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Seidenfäden von Spinnen: Modell und Bauplan für neue Hightech-Materialien

20.12.2005


Wissenschaftsmagazin "Georgia Augusta" präsentiert Arbeiten aus der Materialforschung



Die Erforschung und Entwicklung neuer Werk- und Wirkstoffe stehen im Mittelpunkt der vierten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Georgia Augusta", das die Georg-August-Universität in Zusammenarbeit mit dem Universitätsbund Göttingen herausgibt. Unter dem Titel "Materialien und Stoffe" geben Göttinger Wissenschaftler auf rund 150 Seiten Einblicke in einen zentralen Arbeitsschwerpunkt der Universität. Aus der interdisziplinären Materialforschung berichten Chemiker und Physiker, aber auch Geologen, Biologen, Forstwissenschaftler und Mediziner. Ihre Arbeiten reichen von der Grundlagenforschung für neue Hightech-Materialien über die Suche nach neuartigen Wirkstoffen für medizinische Anwendungen bis hin zur Restaurierung historischer Gebäude aus jahrhundertealten Baumaterialien.



Um Materialeigenschaften von Grund auf verstehen zu können, werden Stoffe bis hin zu ihren kleinsten Bausteinen, den Molekülen und Atomen, "zerlegt". Mit modernen Analysegeräten - unter anderem dem Dreiachsenspektrometer PUMA und der tomographischen Atomsonde - erhalten die Wissenschaftler detaillierte Einblicke in den Aufbau der Materie. Wie mit dem so gewonnenen Wissen maßgeschneiderte Kunststoffe, neue Halbleitermaterialien für die Computerindustrie, optimierte Solarzellen, gehärtete Metalle oder Nanodrähte entstehen können, erläutern die Göttinger Forscher in ihren Beiträgen. Für die Entwicklung neuer Stoffe dient nicht selten die Natur als Modell: Wissenschaftler der Georg-August-Universität suchen bei den Seidenfäden der Spinnen nach "Bauplänen" für neue Hightech-Materialien; sie erforschen die Feinstruktur von Eis oder optimieren chemische Stoffe, die beständiger sind als Diamant.

Werk- und Wirkstoffe für Anwendungen in der Medizin bilden einen weiteren Themenschwerpunkt: Forscher zeigen, wie monoklonale Antikörper die Grundlage einer neuartigen Krebstherapie bilden können. Sie testen Bakterien aus dem Meereis der Arktis auf ihre medizinische Wirksamkeit und untersuchen, wie Titan und Gewebe zu verbesserten Kniegelenkimplantaten verwachsen. Auch der Erhalt oder die Optimierung lange bekannter Werkstoffe ist Inhalt aktueller Forschungsvorhaben an der Universität Göttingen: Holz kann in seiner Zellstruktur so verändert werden, dass es zu einem witterungsbeständigen Baumaterial wird. Detaillierte Materialanalysen helfen dabei, den Zerfall des Markttors von Milet im Berliner Pergamonmuseum zu verhindern.

Das Wissenschaftsmagazin "Georgia Augusta" wendet sich an die Mitglieder der Universität, an außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, regionale und überregionale Institutionen, an Politik, Verwaltung und Fachverbände sowie insbesondere die interessierte Öffentlichkeit im In- und Ausland. Es ist in der Pressestelle der Universität Göttingen, Wilhelmsplatz 1, erhältlich.

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de/

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