Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Colour-Matching am Bildschirm

05.01.2007
Weil einzelne Autoteile von verschiedenen Lieferanten lackiert werden, bedarf es einer präzisen Abstimmung der gewünschten Farbtöne und -effekte. Durch den Austausch elektronischer Daten lassen sich Korrektur und Freigabe der Farbmuster erheblich beschleunigen.

Tankdeckel, Spiegelgehäuse und Stoßfänger eines Autos werden dort lackiert, wo sie hergestellt werden: In der Werkstatt der jeweiligen Zulieferfirma. Damit diese Spezialteile später exakt zur Karosserie passen, müssen ihre Farbtöne und -effekte präzise aufeinander abgestimmt sein. Dazu werden lackierte Tafeln oder Musterteile zwischen den beteiligten Firmen ausgetauscht und von geschulten Coloristen visuell abgemustert – eine zeitaufwändige und fehlerträchtige Prozedur. Einfacher und schneller wäre es, statt der Mustertafeln ausschließlich elektronische Daten auszutauschen. Doch bislang gibt es kein Verfahren, Farbeindrücke durch physikalische Farbwerte genau genug abzubilden. Eine weitere Herausforderung sind dem Lack beigemischte Effektpigmente, deren Metallic- oder Perlglanzwirkung sich je nach Beleuchtung und Betrachtungswinkel verändert oder sogar extreme Farbumschläge, »Flip-Flops«, auslöst – etwa von kupferrot auf grün.


Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM hat nun zusammen mit dem Messgeräte-Hersteller ColorAIXperts eine Methode entwickelt, auch solche komplizierten Farbtöne in Form von Spektraldaten eindeutig zu charakterisieren. Dabei wird nicht wie bei herkömmlichen Aufnahmen jeder Bildpunkt über die drei Farbwerte rot, gelb und blau charakterisiert, sondern über sein komplettes Farbspektrum. »So können wir auch nicht-homogene mehrfarbige Strukturen mit Glitzer- und Flip-Flop-Effekten ausmessen«, erklärt Dr. Volkmar Stenzel vom IFAM. Dazu wird jedes Farbmuster von unterschiedlichen Standpunkten erfasst. »Wir haben in der Farbabmusterungskabine bei einem Automobilhersteller systematisch verschiedene Kombinationen aus Betrachter- und Beleuchtungswinkel ausprobiert und davon sieben ausgewählt, die jeden Farbton eindeutig charakterisieren«, so Stenzel.

Die gesammelten Spektraldaten lassen sich auf elektronischem Weg verschicken, in Farbbilder zurückverwandeln und so mit der Farbvorga-be des Herstellers abgleichen. Die dazu benötigte Software ist eine Entwicklung der Firma i2s industrielle Informationssysteme GmbH. Ein Praxistest mit 47 gängigen Autolack-Farbtönen beweist, dass das neue System in der Automobilindustrie anwendbar ist: Erfahrene Coloristen verglichen jeweils vier Proben eines Farbtons mit einem Standard – sowohl auf herkömmliche Weise anhand von Mustertafeln als auch am Bildschirm auf Basis der Spektraldaten. Dabei zeigte sich eine erstaunlich hohe Übereinstimmung der unterschiedlichen Abmusterungs-Systeme: Bei 82 Prozent kamen die Coloristen zum selben Urteil.

Dr. Volkmar Stenzel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ifam.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Colorist Farbton Farbtöne Mustertafel Spektraldaten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beschichtung lässt Muscheln abrutschen
18.08.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht PKW-Verglasung aus Plastik?
15.08.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie