Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Empa-Laserzentrum in Thun eröffnet: Grosse Oberflächen nanometergenau bearbeiten

07.04.2011
Am 7. April 2011 wurde in Thun im Beisein von Empa-Direktor Gian-Luca Bona und des Thuner Stadtpräsidenten, Raphael Lanz, das neue Laserzentrum mit einer weltweit einzigartigen UV-Laseranlage eingeweiht. Sie dient ForscherInnen dazu, neuartige Oberflächen zu entwickeln. Industriepartner können darauf mit ihr grosse Folien mikro- bis nanometergenau strukturieren.

Herzstück der von der Empa in enger Zusammenarbeit mit der Firma Crealas GmbH betriebenen Anlage – eine von weltweit gerade einmal drei – ist ein gepulster Ultraviolett (UV)-Laserstrahl, der auf bis zu drei Quadratmeter grossen Oberflächen nanometerdünne Schichten präzise abträgt. Als Unterlage dient ein 19 Tonnen schwerer Granittisch, der im Oktober 2010 in einem spektakulären Transport nach Thun gebracht wurde.

Materialien mit neuen physikalisch-mechanischen Effekten

Indem Oberflächen mikrostrukturiert werden, lassen sich neue physikalisch-mechanische Effekte hervorrufen; die Mikrostrukturen verringern beispielsweise Reibung, reduzieren den Luftwiderstand oder verhindern Pilzbewuchs. Anfertigen lassen sich auch Folien für optische Strukturen mit lichtsteuernden Eigenschaften, zum Beispiel 3D-Bildschirme, die ohne Brillen funktionieren. Patrik Hoffmann, Leiter der Empa-Abteilung «Advanced Materials Processing», kann sich zudem vorstellen, damit neuartige Fensterscheiben zu entwickeln, die nachts Innenräume beleuchten und tagsüber als Solarzelle fungieren. Ihm schwebt auch vor, Materialien für elektrochemische Prozesse vorzukeimen, um damit elektrische Verbindungen auf flexiblen Bildschirmen oder Solarzellen wachsen zu lassen.

Einmalige Dienste für die Industrie

Nicht nur die Materialforschung profitiert von der neuen Anlage, auch den Industriepartnern der Empa bietet die Anlage neue Perspektiven. Die grossflächige Laserbearbeitung von Oberflächen erlaubt es, Abformwerkzeuge herzustellen. Diese benötigt die Industrie, um strukturierte Folien als günstige Meterware zu produzieren. Bis anhin mussten Abformwerkzeuge jeweils aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt werden; im neuen Laserzentrum lassen sie sich dagegen in einem Stück fertigen. Herstellen lassen sich auch Folien für optische Sicherheitsmerkmale. Schon jetzt bemühen sich verschiedene Länder, die Hologramme auf ihren Banknoten durch mikrostrukturierte Folien mit optischen 3D-Effekten zu ersetzen.

«Mit dem neuen Laserzentrum können wir für die Schweiz einmalige Dienste anbieten», sagt Empa-Direktor Gian-Luca Bona. «Das eröffnet sowohl unseren Partnern in der Wirtschaft als auch in der Forschung völlig neue Möglichkeiten.» Stadtpräsident Raphael Lanz, der als einer der ersten zur Eröffnung gratulierte, hofft, dass aus der Zusammenarbeit am Wirtschaftsstandort Thun starke Produkte entwickelt werden, die auf dem Weltmarkt bestehen können. Die Vorzeichen stehen günstig, nicht zuletzt deshalb, weil der Wirtschaftsraum Thun die höchste Dichte an Arbeitsplätzen in Maschinenbau und Metallverarbeitung in der ganzen Schweiz besitzt.

Rémy Nideröst | idw
Weitere Informationen:
http://www.empa.ch/plugin/template/empa/3/105683/---/l=1

Weitere Berichte zu: Abformwerkzeuge Empa Empa-Laserzentrum Laserzentrum Solarzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Bessere Kathodenmaterialien für Lithium-Schwefel-Akkus
17.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Energie, sicher und leicht transportiert – Adaptive Verarbeitung komplexer Steuerungsdaten
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen

23.05.2017 | Maschinenbau

«Schwangere» Stubenfliegenmännchen zeigen Evolution der Geschlechtsbestimmung

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Tumult im trägen Elektronen-Dasein

23.05.2017 | Physik Astronomie