Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Belastungstests für Lacke

01.10.2007
Glänzt der Lack noch genauso, wenn er sich in den verarbeitenden Betrieben durch all die Pumpen, Schläuche und Ventile gequetscht hat und endlich am Bauteil angekommen ist, das er zieren soll? Eine miniaturisierte Testanlage in Tischformat gibt Aufschluss.

Lacke müssen in Betrieben einen langen und beschwerlichen Weg zurücklegen, bevor sie ein Bauteil zieren: Aus den Lieferbehältern, die bis zu 200 Kilogramm fassen, werden die Farben durch Schläuche, Pumpen, Ventile und Vorratsmischer bis zum Lackierroboter gepumpt - über Entfernungen von bis zu hundert Metern. Durch die hohe Be-anspruchung kann auf diesem Weg viel schiefgehen: Teilweise verformen sich die Pigmente, was den Farbton ändert.

Das Bindemittel kann versagen, schlimmstenfalls trennt sich der Lack in zwei Phasen. Auch Haftungseigenschaften und Glanz des Lacks können sich verändern. Bevor ein Unternehmen zu einem neuen Lacksystem greift, muss daher seine Belastbarkeit getest werden. Welche Lacke eignen sich für die industrielle Anwendung, bei welchen ist Vorsicht geboten? Mit wie viel Lösungsmittel muss man die Anlage spülen, um den Lack vollständig zu entfernen? Große Unternehmen besitzen teils teure Prüfringleitungen, die solche Fragen beantworten. Bei kleinen und mittelständischen Firmen übersteigt dies jedoch meist das Budget.

Speziell für diese Anwender entwickeln Forscher der Fraunhofer-Institute für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen und für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen ein preisgünstiges, miniaturisiertes Testsystem, das im kommenden Jahr einsatzbereit sein soll. Es hat etwa die Größe eines Tisches.

... mehr zu:
»Lack

Als Vorbild für die kleine Anlage dient eine 20 Meter lange Ringleitung, die denen in den Betrieben entspricht: Durch diese kreisförmige Testanlage pumpen die Forscher den Lack und messen online Temperatur, Druck, Fließgeschwindigkeit und Scherrate. Bei der Miniaturisierung der Anlage kommt es vor allem darauf an, dass der Lack trotz der kurzen Wege genauso stark belastet wird wie später im Betrieb. Daher berechnen die Forscher mit Hilfe von Simulationen zunächst die auftretenden Scherleistungen in Anlagen herkömmlicher Größe. Diese Simulationen gleichen sie mit den Daten ab, die sie in der 20 Meter langen Ringleitung messen.

Die Komponenten, in denen der Lack am meisten beansprucht wird, schalten die Forscher in der miniaturisierten Anlage hintereinander - auf Leitungen und Schläuche, die den Lack recht wenig beanspruchen, kann man verzichten. Pumpen, Verengungen und Druckminderer erzielen ein Strömungsprofil, das dem der großen Anlage nachempfunden ist. "Statt 50 bis 100 Litern Lack wie bei einer herkömmlichen Anlage reichen beim neuen Testsys-tem ein bis zwei Liter. Die miniaturisierte Anlage ist daher nicht nur in der Anschaffung, sondern auch bei den Betriebskosten wesentlich kostengünstiger und zudem umweltschonender", sagt Buchbach.

Sascha Buchbach | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ifam.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2007/10/Mediendienst102007Thema6.jsp

Weitere Berichte zu: Lack

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten
07.12.2017 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

nachricht Aufgewärmt am Start
05.12.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit