Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgezeichnetes Material

02.06.2006


Glänzende Metalle, die hochwertig aussehen und trotzdem leicht in der Hand liegen, sind bei Designern gefragt. Für einen Verbundwerkstoff aus Metall wurden Fraunhofer-Forscher vom International Forum Design mit dem IF Material Award in Gold ausgezeichnet.


Leichtgewicht: Zinkbauteile mit Glashohlkugeln sind nur halb so schwer wie herkömmliche Metallkomponenten. © Fraunhofer IFAM



Designer können sich freuen: Das neue Material glänzt wie solides Metall und fühlt sich auch so an. Gleichzeitig ist es verblüffend leicht. Für die Entwicklung des neuen Werkstoffs wurden Forscher vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen unlängst mit dem renommierten IF Material Design Award in Gold ausgezeichnet.



Der Trick: In das Metall gießen die Bremer Wissenschaftler Glashohlkugeln mit einer Größe von maximal 60 Mikrometern ein. »Werden die Glaskugeln homogen verteilt, erhalten wir eine gleichmäßige Oberfläche, die sich völlig glatt – wie Metall – anfühlt. Bei unregelmäßiger Verteilung des Glasanteils erzielt man eine neue Optik. Das Material wirkt wie von Adern durchzogen«, erklärt Dr. Jörg Weise von der Arbeitsgruppe Gießereitechnik im Institutsteil Formgebung und Funk-tionswerkstoffe. Obwohl der Werkstoff sehr porös ist, sieht er glatt wie Metall aus und wiegt nur einen Bruchteil: So wird die Dichte von Aluminium von 2,7 Gramm pro Kubikzentimeter auf 1,2 Gramm pro Kubikzentimeter reduziert, bei Zink von sieben Gramm pro Kubikzentimeter um mehr als die Hälfte, nämlich auf 3,1 Gramm pro Kubikzentimeter. »Unser Material schwimmt noch nicht ganz auf Wasser, aber das kriegen wir auch noch hin«, prognostiziert Weise augenzwinkernd.

Das Verbundmaterial aus Zink oder Aluminium hat eine ähnliche Dichte wie Polymer, fühlt sich jedoch hochwertig an wie Metall und hat dazu eine hohe Temperaturbeständigkeit. Obwohl es leicht ist, hält es Drücken bis 1 000 bar stand – das entspricht dem Druck in tausend Metern Wassertiefe. Durch seine spezielle Struktur kann das Light-Metall im Falle eines Crashs Energie aufnehmen. Weitere Vorteile: »Der Werkstoff lässt sich wegen der mikroskopisch kleinen Größe der Poren ähnlich wie ein kompaktes porenfreies Metall beschichten. Zum Thema Verchromen von Zink mit eingelagerten Glashohlkugeln führen wir gemeinsame Untersuchungen mit der Firma HDO Druckguss- und Oberflächentechnik GmbH in Paderborn durch«, berichtet Weise. Mögliche Anwendungen sieht er nicht nur bei Designelementen, sondern auch im Leichtbau.

Dr. Jörg Weise | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ifam.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: ALUMINIUM Glashohlkugel Kubikzentimeter Metall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon
21.02.2018 | Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V.

nachricht Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?
20.02.2018 | Hohenstein Institute

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics