Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein roter Faden durchs Labyrinth der Nanomaterialien

11.12.2014

Der Leitfaden «LICARA» richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aller Branchen und hilft, mit einem systematischen Vorgehen Vor- und Nachteile von Nanomaterialien einschätzen und Entscheide zu deren Einsatz fällen zu können. Der Leitfaden kann auch als Verhandlungsgrundlage zwischen einzelnen Unternehmen der Wertschöpfungskette dienen.

Der Einsatz von Nanomaterialien kann zu neuen oder entscheidend verbesserten Produkteigenschaften führen. Die Industrie möchte die spezifischen Eigenschaften von Nanomaterialien für wettbewerbsstarke Produkte nutzen, aber auch Risiken für Mensch und Umwelt vermeiden.


Eisenoxid-Nanopartikel auf der Oberfläche einer Zelle

Empa


Titelblatt des neuen Leitfadens «LICARA»

Empa

Viele Fragen zu Nutzen und Risiken von Nanomaterialien sind noch offen, die Europäische Gesetzgebung in diesem Bereich ist anspruchsvoll. Die Empa hat im Rahmen des EU-Projektes «LICARA» zusammen mit der holländischen Forschungsinstitution TNO, dem Nano-Cluster-Bodensee und sechs weiteren Partnern aus der Industrie einen Leitfaden herausgegeben, der unter anderem Antworten auf folgende Fragen liefert:
• Wo und wie können Nanomaterialien nützlich sein?
• Was sind nanospezifische Risiken für Mensch und Umwelt?
• Welche gesetzlichen Grundlagen gibt es?
• Wie nachhaltig sind Nanoprodukte?

Ergänzend zum Leitfaden steht ein Excel-Tool, der «LICARA nanoSCAN» zur Verfügung, um Nutzen-Risiko-Abwägungen mit Nanomaterialien semi-quantitativ zu illustrieren. Der Leitfaden steht zum Download auf http://www.empa.ch/licara  bereit; dort befindet sich auch der Link zum «LICARA nanoSCAN».

In sieben einfachen Schritten zu einer ersten Entscheidungsgrundlage

Im «LICARA»-Leitfaden werden zunächst die Begriffe Nanopartikel, Nanomaterial und Nanoprodukt erläutert. Denn: Nicht alles, was mit «Nano» bezeichnet wird, enthält Nanopartikel. Daneben wird die rechtliche Situation erklärt. Werden Nanopartikel in Produkten in den Bereichen Kosmetik, Nahrungsmittel und Pflanzenschutzmitteln verwendet, sind die strengen Vorschriften zur Registrierung und Deklaration unbedingt zu beachten.

Auch bei Produkten aus anderen Branchen gibt es Registrierungsvorschriften. Die Schritte drei und vier widmen sich den Nutzenpotenziale der Nanomaterialien. Der fünfte Schritt zeigt, wie durch entsprechendes Produktedesign Sicherheit und Qualität der Produkte entlang ihres Lebenszyklus verbessert werden können. Schritt sechs umfasst den Stand der Forschung zu möglichen Risiken.

Im letzten Schritt führt der Leitfaden potenzielle Nutzer schliesslich auf systematische Weise an eine erste Entscheidungsgrundlage heran, ob und mit welchen Nanomaterialien erfolgreich innovative Produkte entwickelt werden können.

Diese Entscheidungsgrundlage kann auch genutzt werden, um mit Kunden, Lieferanten und Behörden effizient über das Produkt zu kommunizieren. Für eine weitere Vertiefung bietet sich im Anschluss der LICARA NanoSCAN an.

Leitfaden für Nanotextilien
Bereits 2011 hat die Empa zusammen mit dem Textilverband Schweiz TVS den Leitfaden «Nano Textiles» für den sicheren Zu- und Umgang mit Nanotechnik in der Textil- und Bekleidungsindustrie herausgegeben. Die Broschüre geht auf spezielle Fragen aus der Textilproduktion ein und steht unter http://www.empa.ch/nanosafetextiles  zum Download zur Verfügung.


Weitere Informationen:

http://www.empa.ch/plugin/template/empa/3/153676/---/l=1

Rainer Klose | EMPA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Wussten Sie, dass Verpackungen durch Flash Systeme intelligent werden?
23.05.2017 | Heraeus Noblelight GmbH

nachricht Bessere Kathodenmaterialien für Lithium-Schwefel-Akkus
17.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen

24.05.2017 | Geowissenschaften