Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einprägsam und auffallend: HTWK-Wissenschaftler forschen an einem neuartigen Druck-Präge-Verfahren

04.03.2013
Verpackungen, auf denen Produkte plastisch wirken, Laminat oder Arbeitsplatten im Schiefer-Look, die trotz realistischem Aussehen leicht zu reinigen sind: Im März 2013 starten an der HTWK Leipzig die Praxistests im Forschungsprojekt "iHAPT" zu neuen Anwendungen und Produkten für die Druck- und Verpackungsindustrie.
Ziel ist es, Produkte wie Verpackungen oder Dekorartikel mit neuartigen und realistisch wirkenden Effekten – optisch wie haptisch – herstellen zu können. Forschungspartner ist der Druck- und Prägeformenhersteller Sächsische Walzengravur GmbH aus der Nähe von Chemnitz, der für die praktische Umsetzung verantwortlich ist. Technologiepartner ist die Dr. Wirth Gravursysteme GmbH aus Frankfurt/Main, welche Gravurmaschinen sowie 3D-Scanner entwickelt.

Prof. Lutz Engisch, Professor für Werkstoffe an der HTWK Leipzig und Institutsdirektor des iP3 Leipzig, an dem das Forschungsprojekt angesiedelt ist: "Die HTWK Leipzig ist eine von wenigen Hochschulen in Deutschland, an der Ingenieure für die Druck- und Verpackungsindustrie ausgebildet werden. Wir haben traditionell gute Beziehungen zur Druck- und Verpackungsindustrie in Sachsen und darüber hinaus." Laut Engisch geht es in dem Forschungsprojekt darum, neue Produkteigenschaften und technisch beherrschbare Prozesse zu entwickeln sowie deren Einbettung in die bestehenden Prozesslandschaften zu planen:
"Wir arbeiten an einer völlig neuartigen Produktkategorie: In Zukunft könnten Verpackungen, Geschenkpapier oder Servietten schon im Planungsprozess und beim Ausdruck so realistisch wirken, dass man einen räumlichen Eindruck bekommt. Dann sind nur noch schwache Prägungen nötig, um einen optisch wie haptisch realistischen Eindruck zu erzielen." Technologische Triebkraft ist die Entwicklung der Laserdirektgravur, die die Herstellung von Prägewerkzeugen effektiver machen und den Einsatz neuer Werkstoffe ermöglichen soll.

Projektmitarbeiter Markus Schumacher, M.Sc., Absolvent des Studiengangs Angewandte Mathematik an der HTWK Leipzig, erklärt die Möglichkeiten dieses Verfahrens:

"Eine so hergestellte Schieferdekor-Arbeitsplatte sieht dann aus wie Schiefer, Holzlaminat wie alte Dielen, sie lassen sich aber deutlich besser reinigen. Für diese Anwendung gibt es noch keine Erfahrungen und Richtwerte, etwa für das Verhalten des Materials. Wir forschen daran, die nötigen technischen Prozesse in einen funktionierenden Workflow zu integrieren – vom Scan über die Datenverarbeitung, den Druck und die Prägung mit lasergravierten Walzen. Wir sind die erste Forschungseinrichtung, die dabei den gesamten Prozess abbildet."

Michael Wiegner, Kaufmännischer Leiter der Sächsischen Walzengravur GmbH: "Vom Fernsehen bis zur Postkarte – 3D ist der aktuelle Trend. Unsere Kunden suchen daher nach Möglichkeiten, ihre Verpackungen, Möbelfolien oder weitere Produkte plastisch wirken zu lassen.

Ob durch Prägung, spezielle Druckverfahren oder eine Kombination aus beidem – das optimale Verfahren muss gefunden und an die speziellen Eigenschaften der zu bedruckenden und zu prägenden Stoffe angepasst werden. Deshalb arbeiten wir in dem Projekt mit der HTWK Leipzig zusammen und suchen gemeinsam nach neuen Möglichkeiten auf diesem Gebiet. In der engen Kooperation mit der HTWK Leipzig bringen wir die Wünsche des Marktes ein und prüfen die gemeinsam gewonnenen Forschungsergebnisse auf Anwendbarkeit. Dank jahrelanger Zusammenarbeit mit der HTWK Leipzig und anderen Hochschulen Sachsens ist auf beiden Seiten ein großes Know-how und gegenseitiges Vertrauen für die Umsetzung dieser Forschungsprojekte entstanden."

Das Projekt "iHAPT – Entwicklung eines neuartigen, kombinierten Druck-Präge-Verfahrens für die Herstellung hochqualitativer, semihaptischer Strukturen" ist das erste Forschungsprojekt des neuen Institutes iP3 Leipzig, das im Juni 2012 als In-Institut der Fakultät Medien der HTWK Leipzig gegründet worden war wurde. "In diesem Bereich – haptische Effekte für Druck- und Verpackungsanwendungen – soll jetzt und in Zukunft der Schwerpunkt unserer Forschungstätigkeit am iP3 Leipzig liegen", so Professor Engisch.

Das Projekt läuft von Mitte 2012 bis Mitte 2014 und wird von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) gefördert.

Hintergrund:
Die Sächsische Walzengravur GmbH (SWG) – Mitglied der Janoschka Gruppe
Die SWG (Gründung 1890) mit Sitz in Frankenberg bei Chemnitz ist Teil der weltweit agierenden Janoschka Gruppe und dank der Kooperation zwischen den einzelnen Janoschka-Standorten immer nah am Kunden. Egal ob Verpackungen, Servietten, Textilien, Sicherheitsdruck, Prägeanwendungen, etc. – überall im täglichen Leben finden sich die Arbeitsergebnisse der SWG. Mit Tief-, Flexo- und Siebdruckformen, Bildbearbeitung sowie Sleeves und einer eigenen Zylinderfertigung bietet SWG ein vielfältiges Produktportfolio in der Druckvorstufe. Auch Spezialanfertigungen z.B. für den Wertpapierdruck oder gedruckte Elektronik gehören dazu. Mit neuester Anlagetechnik, hochqualifiziertem Personal sowie stetiger Weiterentwicklung in der eigenen F&E-Abteilung verbindet das Unternehmen Tradition und Innovation.

Internetseite: http://www.swg-online.de

Das Institute for Printing, Processing and Packaging – iP3 Leipzig
Das iP3 Leipzig wurde Ende Juni 2012 an der HTWK Leipzig gegründet und ist ein In-Institut der Fakultät Medien. Ziel ist, die Ansprechpartner für Forschung über die gesamte Prozesskette des Druckens (Druckvorstufe, Druck, Werkstoffe, Veredelung, Qualitätskontrolle, Verpackung) zu bündeln und so die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen. Die HTWK Leipzig ist eine von insgesamt nur fünf Hochschulen in Deutschland, an der Ingenieure für die Druckindustrie ausgebildet werden und eine von zwei Hochschulen, die Ingenieure für die Verpackungstechnik ausbildet.

Internetseite: http://ip3.htwk-leipzig.de/

Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig)
Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig wurde 1992 gegründet. Sie setzt damit eine lange Tradition der ingenieurtechnischen Bildungseinrichtungen (Bauhochschule, Technische Hochschule) und der Lehrstätten für Bibliothekare, Buchhändler und Museologen in Leipzig fort. Aktuell sind mehr als 6.400 Studierende eingeschrieben.
Die anwendungs- und zukunftsorientierten Studiengänge der Ingenieurwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, angewandten Medien-, Informations- und Kulturwissenschaften sowie Informatik und Mathematik führen zu den Abschlüssen Bachelor und Master.
Alle Fakultäten kooperieren in Forschung und Entwicklung mit Unternehmen aus der Region Leipzig und garantieren daher eine praxisnahe Ausbildung.

www.htwk-leipzig.de

Ansprechpartner:
Prof. Dr. rer. nat. Lutz Engisch, Tel.: +49 341 2170-464, lutz.engisch@fbm.htwk-leipzig.de
Pressekontakt:
Stephan Thomas, Forschungskommunikation, Tel.: +49 341 3076-6385, stephan.thomas@r.htwk-leipzig.de

Stephan Thomas | HTWK Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.htwk-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Wussten Sie, dass Verpackungen durch Flash Systeme intelligent werden?
23.05.2017 | Heraeus Noblelight GmbH

nachricht Bessere Kathodenmaterialien für Lithium-Schwefel-Akkus
17.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften