Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicherheit wird leicht gemacht

20.12.2005


6,7 Millionen Euro für neuen DFG-Sonderforschungsbereich "Hochfeste aluminiumbasierte Leichtbauwerkstoffe für Sicherheitsbauteile" an der TU Chemnitz



Mit jährlich etwa 1,7 Millionen Euro fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in den kommenden vier Jahren den Sonderforschungsbereich 692 "Hochfeste aluminiumbasierte Leichtbauwerkstoffe für Sicherheitsbauteile (HALS)" der TU Chemnitz. Sonderforschungsbereiche (SFB) sind langfristige Forschungsvorhaben, in denen Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen regional konzentriert an einer gemeinsamen Thematik forschen. Die Federführung obliegt Prof. Dr. Bernhard Wielage, Professur Verbundwerkstoffe der TU Chemnitz. Geschäftsführer des neuen Chemnitzer SFB ist Dr. Thomas Lampke.



Im SFB 692 arbeiten Forscher aus sieben Professuren der Fakultät für Maschinenbau und zwei Professuren der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der TU Chemnitz sowie der Hauptabteilung Umformtechnik des Fraunhofer-Institutes für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU Chemnitz zusammen. "Das Ziel des Forschungsvorhabens besteht darin, über neuartige Prozessketten hochfesten Aluminium-Werkstoffen neue Eigenschaften zu entlocken und diese für Sicherheitsbauteile mit sehr niedrigem Gewicht zu qualifizieren", berichtet Prof. Wielage. Die beteiligten Wissenschaftler freuen sich besonders, dass sie mit ihrem Forschungskonzept bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Bestnote 1,0 erzielen konnten.

An drei Demonstratoren aus verschiedenen Anwendungsfeldern werden die neuen Werkstoffe und Prozessketten erprobt: hochfeste Schrauben, Rotoren von Flüssigkeitsbremsen (Retarder) und hebelförmige Bauteile (z.B. Fahrradtretkurbel und Kipphebel). Die Basis für die neuen hochfesten Werkstoffe bilden drei neue Verarbeitungswege: das Herstellen von Verbundwerkstoffen durch mechanisches Legieren, die ECAP-Umformung (Equal Channel Angular Pressing) sowie das Koaxialpressen von aluminiumummantelten Magnesiumhalbzeugen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt innerhalb des SFB 692 besteht in der Ermittlung von Werkstoffkennwerten und deren Nutzung für die Simulation des Fertigungsprozesses und der konstruktiven Auslegung von Sicherheitsbauteilen. Besondere Bedeutung kommt dabei der Grenzflächen- und Oberflächenbeschaffenheit durch spanende Präzisionsbearbeitung, weiterentwickelte Anodisierverfahren bzw. endkonturnahe Fertigungskonzepte zu. Im Ergebnis werden Bauteile mit deutlich verbesserter Dauerfestigkeit, Warmfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit erwartet, die auch unter wirtschaftlichen Aspekten einen Fortschritt darstellen.

"Seitens der Industrie besteht bereits ein großes Interesse an den Ergebnissen dieses Sonderforschungsbereiches", berichtet der SFB-Geschäftsführer Dr. Lampke. Dies zeige sich in dem formierten Industriekonsortium, das mittlerweile aus 36 Firmen besteht.

Weitere Informationen erteilen der Sprecher des Sonderforschungsbereichs "Hochfeste aluminiumbasierte Leichtbauwerkstoffe für Sicherheitsbauteile" Prof. Dr. Bernhard Wielage, Telefon (0371) 5 31 - 61 69, E-Mail bernhard.wielage@mb.tu- chemnitz.de sowie der SFB-Geschäftsführer Dr. Thomas Lampke, Telefon (03 71) 5 31 - 61 63, E-Mail thomas.lampke@mb.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Berichte zu: DFG Leichtbauwerkstoffe Sicherheitsbauteile

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

nachricht Ein Wimpernschlag vom Isolator zum Metall
17.04.2018 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics