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Damit nichts zwickt oder zwackt - das perfekte „Darunter“ für Business- und Fashionbekleidung

31.10.2012
Hohenstein Wissenschaftler und die Pro Feet Functional Wear GmbH entwickeln multifunktionelle First-Layer-Textilien

Neben moderner Sportbekleidung verlangt der Markt zunehmend nach funktioneller Unterbekleidung für die Bereiche Fashion und Business. Für diese Anwendung sind jedoch Textilien mit speziellen Eigenschaften gefordert, die sich deutlich von denen der Sportbekleidung unterscheiden. Diese Marktlücke wird im Rahmen eines nun laufenden Forschungsprojekts (ZIM-Projekt KF2136724CJ2) zu First-Layer Textilien geschlossen.

Die Anforderungen, die die Projektpartner an die direkt auf der Haut getragenen Wäschestücke stellen, sind hoch. So soll die darüber getragene Oberbekleidung wie Businesshemden oder Blusen mit möglichst geringer Reibung über diese hinweg gleiten und auch sonst wenig mit dieser mechanisch interagieren. Hierzu ist die Auswahl von Fasersubstraten, Flächenherstellung und Veredlung gezielt aufeinander abzustimmen. Zugleich sollen First-Layer Textilien möglichst wenig unter Hemd und Bluse hervortreten, also unsichtbar erscheinen und dabei angenehm zu tragen sein. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Akzeptanz durch den Träger wichtig. Weiterhin darf diese erste körpernahe Textilschicht gerade bei Business-Kleidung die Konzentration und Aufmerksamkeit des Trägers zur Erfüllung seiner Tätigkeit nicht negativ beeinflussen. Und zu guter Letzt sollen die Materialien auch dafür sorgen, dass sich der Träger den gesamten (Arbeits-)Tag hinweg frisch fühlt und nicht nach Schweiß müffelt.

Um diese Materialeigenschaften zu verbinden und in eine Produktlinie umzusetzen, arbeiten die Forscher des Fachbereichs Hygiene, Umwelt & Medizin an den Hohenstein Instituten zusammen mit der Pro Feet Functional Wear GmbH, einem Konstrukteur nahtlos gefertigter, funktioneller Sportunterwäsche, in einem gemeinsamen öffentlich geförderten Projekt, das die komplexen Interaktionen von First-Layer Textilien mit der Haut und der Oberbekleidung charakterisiert. Die Hohenstein Wissenschaftler verfolgen darin erstmals neue Ansätze zur neurophysiologischen Produktwahrnehmung von Textilien durch den Verbraucher. „Wir wollen verstehen, so Prof. Dr. Dirk Höfer, Leiter des Fachbereichs Hygiene, Umwelt und Medizin an den Hohenstein Instituten, „wie körpernahe Kleidung vom Träger akzeptiert wird und ihn beeinflusst. Dies erfassen wir in diesem Forschungsprojekt mit aktuellen neurophysiologischen Methoden, die aus dem Neuromarketing stammen“.

In diesem Zusammenhang stehen auch ihre Untersuchungen nach dem Einfluss der First-Layer Textilien auf den Arbeitsalltag der Menschen, die auf anerkannten Konzentrations- und Aufmerksamkeitstest basieren. Zuletzt bringen die Wissenschaftler validierte Prüfsysteme zum optimalen textilen Schweißgeruchsmanagement in das Vorhaben ein. Die Forscher haben hierzu bereits eine Prüfstrecke entwickelt, mit der die Schweißanhaftung quantitativ über speziell markierte Schweißgeruchsmoleküle qualitativ mit geschulten Panellists bewertet werden kann. Dies ermöglicht ein klares Ranking von körpernah getragener Kleidung hinsichtlich der Intensität der Schweißgeruchsentwicklung im Vergleich zu handelsüblichen Produkten.

Im Projekt verfolgen die Partner eine spezielle Funktionalisierung für ein effektives Schweißgeruchsmanagement, das einerseits die Entstehung von Schweißgeruch verringert und andererseits die Geruchsmoleküle so inaktiviert, dass sie von der Nase nicht mehr wahrgenommen werden können – alles bei optimaler Hautfreundlichkeit.

Bei Sportunterwäsche wird vordergründig auf den Tragekomfort und ein optimiertes Schweißmanagement durch das „First-Layer-Textil“ geachtet. Dabei steht primär die Leistung des Trägers im Vordergrund, die das Textil bestenfalls begünstigen, keinesfalls aber negativ beeinflussen darf. Mit diesem Kooperationsprojekt stoßen die Spezialisten in ein neues Markt- und Markenumfeld vor, das einen differenzierten Umgang mit nahtlos gefertigter Wäsche erfordert, denn das Anforderungsprofil an die Produkte ändert sich grundsätzlich, mit Ausnahme des Bedarfs nach optimalem Tragekomfort. „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit den Hohenstein Instituten und versprechen uns von dem Vorstoß in ein neues Fachgebiet wertvolle Rückkopplungseffekte für unsere Sportwäschelinie zu erhalten“, so Leif Heppner, Managing Director der Pro Feet Functional Wear GmbH.

Ansprechpartner:
Dr. Timo Hammer
t.hammer@hohenstein.de
www.hohenstein.de
Projektförderung
Das Projekt ZIM KF KF2136724CJ2 wurde gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Ingrid Deile | idw
Weitere Informationen:
http://www.hohenstein.de
http://www.hohenstein.de/de/inline/pressrelease_27969.xhtml?excludeId=27969

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