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Zytel® schützt Fremdstromanode in Korrosionsschutzsystem für Schiffsantriebe

25.05.2007
Ein hydrolysebeständiges, langglasfaserverstärktes Zytel® Polyamid aus der Familie der ‚Superstructurals‘ von DuPont schützt die Fremdstromanode eines neuartigen Korrosionsschutzsystems für Schiffsantriebe von Mercury Marine (www.mercurymarine.com) vor Beschädigungen.

Während ein damit ausgerüstetes Schiff in einem Hafen oder auf See vor Anker liegt, verhindert das System die Korrosion der metallischen Teile des Antriebs.



Foto: DuPont
Die in Zytel® gekapselte Fremdstromanode (rote Markierung), die den ‚Zeus‘ Antrieb von Cummins MerCruiser Diesel vor Korrosion schützt, ist in einer Wassereinlassklappe direkt am Antrieb selbst montiert. Dadurch reicht ein geringerer Schutzstrom als bei herkömmlichen Systemen, die meist an einer weit vom Antrieb entfernten Stelle des Schiffsrumpfes platziert sind.

Die neu entwickelte Fremdstromanode von Mercury Marine besteht aus einer mit Keramik beschichteten Titanplatte in einem robusten Gehäuse aus Zytel® 75LG40HSL. Dieser Kunststoff auf Basis eines mit 40 Gew-% Langglasfasern verstärkten Polyamids 66 gehört zur Familie der ‚Superstructurals‘ von DuPont, die technische Kunststoffe mit Langglas-, Aramidoder Kohlefaserverstärkung umfasst. Auf Grund ihrer hohen mechanischen Festigkeit, Steifigkeit und Schlagzähigkeit schließen sie die Lücke zwischen den traditionellen technischen Kunststoffen und Metallen.

Dazu Scott Olig, Kunststoff-Ingenieur bei Mercury Marine: „Mit seiner hohen Hydrolysebeständigkeit und seiner geringen Wasseraufnahme ermöglichte uns dieser spezielle Zytel® Typ von DuPont die Entwicklung einer Anode, die sich unter Wasser und in einer leitfähigen und korrosiv wirkenden Umgebung einsetzen lässt. Neben der inhärenten Korrosionsbeständigkeit erfüllt er die Anforderungen nach hoher mechanischer Belastbarkeit, Abrieb- und Schlagfestigkeit bei Kontakt mit Sand, Kies oder unter Wasser befindlichen Gegenständen, stabilen dielektrischen Eigenschaften und hoher Dimensionsstabilität.“

„DuPont leistete wertvolle Hilfe bei der Entwicklung des Gehäuses“, so Olig weiter. „Sie rieten uns zum Einsatz des langglasfaserverstärkten Zytel® Typs und führten Mold-Flow-Analysen durch, die uns bei der Optimierung der Werkzeugauslegung sowie der Fertigungsparameter halfen.“ Mercury Marine fertigt die Gehäuse und montiert die Anoden in seinem Spritzgießbetrieb in St. Cloud, Florida/USA. Das Werkzeug stammt ebenfalls von Mercury Marine.

Erstmals zum Einsatz kam das neue Korrosionsschutzsystem in dem im April 2006 kommerzialisierten ‚Zeus‘ Antrieb für große Schiffsdiesel von Cummins MerCruiser Diesel (www.cmdmarine.com), ein Jointventure der Cummins Inc. und des zur Brunswick Corporation gehörenden Herstellers Mercury Marine. Zukünftig ist geplant, die neue Fremdstromanode für den Schutz von Innen- und Außenbordantrieben jeder Größe und Leistung einzusetzen.

Informationen für die Redaktion:

Metall, das mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommt, reagiert mit dem Wasser und korrodiert. Beim so genannten kathodischen Korrosionsschutz wird dieses Metall mit einem unedleren Metall leitend verbunden. Das unedlere Metall (Opferanode) geht in Lösung und wird verbraucht – die Opferanode muss also regelmäßig ausgetauscht werden.

Bei Schiffen erfolgt dies unter Wasser und ist aufwändig und mühsam. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz so genannter Fremdstromanoden, die über eine Stromquelle mit dem zu schützenden Metall verbunden sind und sich nicht abnutzen. Zwischen beiden fließt ein Schutzstrom, der die Korrosion verhindert. Je kürzer die Entfernung zwischen Anode und Metall, desto geringer ist die Leistungsentnahme. Fremdstromanoden kommen häufig bei Ölbohrinseln, Brücken und vergleichbaren hochwertigen Konstruktionen zum Einsatz. Sie bestehen meist aus platinbeschichtetem Titan und sind anfällig für Beschädigung. Daher werden sie bei Schiffen üblicherweise in der Nähe des Heckspiegels und nicht in der Nähe der Schiffsschraube montiert, die sie vor Korrosion schützen sollen. Daher ist der Weg, den der Strom durch das Wasser nimmt, sehr groß. Die Folge ist eine höhere Leistungsentnahme an der Batterie bzw. der sich an Land befindlichen Stromquelle. Die neue Anode von Mercury Marine dagegen ist durch ihr robustes Gehäuse aus Zytel® Polyamid und die abriebfeste Keramikbeschichtung zuverlässig vor Beschädigungen geschützt und kann daher direkt am Schiffsrumpf in der Nähe des Schiffspropellers und des Antriebsstrangs positioniert werden. Zudem isoliert das Gehäuse die Anode gegen den Schiffsrumpf.

DuPont Engineering Polymers produziert und vertreibt Crastin® PBT und Rynite® PET thermoplastische Polyester, Delrin® Polyacetale, Hytrel® thermoplastische Polyesterelastomere, DuPont™ ETPV technische thermoplastische Vulkanisate, Minlon® mineralgefüllte Polyamide, Thermx® PCT Polycyclohexylen-Dimethylterephthalat, Tynex® Filamente, Vespel® Teile und Profile, Zenite® LCP flüssigkristalline Kunststoffe, Zytel® Polyamide und Zytel® HTN Hochleistungspolyamide. Diese Produkte werden weltweit in der Luft- und Raumfahrt, im Gerätebau, in der Automobil- sowie der Elektrik- und Elektronik-Industrie, Gesundheitswesen, für Verbrauchsgüter, in der allgemeinen Industrie sowie für Sportartikel und viele andere Anwendungen eingesetzt. DuPont ist ein wissenschaftlich orientiertes Produktions- und Dienstleistungs- Unternehmen. 1802 gegründet, setzt DuPont die Wissenschaften für nachhaltige Problemlösungen ein, die für Menschen allerorts das Leben besser, sicherer und gesünder machen. DuPont ist in über 70 Ländern aktiv und bietet eine breite Palette innovativer Produkte und Dienstleistungen für Branchen wie Landwirtschaft, Nahrungsmittel, Bauen und Wohnen sowie Transport.

Das DuPont Oval, DuPont™, The miracles of science™ und Produktnamen mit der Kennzeichnung ® sind markenrechtlich geschützt für DuPont oder eine ihrer Konzerngesellschaften.

Horst Ulrich Reimer | Du Pont
Weitere Informationen:
http://www.dupont.com
http://www.mercurymarine.com

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