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Glasverklebungen im Sanitärbereich: Verklebte Scharniere auf dem Vormarsch

22.08.2007
Dipl.-Ing. (FH) Erich Weber, Prozess-Manager, DELO Industrie Klebstoffe

Die Ansprüche an Design und Qualität im Sanitärbereich sind in den vergangenen Jahren extrem gestiegen. So wird auch bei der Entwicklung von Sanitäranlagen wie Duschkabinen immer mehr Wert auf elegantes Design, absolute Transparenz und pflegeleichte Materialien gelegt. Als beliebter Werkstoff hat sich hier vor allem Glas durchgesetzt.


Gegenständig verschraubtes Scharnier


Scharnier mit Senkschraube

Ein wichtiges Detail bei der Konstruktion von Duschkabinen aus Glas ist das Scharnier. Je nach Form, Größe, Farbe und Material trägt das Scharnier großen Anteil an der optischen Gesamtwirkung der Duschkabine. Bisher wurden dabei meist Punkt- oder Leistenscharniere eingesetzt. Die Verwendung dieser Scharniere erfordert jedoch eine aufwändige Glasbearbeitung, da bei Punktscharnieren die beiden Scharnierhälften durch das Glas hindurch miteinander verschraubt werden müssen, während bei Leistenscharnieren eine Senkschraube als Widerlager verwendet wird, die mit aufwändigen Senkbohrungen angebracht werden muss.

Ein weiterer Nachteil ergibt sich dadurch, dass sich an diesen aufgesetzten Scharnieren oftmals Schmutz und Kalk ablagert, was für den Kunden einen erheblichen Reinigungsaufwand bedeutet.

Kleben statt Schrauben

Abhilfe bieten Scharniere, die nicht verschraubt, sondern geklebt werden und daher keine Gegenstücke oder Senkschrauben benötigen. Geklebte Scharniere bieten auch aus Sicht der Kunden entscheidende Vorteile: Neben optischer Eleganz wird die Reinigung der Duschinnenseite erheblich einfacher, da sich dort, keine Scharnierteile oder Schrauben mehr befinden.

Zudem ermöglicht die Verwendung von geklebten Scharnieren eine weitaus einfachere Montage, da die Verklebungen mit hoher Fertigungsgenauigkeit ausgeführt werden können und somit die sonst übliche Feineinstellung vor Ort entfällt.

Um jedoch alle Vorteile von verklebten Scharnieren optimal nutzen zu können und eine dauerhafte Funktionalität zu gewährleisten, müssen Klebstoffe für Glasverklebungen im Sanitärbereich eine Vielzahl an speziellen Anforderungen erfüllen. So sollten die eingesetzten Klebstoffe – um eine dauerhafte Funktionalität zu gewährleisten – über viele Jahre hinweg hochtransparent, vergilbungs-stabil und feuchtigkeitsunempfindlich sein. Neben einer sehr guten Haftung auf Glas, Aluminium, Chrom und Edelstahl ist auch eine Unempfindlichkeit gegenüber klimatischen Belastungen wie Wärme und Kälte sowie gegenüber unterschiedlichsten Reinigungsmitteln entscheidend.

Voraussetzung: Eine durchdachte Prozessführung

Mit speziell entwickelten DELO-PHOTOBOND-Produkten der Firma DELO Industrie Klebstoffe können all diese Anforderungen erfüllt werden. Die einkomponentigen, lösungsmittelfreien Acrylate härten in Sekunden aus und werden bereits seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt.

Entscheidend für die Qualität der Verklebung ist aber vor allem eine bis ins Detail durchdachte Prozessführung. Diese beginnt bereits mit der Auswahl der Fügeteilpartner. So hängt die Festigkeit und Feuchtigkeitsbeständigkeit der Verklebung vor allem von der Materialart, der Oberfläche und der Geometrie der Scharniere ab. Ein wichtiger Faktor ist auch die Bearbeitung des Duschkabinenglases. Bei der Herstellung im Floatglasverfahren verbleiben nach dem Verarbeitungsprozess Zinnrückstände auf einer Seite des Glases (Badseite).

Dies führt sowohl zu deutlich geringeren Anfangsfestigkeiten wie auch zu einer geringeren Beständigkeit der Verklebung gegenüber feuchter Wärme.

Da die Fügeteile in der Regel zudem während der Herstellung und des Transportes verschmutzt werden, müssen sie vor der Verklebung sorgfältig gereinigt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass Reiniger ein möglichst breites Spektrum an Verunreinigungen entfernen können und rückstandsfrei ablüften.

Ein weiterer entscheidender Schritt in der Prozessführung ist die Klebstoffapplikation, die je nach Scharnier manuell oder automatisch erfolgen kann. Um eine einwandfreie Optik zu gewährleisten, muss die Klebschicht vollkommen frei von Luftblasen sein. Voraussetzung hierfür ist vor allem ein Gebinde mit blasenfrei abgefülltem Klebstoff sowie ein dementsprechend optimiertes Dosiersystem.

Hier eignen sich vor allem Dispenser auf Basis von Exzenterschneckenpumpen, die über Linearverfahreinheiten bewegt, einen blasenfreien, volumetrischen Klebstoffauftrag ermöglichen.

Um Anforderungen wie Feuchtigkeitsstabilität, Spannungsausgleich bei Temperaturschwankungen und Beständigkeit gegenüber Schlagbeanspruchung gerecht zu werden, muss beim anschließenden Fügevorgang vor allem auf die exakte Einstellung eines definierten Spaltes geachtet werden. Dies kann sowohl mit so genannten Spacern im Klebstoff oder auch mit mechanischen Positionierhilfen am Bauteil, wie Anschlägen oder Abstandshaltern, realisiert werden.

Die Klebstoffaushärtung erfolgt abschließend mit Speziallampen, deren emittiertes Spektrum auf den Klebstoff abgestimmt ist, um eine optimale Vernetzung der Klebstoffmatrix zu bewirken. Von großer Bedeutung ist auch die richtige Intensität der Belichtung. Ist diese zu gering, härtet der Klebstoff zwar aus, die Vernetzung ist jedoch qualitativ minderwertig, was zu niedrigeren Festigkeiten und einer geringeren Beständigkeit der Verklebung führt. Da marktübliche Lampen immer einer Alterung unterliegen, muss die Intensität regelmäßig überprüft werden. DELO Industrie Klebstoffe bietet hier als Systemlieferant neben Aushärtungslampen auch Geräte zur Intensitätskontrolle an.

Spezialist für Systemlösungen

Kleben als Fügetechnik zur Befestigung von Scharnieren an Glasduschkabinen eröffnet nicht nur völlig neue Möglichkeiten das Design und die Vielfalt der Scharnierformen betreffend, sondern setzt sich auch aufgrund seiner guten Ergebnisse bezüglich Langzeitstabilität, dauerhafter Transparenz und Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit im Sanitärbereich immer stärker durch.

Eine unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Verklebung ist aber eine wohl überlegte Prozessführung und –überwachung. Erst das Zusammenspiel von Klebstoff, Vorbehandlung der Fügeteile sowie abgestimmte Lampen- und Dosiersysteme machen das Verkleben von Scharnieren prozesssicher. Als Spezialist für Systemlösungen steht DELO Industrie Klebstoffe seinen Kunden mit einem umfassenden Support bei der Gestaltung des optimalen Produktionsprozesses zur Seite.

Jennifer Bader | DELO Industrie Klebstoffe
Weitere Informationen:
http://www.DELO.de

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