Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Labor auf den Sportplatz

29.08.2006
Hightechmaterialien sind nicht nur in Autos und Maschinen, sondern zunehmend auch in Sport- und Freizeitgeräten zu finden. Nicht auf Eis, sondern in Keramikspuren jagen Skispringer die Schanzen hinab und helfen so dem Werkstoff beim Sprung in neue Industrieanwendungen.

Nanotechnologie und Hochleistungswerkstoffe - diese Begriffe klingen nach Industrie, nach Hightech, nach Raumfahrt. Sie scheinen fern unseres Alltags zu sein. Doch der Eindruck täuscht. Unzählige Materialien haben längst den Weg aus den Labors in unser Leben gefunden - so sind sie etwa in Sport- und Freizeitgeräten zu finden. Die Forscher vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Sinterwerkstoffe (IKTS) in Dresden gehören zu jenen, die die Brücke vom Labor zum Alltag schlagen. Ihre Spezialität ist die Entwicklung neuer Keramiken.

Eine Keramik hat es inzwischen in luftige Höhen geschafft - als Belag für Anlaufspuren von Skisprungschanzen wurde sie bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin eingesetzt. Die entwickelte Keramik wird in Form kleiner Noppen in die Spur eingebaut. Diese haben eine sehr geringe Reibung und sind extrem hart. Daher gleitet der Ski auf diesem Noppenbett optimal ab. Besonders für Sommersprungschanzen ist das eine echte Alternative, da die Anlaufspuren bislang mit emailliertem Blech ausgestattet waren.

In vielen anderen Bereichen ist IKTS auf der Suche nach dem richtigen Keramikwerkstoff. Hierzu forschen sie unter anderem an der Verarbeitung des Materials. Dr. Michael Zins, IKTS-Projektleiter, erklärt, was die Arbeit so anspruchsvoll macht: "Keramikpulver verhält sich wie Mehl, das man nicht direkt, sondern nur mit Zusätzen verarbeiten kann." Die Fachleute müssen den Keramikrohstoff also verändern, die Oberfläche der Keramikteilchen mit anderen Substanzen versehen oder das Pulver einer Wärmebehandlung unterziehen, um daraus Gegenstände formen zu können.

... mehr zu:
»IKTS »Keramik »Labor

Was fertig gebrannte, gesinterte Keramiken aushalten, haben die Dresdner mit einem extremen Beispiel deutlich gemacht: mit Golfschlägern, die zum direkten Vergleich einmal aus Metall und einmal aus Keramik gefertigt sind. Da die Keramik nur knapp halb so schwer wie Stahl ist, benötigt man nur einen Bruchteil der Energie für einen Schlag. Mehr noch: Während eine metallische Schlagfläche beim Golfspielen schnell abnutzt, zeigt keiner der keramischen Schläger Verschleißmarken.

| NeMa
Weitere Informationen:
http://www.neuematerialien.de
http://www.materialica.de/html/skispringer.html
http://www.werkstoffinnovationen.de

Weitere Berichte zu: IKTS Keramik Labor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Quantenanomalien: Das Universum in einem Kristall
21.07.2017 | Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe

nachricht Projekt »ADIR«: Laser bergen wertvolle Werkstoffe
21.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie