Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Um Werkstoffschäden frühzeitig zu erkennen: Erlanger Forscher erhalten weltweit einmaliges Rasterelektronenmikroskop

05.07.2005


Weltweit einzigartig ist das neue Großkammer-Rasterelektronenmikroskop, mit dem die Werkstoffwissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg künftig Bauteile auf winzigste Schäden untersuchen können. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität Erlangen-Nürnberg unter der Federführung von Prof. Dr. Mathias Göken und Dr. Heinz Werner Höppel vom Lehrstuhl für Allgemeine Werkstoffeigenschaften erhielt den Zuschlag für das zwei Millionen Euro teure Gerät in einer bundesweiten Ausschreibung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).


Mit dem neuen Rasterelektronenmikroskop können die Erlanger Forscher auch große Bauteile, zum Beispiel ganze Turbinenschaufeln, Kurbelwellen oder Zylinderköpfe, im Mikrometerbereich auf mögliche Schädigungen untersuchen, ohne sie zu zerstören. Die Probenkammer des Geräts bietet nämlich besonders viel Platz: Sie fasst etwa zwei Kubikmeter, während in "normale" Rasterelektronenmikroskope nur zehn bis 100 Millimeter große Proben passen. Eine zusätzliche Untersuchungseinheit am Gerät hilft den Wissenschaftlern, die chemischen Bestandteile der Proben genau zu identifizieren. Eine weitere Analysekomponente ermöglicht den Forschern, die Orientierungen der einzelnen Körner, aus denen kristalline Werkstoffe aufgebaut sind, zu bestimmen.

In das Erlanger Rasterelektronenmikroskop wird außerdem weltweit erstmals eine so genannte servohydraulische Prüfmaschine eingebaut. Mit dieser Maschine können die Bauteile dann auf die verschiedensten Weisen mechanisch belastet werden. So sind die Werkstoffwissenschaftler in der Lage, die Beanspruchungen, denen die Bauteile in der Praxis ausgesetzt sind, im Experiment nachzustellen, und gleichzeitig zu untersuchen, wie dabei mikroskopisch kleine Veränderungen bzw. Schäden im Material entstehen.


Bereits im letzten Jahr gab die DFG den Erlanger Wissenschaftlern die Zusage, das Gerät zu finanzieren. Inzwischen wurde der Auftrag an die Firma VISITEC aus Grevesmühlen in Mecklenburg-Vorpommern vergeben. Doch die Entwicklung und die Produktion eines solchen Großgerätes nehmen einige Zeit in Anspruch. Deshalb müssen sich die Erlanger Forscher etwas gedulden, bis die ersten wissenschaftlichen Arbeiten beginnen können: Geliefert wird voraussichtlich im Frühjahr 2006.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert insgesamt zwei der Großraum-Rasterelektronenmikroskope in Deutschland - eines an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RTWH) Aachen und eines an der Uni Erlangen-Nürnberg. Die Erlanger Wissenschaftler haben dabei den Zuschlag für das deutlich komplexere und auch teurere Gerät erhalten.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Mathias Göken
Tel.: 09131/85-27501
goeken@uni-erlangen.de

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de

Weitere Berichte zu: DFG Rasterelektronenmikroskop Werkstoffschaden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

nachricht Ein Wimpernschlag vom Isolator zum Metall
17.04.2018 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics