Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochreines Niob für europäische Spitzenforschung

07.09.2007
DESY setzt auf Werkstoffkompetenz von Heraeus

Wenn im Frühjahr 2008 mit dem Bau des größten europäischen Röntgenlasers in Hamburg begonnen wird und im Jahr 2013 mit seiner Inbetriebnahme zu rechnen ist, dann könnten Forscher auch dank des Hightech-Werkstoffs Niob von Heraeus die letzten Geheimnisse von chemischen Reaktionen entschlüsseln.


Der DESY-Vorsitzende Prof. Albrecht Wagner (2. v. r.) besuchte die Niobschmelze von Heraeus in Hanau und informierte sich aus erster Hand über das Sondermetall. Im Bild: Dr. Peter Köhler, Geschäftsführer W. C. Heraeus (1. v. r.) und die Niobexperten Friedhold Schölz (3. v. l.), Bernd Spaniol (2. v. l.) und Werner Feuring (l.) (Foto: Heraeus)


Am Standort Hanau betreibt Heraeus eine der größten Elektronenstrahlschmelzanlagen Europas. (Foto: Heraeus)

Im Juni gab Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan beim Deutschen Elektronen-Synchroton DESY den Startschuss zum Bau des fast eine Milliarde Euro schweren XFEL-Projekts. XFEL steht für X-ray free-electron laser, also Freie-Elektronen-Laser im Röntgenbereich. XFEL erschließt der europäischen Forschung neue Anwendungsgebiete und wird bislang unbekannte Einblicke in die Welt der Moleküle und kleinster Strukturen ermöglichen.

Der Konzernbereich W. C. Heraeus bringt in Vorbereitung dieses internationalen Projekts der Spitzenforschung seine langjährige Erfahrung bei der Herstellung von hochreinem Niob ein. Von der Qualität der Niobfertigung konnte sich der Vorsitzende des Direktoriums des DESY-Forschungsinstituts, Prof. Albrecht Wagner, kürzlich bei einem Besuch in Hanau überzeugen. Dabei lotete der renommierte Institutsleiter auch das Zusammenspiel von Forschungsinstituten und Unternehmen aus: „Kooperationen zwischen der Grundlagenforschung und Industriepartnern wie Heraeus sind bei Projekten dieser Größenordnung wichtig, um technologische Grenzen zu überschreiten und Einblicke in neue Welten gewinnen zu können.“ Heraeus nutzt Forschungsprojekte dieser Art, um Metalle wie Niob immer weiter zu verbessern und in der Qualität und Reinheit in neue Dimensionen vorzustoßen. „Wir sind stolz, zum Gelingen dieses weltweit bedeutenden Forschungsprojekt mit unserem hochreinen Werkstoff einen wichtigen Baustein beisteuern zu können“, freut sich Dr. Peter Köhler, Geschäftsführer W. C. Heraeus, über diese Herausforderung.

„Die Herstellung von hochreinem Niob ist gar nicht so trivial“, weiß Niobexperte Friedhold Schölz, Forschung & Entwicklung bei W. C. Heraeus. „Der Umgang mit dem Metall verlangt hohes Know how und eine große Fertigungstiefe.“ Mit einer der größten und modernsten Elektronenstrahlschmelzanlagen bei Temperaturen von über 2500 °C im Vakuum und einer speziellen Aufbereitungstechnik gelingt es Heraeus, den Sauerstofffgehalt unter 1 ppm (parts per million) zu halten und somit das reinste Niob der Welt im industriellen Maßstab herzustellen.

Hochreines Niob wird zur Herstellung von so genannten Hohlraumresonatoren, den zentralen Beschleunigungsapparturen der Anlage, benötigt. Darin werden Elektronen bis nahe Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und danach zur Aussendung von hochintensiven Röntgenlaserblitzen gebracht. Die Wellenlänge dieses Röntgenlichts ist so klein, dass damit selbst atomare Details erkennbar wer-den. Um die Elektronen nahe Lichtgeschwindigkeit zu bringen ist extrem hohe Energie notwendig. Damit dieser Energiebedarf möglichst niedrig gehalten werden kann, setzt man supraleitende Resonatoren aus dem Sondermetall Niob ein, die knapp oberhalb des absoluten Nullpunkts (minus 273 °C) betrieben werden. Bei dieser Temperatur fließt in den Bauteilen der Strom praktisch ohne elektrischen Widerstand.

Die W. C. Heraeus GmbH verarbeitet weltweit die Edelmetalle Gold, Silber und Platin und andere Platingruppenmetalle sowie Sondermetalle zu industriellen Produkten für die Automobil-, Halbleiter-, Elektronik-, Glas-, chemische und petrochemische Industrie, sowie Medizinindustrie. Ein globaler Verbund aus über 30 Gesellschaften umfasst Fertigungsstätten für alle Stufen der Edelmetallgewinnung und -verarbeitung. W. C. Heraeus nimmt im industriellen Edelmetallhandel international eine herausragende Position ein.

Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen, dessen Geschäftsfelder die Bereiche Edelmetalle, Sensoren, Dental- und Medizinprodukte, Quarzglas und Speziallichtquellen umfassen. Mit einem Umsatz von über 10 Milliarden Euro und weltweit mehr als 11.000 Mitarbeitern in über 100 Gesellschaften ist Heraeus seit mehr als 150 Jahren ein weltweit anerkannter Edelmetall- und Werkstoffspezialist.

Weitere Informationen:
Dr. Jörg Wetterau
Konzernkommunikation
Heraeus Holding GmbH
Heraeusstraße 12-14
63450 Hanau
Telefon: +49 (6181) 35-5706
E-Mail: joerg.wetterau@heraeus.com

Dr. Jörg Wetterau | Heraeus Holding GmbH
Weitere Informationen:
http://www.heraeus.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beschichtung lässt Muscheln abrutschen
18.08.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht PKW-Verglasung aus Plastik?
15.08.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

22.08.2017 | Physik Astronomie

Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Virus mit Eierschale

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie