Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Max-Planck-Institut und Ciba Spezialitätenchemie entwickeln Materialien für druckbare organische Elektronik

24.10.2006
  • Gemeinsames multidisziplinäres Forschungsprojekt von Max-Planck-Institut für Polymerforschung und Ciba Spezialitätenchemie
  • Partnerschaft verstärkt Forschungsaktivitäten auf einem sich rasch entwickelnden Feld
  • Beschleunigte Einführung von neuen, verbesserten Leitmaterialien

Das Mainzer Max-Planck-Institut für Polymerforschung und Ciba Spezialitätenchemie aus Basel (Schweiz) haben vereinbart, gemeinsam leitfähige druckbare Materialien für Elektronikanwendungen zu erforschen. Das multidisziplinäre Dreijahresprojekt konzentriert sich auf die Entwicklung von neuartigen, leitfähigen Polymeren für Druckanwendungen.

Die Zusammenarbeit eines führenden globalen Herstellers von Spezialitätenchemie und einer renommierten akademischen Forschungsinstitution der Materialwissenschaft soll die Einführung von besseren Materialien beschleunigen. Die Herstellung von Sensoren, Solarzellen, Etiketten für Radiofrequenz-Identifikation (RFID), organischen Leuchtdioden (OLEDs) und anderen Elektronikmaterialien wird stark vom Druckverfahren im Vergleich zu anderen Techniken wie Ätzen profitieren.

"Diese Zusammenarbeit verstärkt das Forschungsnetzwerk von Ciba Spezialitätenchemie strategisch auf dem sich schnell entwickelnden Gebiet moderner Funktionsmaterialien für die Elektronikindustrie. Druckbare organische Elektronik bietet attraktive Möglichkeiten für neue elektronische Geräte. Die Leistung, Beständigkeit und Verarbeitbarkeit der zurzeit erhältlichen leitfähigen Materialien sind jedoch für viele wichtige Anwendungen noch ungenügend. Bahnbrechende Entwicklungsarbeit auf diesem äußerst interdisziplinären Gebiet ist weiterhin notwendig", sagt Martin Riediker, Chief Technology Officer von Ciba Spezialitätenchemie.

"Mit dieser Partnerschaft wollen wir die Lücke zwischen potenziellen und tatsächlichen Anwendungen für leitfähige Polymere auf einem wichtigen Anwendungsgebiet verkleinern. Zwischen dem Projektkonzept und seiner Umsetzung vergingen lediglich zwei Monate. Dies zeigt, mit welcher Geschwindigkeit sich diese neue Technologie entwickelt und wie schnell die Zusammenarbeit zwischen Ciba Spezialitätenchemie und dem Max-Planck-Institut voranschreitet", sagt Professor Gerhard Wegner, Direktor am Max-Planck-Institut für Polymerforschung.

Polymere sind vor allem als Isolatoren bekannt, durch die Entdeckung und Entwicklung ihrer leitenden und halbleitenden Fähigkeiten wurden aber auch organische elektronische Anwendungen in dünnen, leichten, flexiblen und sehr preiswerten Formen möglich. Ein Vorteil der Polymere ist ihre vergleichsweise einfache und kostengünstige Verarbeitbarkeit. Elektroleitende Polymere kommen heute bereits in Display- und Solartechnologien sowie in Sensoren zur Anwendung. Ein enormes Marktpotenzial entsteht durch den Einsatz in einfachen Kunststoffelektroniksystemen wie RFID, in preiswerten biomedizinischen Sensoren oder in Datenspeicherungs- und Konsumprodukten.

Im Bereich der Elektronikmaterialien entwickelt, produziert und vermarktet Ciba Spezialitätenchemie hoch entwickelte Funktionsmaterialien wie Pigmente, Farbstoffe, Fotoinitiatoren und Lichtstabilisatoren für Display-, Informationsspeicherungs- und Mikroelektronikanwendungen. Das Forschungsteam von Ciba verfügt über ein solides Netzwerk mit führenden Technologieanbietern und entwickelt neuartige, organische elektrolumineszente Materialien für Displays und Beleuchtungsanwendungen sowie organische Halbleitermaterialien für Transistor- und Solarzellenanwendungen.

Das Max-Planck-Institut für Polymerforschung ist das führende Forschungszentrum für Polymermaterialwissenschaft in Europa. Mehr als 400 internationale Mitarbeitende aus Wissenschaft und Technik widmen sich der Grundlagenforschung zu Polymeren für Elektronik, Biomedizin und Automobilapplikationen sowie für die Verpackung von Gütern und Anlagen. Die Forschung am Institut für Polymerforschung fördert das grundlegende Verständnis von Polymeren als Funktionsmaterialien und umfasst die Entwicklung neuer Verarbeitungstechniken zur Ausweitung modernster Technologien.

Das gemeinsame Forschungsprojekt des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung und von Ciba Spezialitätenchemie wurde im Rahmen der Plastic Electronics Foundation konzipiert. Sowohl das MPI-P als auch Ciba sind Mitglieder im Beirat dieser Stiftung.

Der offizielle Start des gemeinsamen Forschungsprojekts erfolgte an der "2nd Plastic Electronics Conference & Showcase" in Frankfurt am 24. und 25. Oktober 2006.

Babette Knauer | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpip-mainz.mpg.de
http://www.cibasc.com
http://www.plastictronics.org

Weitere Berichte zu: Ciba Elektronik Funktionsmaterial Polymer Sensor Spezialitätenchemie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Materialwissenschaft: Widerstand wächst auch im Vakuum
22.06.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Schnell, berührungslos: Dehnungsmessverfahren für thermisch-mechanisch hoch belastete Werkstoffe
20.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie