Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BTU erforscht neue Leichtbauwerkstoffe

18.03.2009
Mit rund 430.000,- Euro unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen seiner "Hightech-Strategie für Deutschland" an der BTU Cottbus ein Projekt zur Erforschung neuartiger Leichtbauwerkstoffe für erhöhte Einsatztemperaturen

"Neue Materialien und Hightech-Werkstoffe können erheblich dazu beitragen, dass wir unsere Ziele im Klimaschutz erreichen. Sie können Fahrzeuge leichter, Gebäude energiesparender oder die industrielle Produktion verbrauchsärmer machen. Daher brauchen wir die Materialforschung".

Mit diesen Worten eröffnete Bundesforschungsministerin Annette Schavan Ende 2007 die dritte Konferenz "Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft" (WING). Nun wird ein Projekt an der BTU Cottbus gefördert, das sich der Entwicklung von neuartigen, warmfesten Leichtbauwerkstoffen widmet.

Gemeinsam mit fünf Partnern aus der Wirtschaft erforscht der Lehrstuhl Metallkunde und Werkstofftechnik die Klasse der sogenannten intermetallischen beta-gamma Titanaluminidlegierungen, die trotz hoher Warmfestigkeit und geringer Dichte sehr gute Umformeigenschaften bei der Bauteilherstellung zeigen.

"Unsere Aufgabe besteht im Wesentlichen darin, die im Rahmen des Projektes entwickelten Legierungsvarianten zu charakterisieren und den Einfluss der einzelnen Prozessschritte auf die Bauteileigenschaften zu verstehen", erläutert Dr.-Ing. Janny Lindemann, die als Projektleiterin für die wissenschaftlichen Arbeiten in Cottbus verantwortlich ist. "Titanaluminide sind weitaus schwieriger zu verarbeiten als andere Werkstoffe, am Ende wird aber ein robuster Herstellungsprozess benötigt", weiß die erfahrene Werkstoffspezialistin.

Das Cottbuser Forscherteam bringt die allerbesten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Projektstart mit. "Es ist uns in den letzten Jahren gelungen, ein Kompetenzzentrum für Titanaluminide an der BTU Cottbus aufzubauen, das in Europa seinesgleichen sucht", sagt Prof. Dr.-Ing. Christoph Leyens, Lehrstuhlinhaber und gleichzeitig Vizepräsident für Forschung, Entwicklung und Innovation.

"Im Rahmen von Grundlagenforschungsarbeiten und Projekten mit starkem Anwendungsbezug haben wir gelernt, mit den Besonderheiten dieser Hochleistungswerkstoffe umzugehen". Am Ende des dreijährigen Forschungsprojektes soll anhand von Motoren- und Triebwerkskomponenten nachgewiesen werden, dass die neuen Titanaluminidlegierungen alltagstauglich sind. Dies zu zeigen ist nicht nur wissenschaftlich-technologisch eine Herausforderung, sondern setzt auch voraus, dass die Wirtschaftlichkeit des Einsatzes von Titanaluminiden als Leichtbauwerkstoffe deutlich verbessert werden kann.

"Die erneute Förderung durch das BMBF zeigt, dass die BTU Cottbus Spitzenleistung in der Materialforschung erbringt", sagt BTU-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Walther Ch. Zimmerli. "Wir wollen diesen Schwerpunkt auch zukünftig zielstrebig weiter ausbauen."

Weiterführende Informationen: Dr.-Ing. Janny Lindemann, Lehrstuhl Metallkunde und Werkstofftechnik, Lindeman@tu-cottbus.de

Dr. Marita Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-cottbus.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht CAU-Forschungsteam entwickelt neues Verbundmaterial aus Kohlenstoffnanoröhren
22.11.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Material mit vielversprechenden Eigenschaften
22.11.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften