Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Organisches Schutzmittel rettet Bronzestatuen vor Verfall

05.11.2007
Neuer Konservierungsstoff zeichnet sich durch geringe Toxität aus

Eine Forschergruppe am Istituto per lo Studio dei Materiali Nanostrutturali hat ein organisches Molekül entwickelt, das Bronzestatuen und andere Kunstgegenstände aus Bronze vor der Verwitterung schützt. Im Vergleich zu den herkömmlichen Konservierungsmitteln zeichnet sich das neue Schutzmittel DM02 durch eine wesentlich geringere Toxität aus.

Projektleiter Gabriel Maria Ingo erläutert: "Der im Lauf der Jahrhunderte auftretende Substanzverlust ist durch die Bildung von Kupferchlorid im Inneren der Bronzefiguren bedingt. Während ihr Zustand bei gleichbleibenden Bedingungen im Erdreich stabil bleibt, beginnt beim Kontakt mit Sauerstoff und Feuchtigkeit die Bildung von Salzsäure, die wiederum neues Kupferchlorid hervorbringt. Wird dieser Zyklus nicht durch eine nachhaltige Behandlung unterbrochen, kann dies zu einer fortschreitenden Korrosion und schließlich zur vollständigen Zerstörung des Kunstgegenstandes führen."

Um die Bildung der hässlichen grünen Flecken zu unterbinden, wird von den Restauratoren bisher Benzoltriazol (Bta) verwendet. "Abgesehen von der meist unzureichenden Wirksamkeit gilt diese Substanz beim Menschen als krebserregend, da sie nach dem üblichen Eintauchen in erhitztem Alkohol zum Ausweichen toxischer Dämpfe führt," so der italienische Wissenschaftler weiter. Die EU-Kommission hatte deshalb zur Entwicklung weniger schädlicher Schutzmittel aufgefordert. "Beim DM02 genügt das Aufpinseln kleinster Mengen auf die verätzten Stellen, um den gewünschten Erfolg herbeizuführen. Dabei sind Konzentrationen ausreichend, die 30 bis 100 Mal unter denen von Benzoltriazol liegen."

Der Entwicklung des DM02 vorangegangen war die Untersuchung zahlreicher Kunstgegenstände aus Bronze und der dort auftretenden Korrosionsvorgänge. "Ein in der Natur vorkommendes Molekül wurde dahingehend verändert , dass es sich auf der Oberfläche des Bronzegegenstandes festsetzen und die Reaktionsfähigkeit des Kupferchlorids ausschalten konnte. "Weitere Untersuchungen sollen ergeben, ob dieses Verfahren auch bei anderen Metallen wie beispielsweise Silber anwendbar und die Erstellung dazugehöriger Anwenderprotokolle möglich ist."

Harald Jung | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ismn.cnr.it

Weitere Berichte zu: Bronze Bronzestatue DM02 Kupferchlorid Schutzmittel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Mikroplastik in Meeren: Hochschule Niederrhein forscht an biologisch abbaubarer Sport-Kleidung
18.09.2017 | Hochschule Niederrhein - University of Applied Sciences

nachricht Flexibler Leichtbau für individualisierte Produkte durch 3D-Druck und Faserverbundtechnologie
13.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops