Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Exzellenzcluster "MERGE" offiziell gestartet

06.11.2012
Wissenschaftler aus sechs Fakultäten der TU Chemnitz forschen in den kommenden fünf Jahren, um getrennte Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffgruppen zusammenzuführen

Der Exzellenzcluster "MERGE - Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" an der Technischen Universität Chemnitz ist zum 1. November 2012 offiziell gestartet. Für die kommenden fünf Jahre erhält er im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder eine Förderung von rund 34 Millionen Euro.

"Dieser Bundesexzellenzcluster, in dem gegenwärtig mindestens 90 Arbeitsplätze geschaffen werden, zählt zu unseren wichtigsten und dittmittelstärksten Forschungsvorhaben in den kommenden Jahren", sagt Prof. Dr. Heinrich Lang, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der TU Chemnitz. MERGE sei zudem deutschlandweit der einzige Cluster auf dem zukunftsweisenden, stark umkämpften Technologiefeld "Leichtbau", der auch aus Sicht der Europäischen Kommission weltweit zu den Schlüsseltechnologien der Zukunft zählt.

MERGE stärkt als Plattform, so Lang, die drei Forschungsschwerpunktfelder der TU Chemnitz - nämlich Energieeffiziente Produktionsprozesse, Fakt or Mensch in der Technik und Intelligente Systeme und Werkstoffe - ganz wesentlich. "Darüber hinaus werden an der TU Chemnitz auf diesen Gebieten exzellente Förder- und Karrierebedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs geschaffen", versichert der Prorektor und ergänzt: "Transdisziplinär arbeiten hier Forscher gemeinsam mit Studierenden an vielen für die Zukunft drängenden gesellschaftlichen Fragestellungen."

Auch deshalb sei es für die TU Chemnitz eine zentrale Aufgabe, in diesem Exzellenzcluster nachhaltige Spitzenleistungen zu erbringen, die wichtige Impulse für die Wirtschaft und die Wissenschaft in der Region und im Freistaat Sachsen aussenden. "Unterstützt wird der Wissens- und Technologietransfer durch ein multidisziplinäres Kooperationsnetzwerk mit vielen, insbesondere sächsischen Unternehmen, die so einen direkten Zugang zu den Forschungsergebnissen erhalten", sagt Lang.

Dieses Netzwerk sei für alle Kooperationsinteressenten offen. Aus Sicht der Universitätsle itung haben die innerhalb von MERGE zu bearbeitenden Themen das Potenzial, bald eine internationale Spitzenposition einzunehmen.

Nachdem der Bewilligungsausschuss am 15. Juni 2012 seine Entscheidung für die Förderung von MERGE verkündet hatte, musste das Steering Committee des Clusters zunächst die Aufgabe bewältigen, die bei allen bewilligten Clustern vorgenommene Kürzung der Mittel von bis zu 30 Prozent umzusetzen. Der Koordinator des Chemnitzer Clusters, Prof. Dr. Lothar Kroll, sagt dazu: "Primäres Ziel ist es, in die Köpfe zu investieren und alle geplanten Stellen für Promovenden und Wissenschaftler zu halten. Dies können wir nur dadurch erreichen, dass sich die Universitätsleitung dazu bereit erklärt, die Finanzierungslücke anteilig durch Universitätsmittel zu schließen."

Ziel des Exzellenzclusters ist es, durch die transdisziplinäre Arbeit der beteiligten Wissenschaftler derzeit noch getrennte Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffgruppen, wie Metalle und Kunststoffe sowie technische Textilien, zusammenzuführen. Diese so entstehenden multifunktionalen Leichtbaustrukturen zeichnen sich insbesondere durch die Integration von Mikro- und Nanosystemen aus. "So entsteht Multifunktionalität in einem Verarbeitungsschritt", sagt Kroll. MERGE ist der einzige Exzellenzcluster auf dem Gebiet der Erforschung und Entwicklung zukunftsträchtiger Schlüsseltechnologien für Leichtbaustrukturen.

Doch bevor am 1. November 2012 der transdisziplinäre Exzellenzcluster mit den an der Antragstellung beteiligten 38 Wissenschaftlern aus den Fakultäten für Naturwissenschaften, Mathematik, Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik, Informatik sowie für Wirtschaftswissenschaften starten konnte, wurden die administrativen Grundsteine für die erfolgreiche Projektbearbeitung gelegt. Neben dem Aufbau der Geschäftsstelle, die unter der Leitung von Jürgen Tröltzsch eine zentrale Koordinierung dieses Großprojektes gewährleistet, stand vor allem die Besetzung der ersten Personalstellen im Vordergrund der Arbeiten. Darüber hinaus haben alle Leiter der sechs Forschungsfelder bereits erste Treffen zur Planung und Umsetzung ihrer Forschungstätigkeit abgehalten. Als Informationsplattform sowie für den internen Datenaustausch zu allen Forschungspartnern wurde zudem eine Homepage des Clusters erstellt.

Weitere Informationen zum Exzellenzcluster MERGE:
http://www.tu-chemnitz.de/MERGE
Kontakt: Jürgen Tröltzsch, Geschäftsführer MERGE,
Telefon 0371 531-35665, E-Mail juergen.troeltzsch@mb.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de
http://www.tu-chemnitz.de/MERGE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beton - gebaut für die Ewigkeit? Ressourceneinsparung mit Reyclingbeton
19.04.2017 | Hochschule Konstanz

nachricht Gelatine statt Unterarm
19.04.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1. Essener Gefahrguttage am 19.-20. September 2017 mit fachbegleitender Ausstellung

24.04.2017 | Seminare Workshops

Laserstrukturierung verbessert Haftung auf Metall und schont die Umwelt

24.04.2017 | Maschinenbau

Forscherteam der Universität Bremen untersucht Korallenbleiche

24.04.2017 | Biowissenschaften Chemie