Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Freiberger Unternehmen zur Wafer-Analyse gegründet

01.09.2005


Aktuelle Grundlagenforschung findet schnellen und direkten Weg in die Produktion



Zu einer neuen High-Tech-Firma hat das Forschungsprojekt zur Defektanalyse bei Silizium-Wafern an der TU Bergakademie Freiberg geführt. Kay Dornich und Prof. Jürgen R. Niklas gründeten "Freiberg Instruments", die maßgeschneiderte Analyseapparaturen für die industrielle Wafer-Fertigung liefert. Damit haben in nur wenigen Monaten Ergebnisse der Grundlagenforschung einen schnellen und direkten Weg vom Labor in die Produktion gefunden.



Der Auslöser für die Firmengründung kam dabei aus der Industrie. Die Deutsche Solar AG trat an die Forschergruppe an der TU Bergakademie Freiberg heran. Zusammen gingen sie eine exklusive Kooperation ein, um die neuartige Methode unter Nutzung des beiderseitigen Know-hows in die Industrieproduktion zu überführen. Geplant ist der Einsatz des innovativen Verfahrens bereits im neuen Werk, dass 2006 in Freiberg seinen Betrieb aufnehmen soll.

Die weltweit einmalige Freiberger Technologie erlaubt es, die Qualitätssicherung in der photovoltaischen Wertschöpfungskette erheblich zu verbessern. Durch eine berührungslose Untersuchung der Wafer, dem Ausgangsprodukt der späteren Solarzelle, können schon zu einem frühen Zeitpunkt in der Fertigung wesentliche elektrische Merkmale des späteren Endprodukts ermittelt werden. Bisher war dies nur am Ende der sehr kostenintensiven Produktion möglich. Zudem können dank der Analyseapparatur die Produktionsabläufe so optimiert und aufeinander abgestimmt werden, dass sich der Wirkungsgrad der Solarzellen verbessert. Ein weiterer Vorteil der Untersuchungs-Methode: Sie kann inline, d.h. während der laufenden Produktion vorgenommen werden. Für das zukünftige Werk der Deutschen Solar bedeutet dies, pro Sekunde und Produktionsstrecke einen Wafer zu prüfen.

Die Freiberger Firmengründung ist ein einmaliges Beispiel für die Umsetzung universitärer Forschungen in die Praxis. Vor vier Jahren gründete sich die Arbeitsgruppe um Prof. Niklas am Institut für experimentelle Physik der TU Bergakademie Freiberg. Ihr Ziel war es, grundsätzliche Fragen zu bisher nicht messbarer Materialeigenschaften in der Halbleiterindustrie zu beantworten. Erste Erfolge konnten in Zusammenarbeit mit Freiberg Compound Materials erzielt werden. Die Arbeitsgruppe entwickelte ein Verfahren, elektrisch wirksame Fehler von Halbleiter-Wafern mit Hilfe von Mikrowellen berührungs- und vor allem zerstörungsfrei zu entdecken. Auch in der folgenden Zeit sicherte die enge Zusammenarbeit mit Firmen der sächsischen Halbleiterindustrie, wie Siltronic AG, der Deutschen Solar AG und ZMD Dresden die Praxisnähe der Forschung. Dabei wurden von Anfang an die notwendigen Analysegeräte in allen Details von den Wissenschaftlern selber entwickelt. Diese Kompetenz kann die neue Firma nun direkt nutzen.

In der Anfangsphase wird die neue Freiberger Firma "Freiberg Instruments" in Kooperationen mit Unternehmen einzelne Projekte realisieren. Dabei liefert die Zwei-Personen-"Garagenfirma" keine fertigen Produkte vom Regal, sondern entwickelt kundenspezifische Lösungen. Die für die Deutsche Solar entwickelte Analyseapparatur von Solarzellen stellt nur eine Anwendungsmöglichkeit des neuen Verfahrens dar. Auch der Einsatz der Technologie in der Chip-Herstellung ist möglich.

Den besonderen Stellenwert des neuen Freiberger Unternehmens zeigt auch die Tatsache, dass es 2004 bundesweit nur 26 Firmenneugründungen im Hightech-Bereich gab.

Kontakt:
Kay Dornich
Freiberg Instruments
Dornich und Niklas GbR
Tel. 03731/39 2773
Dornich@FreibergInstruments.com

Christian Möls | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-freiberg.de/

Weitere Berichte zu: Analyseapparatur Halbleiterindustrie SOLAR Solarzelle Wafer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beschichtung lässt Muscheln abrutschen
18.08.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht PKW-Verglasung aus Plastik?
15.08.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen