Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Den Blick ins Innenleben eines Wasserstofftanks verbessern

17.12.2010
Helmholtz-Zentrum Geesthacht unterzeichnet Kooperationsvertrag mit der TU München

Mit Geesthacht, Jülich und Berlin unterschreiben gleich drei Helmholtz-Zentren am Freitag, den 17. Dezember einen gemeinsamen Kooperationsvertrag mit der Technischen Universität München (TUM). Der Vertrag regelt die Zusammenarbeit und Förderung des gemeinsamen wissenschaftlichen Betriebs an der Forschungs-Neutronenquelle FRM II in Garching.

„Durch diese Kooperation ist für das Helmholtz-Zentrum Geesthacht sichergestellt, dass die exzellente Neutronenforschung, auch nach der Außerbetriebstellung des GKSS-Reaktors FRG-I im Juni 2010 in Geesthacht, weitergeführt wird.“, erklärt der wissenschaftlich-technische Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG), Prof. Dr. Wolfgang Kaysser. Mit der Förderung wird die Forschungsplattform der Geesthachter Materialforscher, das Kompetenzzentrum „German Engineering Materials Science Center“ (GEMS) auch an der Außenstelle am FRMII in Garching weiter ausgebaut.

„Ich bin stolz darauf, dass wir uns an diesem Großprojekt beteiligen.“, erklärt der HZG-Institutsleiter Werkstoffforschung und GEMS-Initiator Prof. Dr. Andreas Schreyer. „Diese Art der Kooperation ist einzigartig in Deutschland, die Materialforschung mit Neutronen wird dadurch effektiver.“ Das Direktorat des FRM II setzt sich ab Vertragsunterzeichnung aus zwei wissenschaftlichen Direktoren zusammen, von denen je einer von Seiten der TUM und einer von der Helmholtz-Gemeinschaft gestellt wird.

Geesthachter Neutronenforschung

Seit 2005 liefert der Forschungsreaktor FRM II in Garching bei München Neutronen von ausgesprochen hoher Intensität. Mit Neutronen lassen sich Werkstücke und Materialien detailliert unter die Lupe nehmen. Um sie für ihren Einsatzweck maßschneidern zu können, müssen Ingenieure und Materialforscher zum Beispiel wissen, aus welchen Atomen die Werkstoffe bestehen. Besonders gut lässt sich Wasserstoff mit Neutronen aufspüren.

Wasserstoff gilt als ein Treibstoff, der künftige Autos umweltfreundlich und klimaneutral antreibt und Öl und Diesel ersetzen könnte. Eines der Probleme stellen noch die Wasserstoff-Tanks dar, sie haben derzeit nicht genügend Fassungsvermögen für alltagstaugliche Reichweiten. Abhilfe schaffen könnten neuartige Metallhydridverbindungen als Speichermaterial in den Tanks, die Wasserstoff wie ein Schwamm aufsaugen. Die Helmholtz-Forscher aus Geesthacht können an den Instrumenten am FRM II mithilfe der Neutronentomografie beobachten, wie sich die Materialien im Tank mit Wasserstoff beladen und mit diesem Wissen anschließend die Materialien optimieren.

Neben dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht beteiligen sich weitere Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft mit eigenen Messinstrumenten an der Kooperation: das Forschungszentrum Jülich und das Helmholtz-Zentrum Berlin. Jeder Kooperationspartner verfügt über eigene Schwerpunkte. Geesthacht will insbesondere die ingnieurwissenschaftliche Materialforschung im Rahmen von GEMS ausbauen. Es bietet Wissenschaftlern aus ganz Deutschland einen einfachen, effektiven Zugang zu einzigartigen Forschungsinstrumenten. Derzeit sind rund 60 Fachleute in das GEMS involviert – Ingenieure, Physiker und Chemiker, allesamt Spezialisten im Umgang mit Röntgenstrahlung und Neutronen. Das Kompetenzzentrum macht seine Messeinrichtungen externen Nutzern zugänglich, z.B. aus Universitäten, Forschungsinstituten und der Industrie.

Dr. Torsten Fischer | idw
Weitere Informationen:
http://www.gkss.de/public_relations/press_releases/010959/index_0010959.html.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beton - gebaut für die Ewigkeit? Ressourceneinsparung mit Reyclingbeton
19.04.2017 | Hochschule Konstanz

nachricht Gelatine statt Unterarm
19.04.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen

26.04.2017 | HANNOVER MESSE

Plastik – nicht nur Müll

26.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Seminar zu Einblicken in die unterschiedlichen Ebenen des 3D-Druckens und wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten - 2017

26.04.2017 | Seminare Workshops