Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Exotische Zustände in Festkörpern

25.10.2007
Mit neuer Broschüre präsentiert sich der SFB 484 am Augsburger Physik-Institut der Öffentlichkeit

Selbst bei den tiefsten Temperaturen herrscht im Innern von Metallen keine Ruhe. Vor allem die Elektronen, negativ geladene Teilchen und gleichzeitig winzige Magnete, bewegen sich mit enormer Geschwindigkeit durch das kristalline Gitter positiv geladener Atome - wobei sie sich gleichzeitig aus dem Weg gehen müssen.

Durch gezielte Änderungen gelingt es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Sonderforschungsbereich 484, eine Vielzahl "exotischer Zustände" zu erzeugen. Mit der vorliegenden Broschüre, die sich an die naturwissenschaftlich interessierte Öffentlichkeit wendet, gibt das Wissenschaftlerteam einen Einblick in seine faszinierende Arbeit und seine "exotischen" Ergebnisse.

Im Sonderforschungsbereich 484, der seit dem Jahr 2000 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, widmen sich rund 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dem Thema "Kooperative Phänomene im Festkörper: Metall-Isolator-Übergänge und Ordnung mikroskopischer Freiheitsgrade". Mit zahlreichen Publikationen in Fachzeitschriften (zum Beispiel rund 60 Artikel und Buchbeiträge allein im Jahr 2006) werden die beeindruckenden Ergebnisse im internationalen Kollegenkreis bekannt gemacht.

... mehr zu:
»Elektron »Festkörper »Magnet »Metall

Neuer Weg in der Öffentlichkeitsarbeit

"Mit dieser Broschüre beschreiten wir - nicht zuletzt ermutigt durch die DFG - einen neuartigen Weg in unserer Öffentlichkeitsarbeit," so Professor Dieter Vollhardt, Sprecher des SFB 484. "Wir wollen nämlich auch interessierten Laien etwas von der Faszination unseres Forschungsthemas vermitteln." Und worum geht es bei der Forschung der Augsburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler? Ihr Augenmerk ist auf die Elektronen gerichtet, negativ geladene Teilchen und gleichzeitig winzige Magnete, die sich in Metallen mit enormer Geschwindigkeit durch das kristalline Gitter positiv geladener Atome bewegen - und sich dabei gleichzeitig aus dem Weg gehen müssen.

Exotische Zustände in neuen Materialien

"Unser Interesse gilt insbesondere solchen Materialien, deren Eigenschaften durch gezielte Änderungen - Absenken der Temperatur, Erhöhung des Drucks, Einbringen von Fremdatomen - drastisch geändert werden können." So kann zum Beispiel aus einem Metall ein Isolator, ein perfekter Leiter oder ein Magnet werden. Parallel dazu werden auch völlig neue Materialien mit maßgeschneiderten Eigenschaften entwickelt. "Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung tragen dazu bei, neue elektronische Bauelemente wie Transistoren und magnetische Speicher zukünftig leistungsfähiger zu machen sowie effizientere Materialien für energietechnische Anwendungen zu entwickeln.", so Professor Vollhardt weiter. "Die Vergabe der diesjährigen Nobelpreise an A. Fert und P. Grünberg (Physik) sowie G. Ertl (Chemie) unterstreicht die Bedeutung der von uns bearbeiteten Themen."

Highlights aus 15 Teilprojekten

In der neuen Broschüre beschreiben die Forscherinnen und Forscher einige der "high-lights" ihrer Ergebnisse. "Denken, ausprobieren, diskutieren, noch einmal nachdenken", so charakterisiert Professor Vollhardt die Arbeit im SFB 484. Jedes Teilprojekt ist in der Broschüre mit einem eigenen Artikel vertreten. Ansprechende Illustrationen und Fotografien aus den Laboren helfen beim Verständnis der Lektüre. Selbstverständlich kann die neue Broschüre von der Homepage des SFB 484 (siehe unten) kostenlos herunter geladen werden. (Thorsten Naeser)

Kontakt und weitere Informationen:

Prof. Dr. Dieter Vollhardt
Sprecher des SFB 484
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon: 0821 598-3700
Telefax: 0821 598-3725
E-mail: dieter.vollhardt@physik.uni-augsburg.de
Zum Sonderforschungsbereich 484
Der SFB 484 wird seit dem Jahr 2000 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert, in der derzeitigen, dritten Bewilligungsperiode 2006-2009 mit 5,3 Millionen Euro. Acht der zehn festkörperphysikalisch bzw. festkörperchemisch ausgerichteten Lehrstühle des Instituts für Physik der Universität Augsburg sind beteiligt, wobei die insgesamt 15 Teilprojekte in zwei Projektbereichen angeordnet sind. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Projektbereich D konzentrieren sich auf "Komplexe Strukturen auf atomarer Skala", während sich ihre Kolleginnen und Kollegen im Projektbereich E der "Dynamik mikroskopischer Freiheitsgrade" widmen. Details dazu sind auf der Homepage des SFB 484, http://www.physik.uni-augsburg.de/sfb484/, zu finden.

Auszug aus den Pressemeldungen/Highlights 2007:

o Europium gibt Silizium den Dreh: http://idw-online.de/pages/de/news227452 (26. September 2007)
o Hauchdünn und widerstandslos: zweidimensionale Supraleitung: http://idw-online.de/pages/de/news220898 (2. August 2007)
o Vom Stein der Weisen zu High-Tech-Materialien: Festvortrag von Armin Reller am 16.7.2007 bei der feierlichen Zeugnisverleihung des Instituts für Physik gibt allgemeinverständliche Einblicke in die Arbeit des SFB 484: http://idw-online.de/pages/de/news218678 (12. Juli 2007)
o Diplom-Pädagogin Elisabeth Asam-van den Boogaart erhält Preis der Albert-Leimer-Stiftung. Für den SFB 484 ist Frau Asam-van den Boogart Ansprechpartnerin für alle Fragen der Kinderbetreuung. http://www.physik.uni-augsburg.de/sfb484/Presse/20070416_pm051.de.shtml (16. April 2007)
o Fingerabdruck wechselwirkender Elektronen - Augsburger Physiker entdecken neuartigen Effekt in Metallen: http://idw-online.de/pages/de/news196858 (19. Februar 2007)

o siehe darüber hinaus auch http://www.physik.uni-augsburg.de/sfb484/Presse/presse.de.shtml

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.physik.uni-augsburg.de/sfb484

Weitere Berichte zu: Elektron Festkörper Magnet Metall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

nachricht Ein Wimpernschlag vom Isolator zum Metall
17.04.2018 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics