertomograph/
http://www.hshl.de/vita-prof-dr-joerg-meyer/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Europäisches Exzellenzzentrum für Glasforschung
17.03.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Vollautomatisierte Herstellung von CAD/CAM-Blöcken für kostengünstigen, hochwertigen Zahnersatz
16.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise