Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EuCN - das Erfolgsrezept für deutsch-niederländischen "Lackcocktail"

23.11.2006
Grenzüberschreitender Erfahrungsaustausch mit Schulung, Information und Beratung - das ist der erste Grundstoff; Forschung, Entwicklung und neue Technologien der zweite; Netzwerk- und Transferkompetenz der dritte.

Alles zusammen ergibt die Mixtur für ein erfolgreiches Rezept zum Wissenstransfer für oberflächenbehandelnde Betriebe und Zulieferer in der Euregio Rhein-Maas Nord. Dass es in der Provinz Limburg und am Niederrhein jetzt immer öfter "Good Lack" heißt, ist dem von der Europäischen Union, den Niederlanden und dem Land NRW mit knapp 2 Millionen Euro geförderten Euregio Coatings Net (EuCN) zu verdanken. Nach dreijähriger Laufzeit wurde es jetzt mit einem Symposium in der Hochschule Niederrhein abgeschlossen, an dem Vertreter von 30 Unternehmen teilnehmen.

Die Vorgabe war: Lösemittel - nein danke! Aber viele Betriebe waren und sind nicht ausreichend vorbereitet oder informiert zum Verarbeiten umweltfreundlicher Materialien. "Hier konnten wir ihnen Wege zeigen, wie sie Rohstoffe einsparen, die Umwelt schonen und zugleich wirtschaftlich arbeiten", sagt Prof. Dr. Thomas Brock, der Projektleiter. An der Hochschule Niederrhein in Krefeld waren er und sein Team vorwiegend für Forschung und Entwicklung zuständig, das aber gelegentliches "Trouble Shooting" nicht ausschloss. Im Lacklabor im Fachbereich Chemie wurden neue Varianten für umweltverträglichere Lacke mit verbesserter Kratzbeständigkeit "zusammengerührt" und getestet. Dabei entstanden neue Pulverlackrezepturen, neue wässrige Heimwerkerlacke und neuartige Lacke auf Kunststoffbasis. Ein weiteres Feld war die Qualitätssicherung wie etwa die Verbesserung der Lagerstabilität von Nasslacken. Schließlich wurden auch innovative Techniken zum Lackieren entwickelt wie etwa elektrisch leitende Zwischenschichten oder die elektro

statische Lackierung mineralischer Untergründe. Die Spezialisten für Oberflächenprobleme kümmerten sich aber auch um akute Notlagen wie Abplatzungen von Kunststoff-Stoßfängern oder Wulste und Öltröpfchen in Lackierungen. Wie abhängig viele Produkte von einem soliden Oberflächenschutz sind, zeigen der Korrosionsschutz an Windgeneratoren, neuartige Untergründe und Verbundsysteme für Eisenbahnwaggons oder wetterbeständige Holzlasuren.

... mehr zu:
»Coating »EuCN »Euregio

Ziel des Projektes war es, den Betrieben wirtschaftlich nicht kurzfristig über die nächste Klippe zu helfen, sondern gemeinsam mindestens fünfjährige Strategien für das Bestehen im Wettbewerb zu schaffen. Zwei Drittel der Fördergelder gingen darum in den Personalbereich. Die Schulung, Information, Beratung und Unterstützung bei der Problemlösung oblag dem niederländischen Unternehmernetzwerk Syntens (Roermond) und der Deutschen Forschungsgesellschaft für Oberflächenbehandlung (DFO) in Düsseldorf. "Die Probleme sind oft grenzüberschreitend die gleichen, da können die Betriebe voneinander lernen", so Rim Stroeks von Syntens. Beteiligt am know-how-Transfer, vor allem bei betriebswirtschaftlichen Fragen, war auch die Fachhochschule Münster. Die kundenorientierte Produktentwicklung stand dabei im Vordergrund. "Die meisten Führungskräfte in der Lackbranche sind technisch geprägt und haben Defizite beim Marketing und der Betriebswirtschaft. Hier wurden Methoden und Werkzeuge entwickelt, die kleine Unternehmen leicht anwenden können, etwa Benchmarking und Kennzahlensysteme. Direkte Projekte mit Unternehmen haben geholfen, sich besser am Markt zu positionieren", sagt Dr. Josef Gochermann, Dozent an der FH Münster.

Als Vorstandsmitglied des European Center for Coatings and Surface Technology (ECCS), aus dem das Euregio Coatings Net hervorging, blickt er zuversichtlich in die Zukunft des Netzwerks: Das ECCS bereitet Euregio-übergreifend weitere Projekte im Rahmen des Interreg-IV-Förderprogramms vor. Sie stehen auch den Unternehmen offen. Schon jetzt ist aber die Saat aufgegangen, die mit dem Netzwerk gelegt wurde: Über bestehende Sprach- und Mentalitätsbarrieren hinweg helfen sich immer mehr Unternehmen gegenseitig. So auch beim Abschluss -Symposium, bei dem an guten Beispielen für erfolgreiches Operieren am Markt gelernt werden konnte. "Nachhaltige Effekte" konstatierte der zuständige Projektkoordinator Michael Reichartz von der Euregio, für die das Lacknetzwerk ein "Aushängeschild" ist.

Rudolf Haupt M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

Weitere Berichte zu: Coating EuCN Euregio

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Mikroplastik in Meeren: Hochschule Niederrhein forscht an biologisch abbaubarer Sport-Kleidung
18.09.2017 | Hochschule Niederrhein - University of Applied Sciences

nachricht Flexibler Leichtbau für individualisierte Produkte durch 3D-Druck und Faserverbundtechnologie
13.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie